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18.10.2015

10:39 Uhr

Terror in Afghanistan

In Kabul entführte Deutsche frei

Afghanistan ist damit einer der gefährlichsten Einsatzorte für Helfer weltweit: Eine im August in Kabul entführte deutsche Entwicklungshelferin ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes jetzt aber freigekommen.

Eine von Milizen verschleppte deutsche Entwicklungshelferin ist jetzt wieder frei. AFP

US-Soldat in Afghanistan

Eine von Milizen verschleppte deutsche Entwicklungshelferin ist jetzt wieder frei.

TeheranEine im August in Kabul entführte deutsche Entwicklungshelferin ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes wieder frei. Dies teilte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Samstag am Rande eines Besuchs in Teheran mit.

„Ich bin sehr erleichtert, dass die Deutsche wieder auf freiem Fuß ist und es ihr den Umständen entsprechend gut geht“, sagte er. „Mein Dank gilt der afghanischen Regierung und ihren Sicherheitskräften sowie unseren Partnern im Rahmen von (dem Militäreinsatz) Resolute Support.“ Wie die GIZ-Mitarbeiterin frei kam, wurde zunächst nicht bekannt.

Vor einigen Monaten war im Norden Afghanistans bereits ein GIZ-Mitarbeiter verschleppt worden. Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Nach UN-Angaben wurden im vergangenen Jahr 57 Entwicklungshelfer in den Land getötet.

Der Afghanistan-Einsatz im Wandel

Intervention

Als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 intervenierte eine von den USA geführte Koalition in Afghanistan, um das Regime der radikalislamischen Taliban zu stürzen und die für die Anschläge verantwortliche Terrororganisation Al-Kaida zu bekämpfen.

Stabilisierung

Nach dem Sturz der Taliban stationierte die Nato von Dezember 2001 an die „International Security Assistance Force“ (Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe, Isaf) in Afghanistan. Ihre ursprüngliche Aufgabe: Stabilisierung des Landes. Deutschland beteiligte sich an der Mission mit bis zu 5350 Soldaten.

Krieg

Im Laufe der Jahre nahmen die Angriffe der Taliban auf die afghanische Regierung und die internationalen Truppen kontinuierlich zu. Die Isaf-Truppe wurde auf bis 130 000 Soldaten aufgestockt und ging dazu über, die Taliban offensiv zu bekämpfen. In Deutschland war trotzdem noch lange von einem „Stabilisierungseinsatz“ die Rede. 2010 war der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) der erste deutsche Politiker, der von Krieg sprach.

Ausbildung

Zum Jahreswechsel soll der Isaf-Einsatz beendet und durch die Mission „Resolute Support“ (Entschlossene Unterstützung) mit etwa 13 000 Soldaten ersetzt werden. Der neue Auftrag lautet „Ausbildung, Beratung, Unterstützung“. Trotzdem kann die Truppe weiterhin in Gefechte verwickelt und Ziel von Anschlägen werden.

Afghanistan ist damit einer der gefährlichsten Einsatzorte für Helfer weltweit. Die Eskalation der Gewalt trifft aber vor allem die Einheimischen, die weit häufiger Opfer von Entführungen, Anschlägen und Angriffen werden als Ausländer.

Von

rtr

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