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22.03.2016

11:35 Uhr

Terror in Belgien

Explosionen am Flughafen und in der Metro

VonRuth Berschens, Désirée Linde, Stefan Kaufmann

Bei Explosionen am Brüsseler Flughafen und in der Metro hat es mehrere Tote und Verletzte gegeben. Vor den Detonationen in der Abflughalle des Airports sollen Schüsse gefallen sein, Zeugen berichten von arabischen Rufen.

Terror in Brüssel

Mehrere Explosionen am Brüsseler Flughafen

Terror in Brüssel: Mehrere Explosionen am Brüsseler Flughafen

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BrüsselBei Explosionen am Brüsseler Flughafen Zaventem und in einer U-Bahn-Station sind am Dienstag mehr als zwanzig Menschen getötet worden. Wie ein Sprecher der Feuerwehr der Nachrichtenagentur AFP sagte, starben durch die Explosionen am Flughafen mindestens elf Menschen. In der U-Bahn-Station Maelbeek seien „durch eine sehr starke Explosion“ nach vorläufigen Erkenntnissen etwa zehn Menschen ums Leben gekommen. Eine dritte Explosion habe es nahe der Rue de la Loi im EU-Viertel gegeben.

Die Regionalregierung von Flandern hat den Flughafen nach dem Anschlag, für den die Staatsanwaltschaft einen Selbstmordattentäter verantwortlich macht, evakuiert. Außerdem wurde die Autobahn als auch die Bahnlinie zum Airport gesperrt. Für das Land gilt ab sofort die höchste Terrorwarnstufe. Behörden haben alle Bewohner der belgischen Hauptstadt aufgefordert, an einem sicheren Ort zu bleiben. Zudem wurden bis auf weiteres alle öffentlichen Verkehrsmittel gestoppt sowie Bahnhöfe geschlossen.

Bei der Detonation in der Abflughalle des Airports, in der sich zum Zeitpunkt der Explosionen sehr viele Menschen befunden haben, gab es offenbar mehrere Tote und etliche Verletzte. Der Sender RTBF berichtet unter Berufung auf Krankenhauskreise, bei den Explosionen seien mindestens zehn Menschen getötet und 30 verletzt worden. Die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtet wiederum, vor den beiden Explosionen im Flughafen seien arabische Rufe und Schüsse gehört worden.

In der Metrostation Maelbeek – rund 13 Kilometer vom Flughafen und nur 500 Meter vom Sitz der EU-Kommission entfernt – gab es fast zeitgleich ebenfalls eine Explosion, Rauch stieg auf. Der Sprengsatz wurde in einer gerade eingefahrenen U-Bahn ausgelöst. Bilder vom Tatort zeigten einen völlig zerstörten Wagen. Sicherheitskräfte sperrten den Bereich im Stadtzentrum ab.

Terroranschläge auf Flughäfen

März 2016

Bei der Explosion einer Laptop-Bombe auf einem Flughafen im Krisenstaat Somalia werden mindestens sechs Menschen verletzt. Der Sprengsatz explodiert an einem Kontrollpunkt im Flughafen der Stadt Beledweyne.

Dezember 2015

Militante Kurden greifen einen Istanbuler Flughafen mit Mörsergranaten an. Eine Reinigungskraft kommt ums Leben, mehrere Flugzeuge werden beschädigt.

Juni 2014

Ein libanesischer Selbstmordattentäter sprengt sich in einem mit israelischen Touristen besetzen Reisebus am Flughafen von Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste in die Luft. Sieben Menschen sterben, mehr als 30 werden verletzt.

Juni 2014

Taliban-Kämpfer greifen als Polizisten getarnt einen Flughafen in Karachi (Pakistan) an. Bei stundenlangen Gefechten werden die zehn Angreifer und Dutzende weitere Menschen getötet.

März 2011

Ein Kosovo-Albaner erschießt am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer. 2012 wird er zu lebenslanger Haft verurteilt.

Januar 2011

Bei einem Selbstmordanschlag auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo sterben mindestens 37 Menschen. Die Ermittler machen Islamisten aus dem Nordkaukasus verantwortlich.

Juni 2007

Brandanschlag auf den Flughafen Glasgow: Islamisten versuchen, mit einem brennenden Jeep in die Terminalhalle vorzudringen. Der Fahrer stirbt, es gibt mehrere Verletzte.

Dezember 2006

Bei einem Bombenanschlag auf dem Madrider Flughafen Barajas kommen zwei Menschen ums Leben. Parkdecks stürzen ein. Urheber ist die baskische Separatistenorganisation ETA.

Nach Augenzeugenberichten ereignete sich die erste Explosion im Flughafen in der Abflughalle im der Nähe der Check-In-Schalter. Unter den Verletzten befänden sich sehr viele uniformierte Mitarbeiter von Brussels Airlines und vom Flughafen Brüssel. Der Sender Sky News in London meldet, eine Explosion habe sich in der Nähe des Schalters der Fluggesellschaft American Airlines ereignet. Fernsehbilder zeigten Rauch aus dem Flughafenterminal aufsteigen, dessen Fenster zersplittert sind. Zeugen berichteten von zwei lauten Explosionen, Menschen flüchteten in Panik aus dem Flughafengebäude.

Der niederländische Reporter Dennis Kranenburg, der zufällig am Brüsseler Flughafen war, berichtete im niederländischen Radio: „Wir kamen gerade an und wollten einchecken. Da war in etwa 30, 40 Meter Entfernung ein riesiger Lichtblitz. Große Brocken von der Decke fielen runter. Jeder fing an zu schreien und die Leute rannten weg.“

Die Flüge zum Brüsseler Flughafen werden nun umgeleitet. Das berichtete der Sender La Première am Dienstag unter Berufung auf die belgische Flugaufsichtsbehörde Belgocontrol. Das Krisenzentrum rief Flugreisende auf, nicht zum Flughafen zu kommen.

Islamistischer Terror in Europa

November 2015

Am 13. November explodiert während eines Freundschaftsspiels zwischen der französischen und der deutschen Fußballnationalmannschaft im Pariser Stade de France eine Bombe. Mit Maschinengewehren bewaffnete Terroristen stürmen Cafés, Bars und die Konzerthalle Bataclan. Zwei weitere Explosionen später sind 130 Menschen tot und 352 verletzt, davon 97 schwer. Auch sieben der bisher 11 festgestellten Täter sterben. Einen Tag später bekennt sich die Terror-Organisation „Islamischer Staat“ zu der Tat.

Februar 2015

In Kopenhagen eröffnet ein Täter auf einer Diskussionsveranstaltung das Feuer, ein Mensch stirbt. Er kann fliehen. Wenige Stunden später erschießt er einen jüdischen Wachmann vor der Synagoge der dänischen Hauptstadt. Wenig später stirbt er im Kugelhagel der Polizei.

Januar 2015

Bei einem Attentat auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ sterben in Paris zwölf Menschen. Die beiden Täter kommen zwei Tage später bei einer Polizeiaktion ums Leben. Zu dem Anschlag bekennt sich die Terrororganisation Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel.

Mai 2014

Im Jüdischen Museum in Brüssel erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird der Mann festgenommen.

Dezember 2013

Bei Selbstmordanschlägen in der russischen Stadt Wolgograd sterben 34 Menschen im Bahnhof und in einem Bus. Islamisten aus dem Nordkaukasus bekennen sich zu den Attentaten.

März 2011

Ein Kosovo-Albaner erschießt am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer.

Januar 2011

Bei einem Selbstmordanschlag auf dem internationalen Moskauer Flughafen Domodedowo sterben mindestens 37 Menschen. Die Ermittler machen Islamisten aus dem Nordkaukasus verantwortlich.

Dezember 2010

Bei einem Sprengstoffanschlag in der Stockholmer Fußgängerzone stirbt der Attentäter. Hintergrund war vermutlich der Einsatz schwedischer Soldaten in Afghanistan.

März 2010

Die vier Mitglieder der islamistischen Sauerland-Gruppe müssen wegen geplanter Terroranschläge in Deutschland für bis zu zwölf Jahre ins Gefängnis.

Januar 2010

Gut vier Jahre nach der Veröffentlichung seiner Mohammed-Karikaturen in der Zeitung „Jyllands-Posten“ entkommt der dänische Zeichner Kurt Westergaard nur knapp einem Attentat.

Juli 2006

Im Kölner Hauptbahnhof werden in zwei Zügen Bomben gefunden, die wegen eines technischen Fehlers nicht explodierten. Der „Kofferbomber von Köln“ wird zu lebenslanger Haft verurteilt.

Juli 2005

Vier Muslime mit britischem Pass zünden in der Londoner U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

März 2004

Bei Sprengstoffanschlägen auf Pendlerzüge in Madrid sterben 191 Menschen, etwa 1500 werden verletzt.

Belgien erhöhte nach den Anschlägen die Terrorwarnstufe laut der Regierung auf die vierte und damit höchstmögliche Stufe. Die niederländische Zeitung „Volkskrant“ meldet, dass auch in Holland Sicherheitsstufe erhöht wurde. In den Nachbarländern kommen Krisenstäbe zusammen. EU-Ratspräsident Donald Tusk twitterte: „Die EU gibt Brüssels Solidarität zurück und wird Brüssel, Belgien und Europa helfen, der Bedrohung durch den Terror entgegenzutreten.“

+++ Liveblog zu Anschlägen in Brüssel +++ : Polizei fahndet nach einem der Attentäter

+++ Liveblog zu Anschlägen in Brüssel +++

Polizei fahndet nach einem der Attentäter

Der IS hat sich zu den Terroranschlägen in Brüssel bekannt. Dabei sind am Dienstagmorgen mindestens 30 Menschen gestorben. Die belgischen Ermittler sind einem der Terroristen auf der Spur. Die Ereignisse im Liveblog.

In Brüssel galt bereits seit den Pariser Anschlägen im vergangenen November eine erhöhte Terrorwarnstufe. Mehrere der islamistischen Attentäter stammten aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek, der seitdem im Visier der Ermittler steht. Erst am Freitag war in Molenbeek Salah Abdeslam gefasst worden, der seit den Anschlägen in der französischen Hauptstadt als Mittäter gesucht wurde. Er soll mit mehreren Komplizen weitere Attentate in Brüssel geplant haben.

Kommentare (13)

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Herr Ragin Allraun

22.03.2016, 09:51 Uhr

 
Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Josef Steiner

22.03.2016, 09:53 Uhr

 
Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Michael K

22.03.2016, 10:04 Uhr

> Mein Beileid für Angehörige, Freunde und gute Besserung den Verletzten <

Alles weiter hier zu kommentieren empfinde ich zum jetzigen Zeitpunkt fehl am Platz, dazu habe ich schon zu viel geschrieben/kommentiert. Änderungen sind nicht zu erwarten - außer das unsere Freiheit weiter eingeschränkt wird - in welcher Form auch immer. Willkommen im Osten.

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