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17.04.2011

10:44 Uhr

Terror in Afghanistan

Taliban töten zwölf Soldaten

Bei zwei Bombenanschlägen sind am Samstag in Afghanistan insgesamt zwölf Soldaten getötet worden, darunter acht ausländische NATO-Streitkräfte. Die Taliban bekannten sich zu der Tat.

Immer häufiger geraten die Soldaten der Schutztruppe ISAF ins Visier der Taliban. Quelle: dpa

Immer häufiger geraten die Soldaten der Schutztruppe ISAF ins Visier der Taliban.

KabulWie die Schutztruppe Isaf am Sonntag mitteilte, starben die Einsatzkräfte am Vortag bei zwei Bombenanschlägen im Süden des Landes. Zur Identität der Opfer äußerte sich die Isaf wie üblich nicht. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban.

Damit erhöht sich die Zahl der am Samstag in Afghanistan gefallenen ausländischen Soldaten auf acht. Fünf Soldaten waren bei einem Selbstmordanschlag der Taliban in einem Stützpunkt der afghanischen Armee in der Provinz Laghman getötet worden. Bei dem Attentat waren auch vier afghanischen Soldaten ums Leben gekommen.

Attentäter trug Soldatenuniform

Ein Attentäter habe seine Sprengstoffweste vor dem Eingang eines Militärstützpunktes westlich von Dschalabad gezündet, teilte ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums am Samstag mit. Die NATO bestätigte den Tod von fünf ihrer Soldaten. Nähere Angaben machte das Militärbündnis zunächst aber nicht.

Der Selbstmordattentäter habe aus der Provinz Daj Kundi gestammt, teilte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid mit. Er sei vor einem Monat den afghanischen Streitkräften mit der konkreten Absicht beigetreten, einen Selbstmordanschlag auszuführen. Wie der Sprecher des afghanischen Verteidigungsministerium weiter mitteilte, war der Attentäter in eine Uniform der afghanischen Streitkräfte gekleidet.

Daher sei es ihm möglich gewesen, bis zum Eingang des Stützpunkts zu gelangen. Der Stützpunkt in der Provinz Laghman werde sowohl von den afghanischen Streitkräften als auch von der NATO genutzt.

Fast 130 getötete Soldaten seit Jahresbeginn

Zahlreiche militante Aufständische wurden im vergangenen Jahr wegen eines Zustroms zehntausender NATO- und US-Soldaten aus ihren Hochburgen im Süden Afghanistans verjagt. Seitdem verüben sie immer häufiger Anschläge im Osten und Norden des Landes.

Nach Informationen des Internetdienstes icasualties.org verloren seit Jahresbeginn fast 130 ausländische Soldaten ihr Leben am Hindukusch. 2010 war mit 711 Todesopfer das bislang verlustreichste Jahr für die internationalen Truppen in Afghanistan gewesen.

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