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15.05.2015

23:27 Uhr

Terror im Irak

IS nimmt Regierungskomplex in Ramadi ein

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat irakische Soldaten in Kämpfen um ein Regierungsgebäude in der Stadt Ramadi zum Rückzug gezwungen. Drei Selbstmordanschläge waren der grausame Schlüssel zur Eroberung.

Familien auf der Flucht vor dem Islamischen Staat: In der irakischen Provinzhauptstadt Ramadi hat die Terrormiliz ein Regierungskomplex eingenommen. Reuters

Flucht

Familien auf der Flucht vor dem Islamischen Staat: In der irakischen Provinzhauptstadt Ramadi hat die Terrormiliz ein Regierungskomplex eingenommen.

BagdadDie Terrormiliz Islamischer Staat hat einen Gebäudekomplex der Regierung in der irakischen Stadt Ramadi erobert. Bürgermeister Dalaf al-Kubaissi sagte, IS-Kämpfer hätten am Freitag die schwarze Fahne ihrer Bewegung über der Gegend gehisst, nachdem sie Regierungssoldaten in heftigen Kämpfen zum Rückzug gezwungen hätten. Außerdem hätten sie die Polizeizentrale in Brand gesteckt und attackierten das örtliche Militärhauptquartier. Ramadi liegt 100 Kilometer westlich von Bagdad und ist Provinzhauptstadt von Anbar.

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Selbst wo der IS geschlagen ist, bleibt der Horror: In Kobane etwa sind die Häuser vermint und voller Leichen. Landgewinne macht die Miliz nun nicht mehr, hält aber ihr Territorium. Ihre Macht ist längst nicht gebrochen.

Der Angriff sei durch drei fast zeitgleiche Selbstmordattentate mit Autos eröffnet worden, bei denen zehn Polizisten getötet und sieben weitere verletzt worden seien, sagte Al-Kubaissi. Der Abgeordnete des Provinzparlaments berichteten, die Angreifer hätten zudem Dutzende Sicherheitskräfte und deren Familienangehörige gefangen genommen und getötet. Zahlreiche Familien seien zur Flucht gezwungen worden.

Provinzpolitiker forderten von der Regierung militärische Verstärkungen und riefen die von den USA geführte Anti-IS-Koalition zu Luftangriffen gegen die Terrormiliz in Ramadi auf. Der staatliche Fernsehsender Irakija meldete, neue Kampfverbände der Armee seien bereits eingetroffen.

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Nach dem Verlust von Ölfeldern sollen die Einnahmen des Islamischen Staats um 75 Prozent zurückgegangen sein. Noch ist es aber zu früh, die Miliz abzuschreiben.

Der IS hatte vor knapp einem Jahr etwa ein Drittel des irakischen Territoriums überrannt. Die USA und weitere Staaten griffen mit Luftschlägen ein. Regierungstruppen und kurdische Kämpfer drängten die Terrormiliz langsam zurück. Anfang April besetzen sie Tikrit, in Anbar hatten sie dagegen nur wenige Erfolge.

Der Stabschef der gegen den IS eingesetzten US-Truppen, Brigadegeneral Thomas Weidley, bewertete den Erfolg des IS in Ramadi als vorübergehend. Vergleichbar komplexe Attacken habe es in den vergangenen Monaten mehrfach gegeben. Die Regierungstruppen hätten jedoch jedes Mal zurückgeschlagen. Das werde diesmal ähnlich sein.

Von

ap

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