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23.11.2015

12:13 Uhr

Terror in Brüssel

Bloß keine Panik!

VonThomas Ludwig

In Belgien gilt immer noch die höchste Terrorstufe. Doch eine Geisterstadt ist Brüssel deshalb nicht. Die Stadt stemmt sich gegen die Angst. Und doch gibt es Momente der Beklemmung. Unser Korrespondent berichtet.

Die Brüssler wollen sich nicht von der Terrorwarnung unterkriegen lassen. dpa

Militär in Brüssel

Die Brüssler wollen sich nicht von der Terrorwarnung unterkriegen lassen.

Die Polizei hat 16 Verdächtige festgenommen, sagen sie am Morgen im Radio. Salah Abdeslam, der derzeit in Belgien meistgesuchte Terrorist, sei aber nicht darunter. Ob er sich noch in Belgien aufhält? Das ist ungewiss. Ob er Waffen bei sich trägt? Sprengstoff? Das könnte sein. Als ich mich aufs Fahrrad setze, bin ich an diesem Morgen besonders vorsichtig – acht Kilometer vom Stadtrand Brüssels bis in die City liegen vor mir. Und der erste Nachtfrost des Herbstes hat Straßen und Radwege glatt gemacht. Da sollte man aufpassen.

Es ist ein strahlend blauer, klirrend kalter Morgen. Auf den Straßen herrscht weniger Verkehr als gewöhnlich. Die Radler freut es. Wie jeden Morgen kämpfen sie sich zahlreich die Avenue des Tervuren hoch, einen gut ein Kilometer langen Anstieg. Die Tram, die hier entlang fährt, ist leerer als sonst; die Schulen sind geschlossen. Die Schüler freuen sich über einen freien Tag. Stämmige Männer beladen einen Umzugswagen. „Die ersten Bewohner verlassen wegen Terrors die Stadt“, denke ich – und erinnere mich an die Darstellung der deutschen öffentlich-rechtlichen Medien am Abend zuvor.

Thomas Ludwig

Der Autor

Thomas Ludwig ist Handelsblatt-Korrespondent in Brüssel.

Die Bilder suggerierten einen Militärputsch oder Schlimmeres. Statements und Kommentare erinnerten mich an den Scheinriesen aus Jim Knopf: Je weiter er weg ist, umso größer sieht er aus. „Bei Euch alles klar? Oder müssen wir uns Sorgen machen?“, heißt es in der SMS eines Freundes aus Bochum. Wohltuend sachlich dagegen die belgischen Medien. Aufklärung, null Panikmache. Verständnis für das Vorgehen der Regierung. Brüssel wäre nicht Brüssel, wenn es auch im Ausnahmezustand nicht vor allem eines gäbe: Normalität. Von Geisterstadt keine Spur.

Die Anti-Terror-Strategie der G20

Prävention

Prävention und Abwehr von Terroranschlägen in „verstärkter internationaler Solidarität und Kooperation“.

Zusammenarbeit

Mehr Zusammenarbeit und Informationsaustausch beim Einfrieren der Vermögenswerte von Terroristen.

Bewegungsfreiheit von Terroristen einschränken

Sie werden als Gefahr für die Ursprungs-, Transit- und Zielländer eingestuft. Deshalb Informationsaustausch über die Bewegungen von Terroristen, besserer Grenzschutz, strafrechtliche Verfolgung illegaler Reisen.

Kampf gegen Propaganda

Verbesserte Sicherheit im globalen Luftverkehr, Abwehr der Radikalisierung und Rekrutierung durch Terroristen, Kampf gegen terroristische Propaganda im Internet, Gegenpropaganda

Die Rolle der Vereinten Nationen

Unterstützung der Zivilgesellschaft bei der Abwehr von gewalttätigem Extremismus. Vereinte Nationen sollen zentrale Rolle spielen. Die Staaten sagen zu, im Kampf gegen den Terror internationales Recht und die Uno-Konventionen für Menschen- und Flüchtlingsrechte einzuhalten.

Entlang der Straßen parken auch an diesem besonderen Montag die Kastenwagen der Handwerker. Sie erneuern Fenster, reparieren Dächer und verlegen Heizungsrohre. Das Café, in dem ich alltäglich meinen Kaffee to go samt Croissant hole, ist voller Menschen. Gedrückte Stimmung? Fehlanzeige. Die Menschen beherzigen offenbar, den Wunsch des Innenminister Jan Jambon, nicht in Panik zu verfallen. „Das ökonomische und soziale Leben muss weitergehen“, mahnte der Minister am Morgen im Sender VRT. Auch die EU-Kommission ist geöffnet. An postierte, schwer bewaffnete Soldaten hat man sich dort länget gewöhnt; seit den Anschlägen auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo gehört Militär im Viertel zum Stadtbild.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

23.11.2015, 13:40 Uhr

Bloß keine Panik ???????????????

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Der Deutscher STAAT ist der größter Panikmacher Weltweit !!!

Einen Fußballspiel vollkommen unbegründet abgesagt !

Damit hat man besser als je zuvor bewiesen dass die EU-Polizei KEINEN HELLSEHER oder auch MENSCHEN MIT DURCHBLICK für sich arbeiten haben...

sonst hätte man sich WELTWEIT NICHT SO BLAMIERT !!!

LACH PLATTE was wir in der EU für Polizei und GEHEIMDIENSTE haben...

beschatten Menschen die nichts tun rund um die UHR... ABER VERBRECHER GELINGT ES IMMER MEHR DAS MORDEN !!!

SCHÄMT EUCH IHR MÖCHTEGERNE WELTWEITE GEHEIMDIENSTE !!!

IHR SEID EINE WEITERE SCHANDE FÜR UND IN EUROPA !!!

Das Internet vergisst nichts...na dann hoffentlich diese Backpfeife auch nicht !



Account gelöscht!

23.11.2015, 13:58 Uhr

Außerdem muss man in Europa einführen dass :

- Bei Terroristen suche innerhalb Europas...

SÄMTLICHE TAGESZEITUNGEN IN DER TITELSEITE, direkt unter dem eigenen Namen...Rechts oder Links...10x10 CM ...TÄGLICH... die FOTOS DER GESUCHTE TERRORISTEN BRINGT...da nicht jeder jeden Tag die Zeitung kauft und nicht jeder einen Fotografischen Guten Gedächtnis hat.

DAZU: Sollte jedem Flüchtling in Europa der Tipps zum ergreifen eines solchen Terroristen gibt...SOFORT EINE EU-STAATSANGEHÖRIGKEIT GEGEBEN WERDEN...denn nichts beweist mehr dass man in Europa sich integrieren will wie die Tipps abgeben um den Terror in Europa nicht weiter ausdehnen zu lassen.

POLIZEI und GEHEIMDIENSTE in EUROPA sitzen in BÜROS und AUTOS...

die Flüchtlinge sind auf der Strasse und bekommen es schneller mit...

also auf was wartet die EU-Politik in Brüssel noch ???

AUFWACHEN BRÜSSEL !!!


Frau Annette Bollmohr

23.11.2015, 13:59 Uhr

Leute, Panik vernebelt bloß den Verstand (und verdirbt einem obendrein auch noch die Freude am Leben).

Also, machen wir uns mal einiges klar:

Erstens, an irgendwas sterben wir sowieso (und das auch nur einmal).
Die Wahrscheinlichkeit, dass dies an etwas anderem geschieht als einem Terroranschlag ist immer noch ungleich höher. Und überhaupt, was sollen da erst die Bewohner der meisten außereuropäischen Städte (z.B. von - um nur einige wenige Beispiele zu nennen) Bagdad, Kabul, Mogadischu, Bamako, irgendeiner Stadt in Syrien, usw. usf. machen?!!

Es lohnt sich also in keinem Falle, irgendwelchen offensichtlich von allen guten Geistern verlassenen Verführten den Gefallen zu tun, den Auswüchsen ihrer kranken Machtphantasien auch nur die geringste Macht über unsere Gedanken und Verhaltensweisen zu erlauben.

Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass wir hier ebenso motivierte wie kompetente und fähige Profis haben, die ihr Bestes geben, um die Menschen vor dieser Bedrohung zu schützen.

Schadet aber bestimmt nichts, wenn auch jeder von uns seinen Mitmenschen ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken würde. Wohlgesonnene natürlich.

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