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12.05.2016

19:28 Uhr

Terror in der Türkei

Acht Verletzte bei Anschlag auf Militärstützpunkt in Istanbul

Die Anschlagsserie in der Türkei reißt nicht ab: Erneut wurden mehrere Menschen in Istanbul bei einer Explosion verletzt. Neben fünf Soldaten kamen auch Zivilisten zu Schaden. Auch umliegende Gebäude wurden beschädigt.

Die Autobombe explodierte nahe einer militärischen Einrichtung. Reuters

Rettungswagen

Die Autobombe explodierte nahe einer militärischen Einrichtung.

IstanbulBei einem Anschlag auf einen Militärstützpunkt in Istanbul sind am Donnerstag acht Menschen verletzt worden. Eine Autobombe sei nahe dem Eingang zur Basis im Viertel Sancaktepe explodiert, als gerade ein Militärwagen vorbeigefahren sei, sagte Bezirksbürgermeister Ismail Erdem.

Verwundet wurden nach offiziellen Angaben fünf Militärangehörige und drei Zivilisten, einer von ihnen schwer. Erdem sagte, es handele sich zumeist um Schnittwunden durch zerbrochenes Glas. Die private Nachrichtenagentur Dogan zeigte Videoaufnahmen von dem brennenden Auto, in dem die Bombe platziert war. An umliegenden Gebäuden zerstörte die Wucht der Detonation die Fenster.

In den vergangenen Monaten war es in der Türkei zu mehreren Anschlägen gekommen, für die teils kurdische Rebellen, teils Extremisten der Terrormiliz Islamischer Staat verantwortlich gemacht wurden. Erst am Dienstag hatte eine Autobombe in der mehrheitlich kurdischen Stadt Diyarbakir im Südosten der Türkei drei Menschen in den Tod gerissen. Vor allem die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK nimmt immer wieder Sicherheitskräfte ins Visier.

Tödliche Anschläge in der Türkei (Chronik)

Oktober 2016

Am 6. Oktober begeht die TAK einen Bombenanschlag in Istanbul. Auch die PKK attackiert türkische Polizisten in Hakkari. Am 14. Oktober kommt es zu einem Raketenangriff auf die Touristenprovinz Antalya. Der letzte Anschlag ist bisher ungeklärt.

September 2016

Auch im folgenden Monat schlägt die PKK mehrmals zu: mit einer Autobombe in der türkischen Stadt Van sowie mehreren weiteren Bombenanschlägen in der Südosttürkei sowie in Mardin.

August 2016

Am 17. August begeht die kurdische Terrororganisation PKK einen Anschlag auf ein Polizeihauptquartier in Elazig. Wenige Tage später kommt es zu einer Attacke ebenfalls auf eine Polizeistation in Cizre, für die auch die PKK verantwortlich gemacht wird.

Februar 2016

Die kurdisch-sozialistische Terrororganisation TAK (deutsch: Freiheitsfalken Kurdistans) begeht einen Bombenanschlag auf ein Militärfahrzeug in Ankara. In den folgenden Monaten tritt die Gruppe mehrfach in Erscheinung: Sowohl im März als auch im Juni und Oktober 2016 legen die Terroristen erneut Bomben in Istanbul, Ankara und Midyat.

Oktober 2015

Am Rande einer regierungskritischen Demonstration in der Hauptstadt Ankara reißen zwei Sprengsätze mehr als 100 Menschen in den Tod. Die Staatsanwaltschaft macht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich.

Quelle: dpa

September 2015

Bei einem Bombenanschlag in Igdir in der Osttürkei werden zwölf Polizeibeamte getötet. Zuvor starben bei einem Angriff der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari 16 Soldaten.

August 2015

Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in der Millionenmetropole Istanbul werden mindestens vier Menschen getötet. Zwei Frauen greifen zudem das US-Konsulat an, eine wird festgenommen. Sie soll Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C sein.

Juli 2015

Im südtürkischen Grenzort Suruc reißt ein Selbstmordattentäter 33 pro-kurdische Aktivisten mit in den Tod. Die Behörden machen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, die sich allerdings nie zu der Tat bekennt.

Juni 2015

Zwei Tage vor der türkischen Parlamentswahl verüben Unbekannte in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir einen Sprengstoffanschlag auf eine Veranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Mindestens vier Menschen sterben. Die türkische Regierung macht den IS verantwortlich.

Mai 2013

Bei der Explosion zweier Autobomben in der Grenzstadt Reyhanli werden mehr als 50 Menschen getötet. Die Regierung beschuldigt türkische Linksextremisten mit Kontakten zum Regime im benachbarten Syrien.

September 2011

Drei Menschen sterben in der türkischen Hauptstadt Ankara, als im Regierungsviertel eine Bombe explodiert. Eine Splittergruppe der PKK bekennt sich zur Tat.

Von

ap

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