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16.01.2015

16:07 Uhr

Terror in Belgien

Exportschlager Dschihadisten

VonStefan Kreitewolf

Gefahr im Verzug: Belgien gilt als hochgefährdet für islamistischen Terror. Das kleine Land stellt, auf die Einwohnerzahl gerechnet, die meisten Dschihad-Legionäre für den IS im Nahen Osten. Nun reagiert die Regierung.

Terror in Belgien

13 mutmaßliche Islamisten verhaftet

Terror in Belgien: 13 mutmaßliche Islamisten verhaftet

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DüsseldorfDas Bild wackelt, der Ton knarrt: Es sind Schüsse und Explosionen, Schreie und Kommandorufe zu hören. Das Youtube-Video versetzt den Zuschauer in Angst und Schrecken. Es soll die missglückte Razzia gegen Terroristen in der belgischen Kleinstadt Verviers zeigen, bei der mindestens zwei Menschen ums Leben kamen.

Knapp zwanzig Kilometer von der deutschen Grenze entfernt offenbarte sich am späten Donnerstagabend ein belgisches Problem mit internationaler Tragweite: Der deutsche Nachbar hat ein Problem mit radikalen Dschihadisten. Aus Belgien stammen besonders viele Legionäre für den Kampf der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien und dem Irak.

Zahlen von „Radio Free Europe“ untermauern diesen Verdacht: Aktuell sollen insgesamt rund 300 Personen mit belgischer Staatsbürgerschaft in Syrien und dem Irak für den IS kämpfen.

Belgien und der Islamismus

Anschlag auf Jüdisches Museum

Am 24. Mai 2014 erschießt der Islamist Mehdi Nemmouche bei einem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel vier Menschen. Der Täter ist Franzose. Er wird später im südfranzösischen Marseille verhaftet und nach Belgien ausgeliefert. Nemmouche ist bislang nicht verurteilt.

Belgische Kämpfer in Syrien

Aus keinem EU-Land sind hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung so viele Kämpfer in den syrischen Bürgerkrieg gezogen wie aus Belgien. Das berichtete das britische Magazin „The Economist“ im Vorjahr. Nach einer aktuellen Auflistung des Thinktanks Brookings reisten bislang bis zu 650 Kämpfer aus Belgien in das Konfliktland.

Syrien-Rückkehrer in Verviers

In der Stadt Verviers sollen nach Angaben des belgischen TV-Senders RTL-Info bis zu zehn Syrien-Rückkehrer gelebt haben. Verviers hat etwa 50.000 Einwohner und liegt rund 35 Kilometer südwestlich von Aachen.

Paris-Attentäter mit Kontakt nach Belgien

Einer der Attentäter, die das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo in Paris im Januar 2015 angriffen, hatte Verbindungen nach Belgien. Ein Mann aus dem südbelgischen Charleroi hatte in den vergangenen Monaten mit Amedy Coulibaly über den Kauf eines Autos und von Waffen verhandelt. Die Polizei habe entsprechende Dokumente bei dem Verdächtigen gefunden, berichteten belgische Medien. Coulibaly hatte am Freitag in einem koscheren Supermarkt in Paris Geiseln genommen und vier Menschen erschossen. Er selbst wurde anschließend von der Polizei getötet. Auch einige der Terroristen der Pariser Attentate vom November 2015 kamen ursprünglich aus Belgien.

Die konservative US-Denkfabrik Brookings geht sogar von bis zu 650 IS-Kämpfern aus Belgien aus. Zum Vergleich: Aus dem acht Mal größeren Deutschland stammt dieselbe Zahl islamistischer Terror-Touristen. Hochgerechnet auf die insgesamt 11,4 Millionen Einwohner des kleinen Landes ist Belgien damit das westeuropäische Land, aus dem die meisten IS-Kämpfer abwandern. 27 Kämpfer pro einer Million Einwohner: In keinem anderen EU-Staat ist ihr Anteil höher.

Allein aus Verviers, einer Stadt mit nur knapp 55.000 Einwohnern, sollen belgischen Medien zufolge etwa zehn Menschen in Terrorcamps ausgebildet worden sein. Einige von ihnen seien erst vor Kurzem zurückgekehrt.

Zwar versichern die belgischen Behörden „rund um die Uhr am Problem der zurückgekehrten Kämpfer“ zu arbeiten. Am Tag nach der Anti-Terror-Aktion war die Unsicherheit in Belgien dennoch spürbar. Die Regierung rief die zweithöchste Terrorwarnstufe aus. Polizeiwachen wurden verbarrikadiert; die jüdischen Schulen in Brüssel und Antwerpen blieben geschlossen. Das Auswärtige Amt rät zu erhöhter Wachsamkeit in Belgien.

Kommentare (2)

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Herr Peter Spiegel

16.01.2015, 15:39 Uhr

Islam-Murksel will bestimmt auch ein paar Dschihadisten umsonst haben. Die gehören doch auch zu Deutschland.

Frau Margrit Steer

16.01.2015, 17:00 Uhr

Noch haben wir Ruhe.
Ich befürchte aber, dass wir olche Dinge auch bekommen
Ganz besondrs, nachdem diese Merkel denIslam so aufgewertet hat

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