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24.11.2016

17:29 Uhr

Terror in der Türkei

Tote bei Anschlag vor Gouverneursamt in Adana

Eine Bombe explodiert vor dem Gouverneursamt in Adana und tötet zwei Menschen. Ein weiterer kann offenbar gerade so vereitelt werden. Doch wer steckt dahinter?

Türkei

Mehrere Tote bei schwerer Explosion vor Regierungsgebäude

Türkei: Mehrere Tote bei schwerer Explosion vor Regierungsgebäude

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IstanbulBei einem Anschlag vor dem Gouverneursamt in der südtürkischen Provinzhauptstadt Adana sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen getötet und 33 verletzt worden. Eine Autobombe sei am Donnerstag auf dem Parkplatz in der Nähe des Eingangs des Amtsgebäudes detoniert, meldete die Nachrichtenagentur DHA. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Für zahlreiche Anschläge in der Türkei werden die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK oder die Terrormiliz Islamische Staat (IS) verantwortlich gemacht.

Nach einem Gespräch mit dem Gouverneur verurteilte der türkische EU-Minister Ömer Celik den „Terror“, den die Regierung bis zum Ende bekämpfen werde. Auf Fernsehbildern war zu erkennen, dass die Wucht der Explosion Fensterscheiben in dem mehrstöckigen Gouverneursgebäude zum Bersten brachte. Die Behörden verhängten eine Nachrichtensperre, die nicht für offizielle Verlautbarungen gilt.

Die Kurden - ewiger Streit

Kurdengebiete

Das Kurdengebiet erstreckt sich vom Osten der Türkei über Syrien, bis in den Irak und Iran. Kurdische Nationalisten fordern seit jeher ein eigenes Staatsgebiet für die Kurden. Die Staaten in diesem Gebiet, allen voran die Türkei, lehnen das jedoch ab.

Tradition und Religion

Die Kurden sind eine Bevölkerungsgruppe mit einer eigenen Sprache, traditionellen Festen, Musik und Literatur und einer eigenen kurdischen Küche. Religiös sind die Kurden hingegen gespalten: Die Mehrheit der Kurden sind Sunniten. Daneben gibt es, wenn auch wenige, Schiiten, Jesiden, Christen und Juden.

Politik

In der Türkei, in Syrien und im Iran gründeten Kurden eigene Parteien, die jedoch zum Teil nur im Untergrund agieren können, da sie von den nationalen Regierungen unterdrückt werden. Die wohl bekannteste von ihnen ist die PKK in der Türkei. Nur die autonome Region Kurdistan, im Irak, hat ein eigenes Parlament und wählt ihren eigenen Präsidenten.

Türkei Konflikt

Der Konflikt zwischen der Türkei und der PKK gilt als der längste Konflikt zwischen Kurden und der türkischen Regierung. Die PKK fordert seit ihrer Gründung im Jahr 1978 einen unabhängigen Kurdenstaat. Diesen versucht sie, zum Teil auch gewaltsam, durchzusetzen. Die Türkei lehnt einen autonomen Kurdenstaat ab und ging ihrerseits immer wieder militärisch gegen die PKK vor. Die PKK wird von der der Türkei, von den USA und von der EU als terroristische Vereinigung eingestuft.

Sport

Die beliebteste Sportart in der autonomen Region Kurdistan ist Fußball. Vor zehn Jahren gründete sich der kurdische Fußballverband „Kurdistan Football Association“, in dem heute 24 Mannschaften spielen. Außerdem gibt es eine kurdische Fußballauswahl, die von der FIFA jedoch nicht anerkannt wird und deshalb nicht an den Weltmeisterschaften teilnehmen darf.

Bei dem anschließenden Einsatz in Adana habe die Polizei den Fahrer eines mutmaßlich mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugs angeschossen, meldete DHA weiter. Der Fahrer werde im Krankenhaus behandelt. In der Nähe Adanas liegt der Nato-Luftwaffenstützpunkt Incirlik, auf dem auch deutsche Soldaten stationiert sind. Von dort aus fliegt die Militärallianz gegen den IS Luftangriffe im Nachbarland Syrien.

Die Türkei ist seit August mit Bodentruppen in Kämpfe in Syrien involviert. Sie bekämpft im Norden des Landes gemeinsam mit sunnitischen Milizen den IS, aber auch die Kurdenmilizen der YPG, die Verbündete der USA sind. DHA berichtete, bei einem Militäreinsatz am Donnerstagmorgen in der Region al-Bab seien drei türkische Soldaten getötet und zehn weitere verletzt worden. Die Berichte über die Umstände sind widersprüchlich.

Kommentare (1)

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24.11.2016, 12:18 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

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