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24.05.2017

11:28 Uhr

Terror in Manchester

Wer war Salman Abedi?

VonKatharina Slodczyk

Die britische Polizei hat den Namen des mutmaßlichen Täters des Anschlags von Manchester genannt. Der 22-jährige Mann hat libysche Wurzeln. Er galt als zurückhaltend und respektvoll.

Terrorwarnstufe erhöht

Theresa May: „Ein weiterer Anschlag könnte bevorstehen“

Terrorwarnstufe erhöht: Theresa May: „Ein weiterer Anschlag könnte bevorstehen“

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ManchesterNach dem letzten Lied der US-Popsängerin Ariane Grande explodierte der Sprengsatz – offenbar ausgelöst von Salman Abedi, einem 22-jährigen Mann aus Manchester mit libyschen Wurzeln. Die britische Polizei hat den Namen des mutmaßlichen Täters des Selbstmordanschlags von Manchester öffentlich gemacht, der 22 Konzertbesucher und sich selbst in den Tod riss.

Mit weiteren Details halten sich die Ermittler aber bisher zurück. Medien zeichnen auf der Basis von Gesprächen mit Abedis Freunden und Nachbarn das Bild eines eher zurückhaltenden jungen Mannes. „Salman? Ich bin sehr erstaunt, dass er der Täter gewesen sein soll“, sagte ein Mitglied der libyschen Gemeinde von Manchester der Tageszeitung „Guardian“. „Er war ein so ruhiger Junge, immer respektvoll.” Er habe nie gedacht, dass Salman Abedi zu dem fähig sein könnte, was er getan haben soll.

++ Nach dem Manchester-Anschlag ++: Polizei nimmt fünften Verdächtigen fest

++ Nach dem Manchester-Anschlag ++

Polizei nimmt fünften Verdächtigen fest

Nach dem Selbstmordanschlag von Manchester hat Großbritannien die Terror-Warnstufe angehoben. Die Bedrohungslage wird als kritisch eingestuft. Die neusten Entwicklungen nach dem Manchester-Anschlag im Newsblog.

Nach Medienberichten wurde Abedi in Manchester geboren, seine Eltern stammen aus Libyen, wo sie inzwischen wohl auch wieder leben. Abedi studierte nach Informationen der BBC an der Salford University in Manchester, brach sein Studium aber ab und arbeitete später in einer Bäckerei. Er soll Fan von Manchester United gewesen sein und in seiner Jugend ein guter Fußballspieler.

Seine Familie wird zwar als sehr religiös, aber politisch eher moderat beschrieben. Britischen Zeitungen zufolge war Abedi den Geheimdiensten wohl bekannt, stand aber nicht unter besonderer Beobachtung. Wie er sich radikalisiert habe, sei noch unklar.

Die Polizei konzentriert sich bei den Ermittlungen derzeit unter anderem auf die Frage, ob der mutmaßliche Täter allein gehandelt hat oder Teil einer Gruppe war. Es sei denkbar, dass ein Netzwerk hinter dem Attentat stecke, sagte Premierministerin Theresa May am Dienstagabend, als sie die höchste Terrorwarnstufe verkündete. Fachleute vermuten ebenfalls, dass der Selbstmordattentäter Helfer hatte. Denn der Bau des Sprengsatzes, der in Manchester zum Einsatz kam, gilt als recht komplex.

Terrorismus in europäischen Metropolen

Paris - 20. April 2017

Auf dem Pariser Boulevard Champs-Élysées schießt ein Islamist mit einem Sturmgewehr in einen Polizeiwagen. Ein Beamter wird getötet, zwei weitere Polizisten und eine deutsche Passantin werden verletzt. Die Polizei erschießt den Angreifer, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert die Attacke für sich.

Stockholm - 7. April 2017

Ein gekaperter Lastwagen rast in einer Einkaufsstraße erst in eine Menschenmenge und dann in ein Kaufhaus. Fünf Menschen werden getötet, 15 verletzt. Noch am selben Tag nimmt die Polizei einen 39-jährigen Usbeken unter Terrorverdacht fest.

London - 22. März 2017

Ein Attentäter steuert ein Auto absichtlich in Fußgänger auf einer Brücke im Zentrum Londons und ersticht anschließend einen Polizisten. Von den Opfern auf der Brücke erliegen vier ihren Verletzungen. Sicherheitskräfte erschießen den Täter.

Paris - Februar, März 2017

Auf dem Flughafen Orly versucht ein Mann, einer patrouillierenden Soldatin das Gewehr zu entreißen, und wird erschossen. Erst Anfang Februar war nahe dem Louvre-Museum ein Ägypter niedergeschossen worden, der sich mit Macheten auf eine Militärpatrouille gestürzt hatte.

Berlin - Dezember 2016

Kurz vor Weihnachten wird die Hauptstadt zum Ziel eines Terroranschlags. Zwölf Menschen kommen um, als ein IS-Anhänger einen gekaperten Lkw in einen Weihnachtsmarkt steuert. Wenige Tage später wird der 24 Jahre alte Tunesier bei einer Polizeikontrolle nahe Mailand erschossen.

Nizza - Juli 2016

Ein Attentäter rast mit einem Lastwagen auf der Strandboulevard in eine Menschenmenge. Mindestens 86 Menschen sterben. Der IS ist nach Angaben seines Verlautbarungsorgans Amak für den Anschlag verantwortlich.

Brüssel - März 2016

Mit mehreren Bomben töten islamistische Attentäter am Flughafen der belgischen Hauptstadt und in einer Metrostation 32 Menschen.

Istanbul - Januar 2016

Ein Selbstmordattentäter des IS zündet im historischen Zentrum mitten in einer deutschen Reisegruppe eine Bombe und reißt zwölf Deutsche mit in den Tod.

Paris - November 2015

Bei einer koordinierten Anschlagsserie am Stade de France, mehreren Restaurants und dem Musikklub „Bataclan“ töten IS-Anhänger 130 Menschen, Hunderte werden verletzt.

Kopenhagen - Februar 2015

Ein arabischstämmiger 22-Jähriger feuert auf ein Kulturcafé, ein Mann stirbt. Vor einer Synagoge erschießt der Attentäter einen Wachmann, bevor ihn Polizeikugeln tödlich treffen.

Paris - Januar 2015

Bei einem Attentat auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ und einen koscheren Supermarkt sterben 17 Menschen. Die beiden Täter kommen später bei einer Polizeiaktion ums Leben. Zu dem Anschlag bekennt sich die Terrororganisation Al-Kaida.

Brüssel - Mai 2014

Im Jüdischen Museum erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird er festgenommen. Als selbst ernannter „Gotteskrieger“ hatte er zuvor in Syrien gekämpft.

London - Juli 2005

Vier Islamisten mit britischem Pass zünden in der U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

Madrid - März 2004

Bei islamistisch motivierten Bombenanschlägen auf Pendlerzüge sterben in der spanischen Hauptstadt 191 Menschen, rund 1500 werden verletzt.

Salman Abedi soll jüngst erst in Libyen gewesen sein, schreibt die „Times“ und zitiert einen Freund Abedis: „Er reiste vor drei Wochen nach Libyen“ und sei erst vor wenigen Tagen wieder zurückgekommen. Nach Angaben des französischen Innenministers Gérard Collomb könnte er auch nach Syrien weitergereist sein. Wir wissen heute nur das, was die britischen Ermittler uns mitgeteilt haben“, sagte Collomb dem Sender BFMTV. Der Brite sei libyscher Herkunft, aber in Großbritannien aufgewachsen und habe sich „plötzlich nach einer Reise nach Libyen und dann wahrscheinlich nach Syrien radikalisiert und hat entschieden, diesen Anschlag zu begehen“.

Ermittler versuchen nun offenbar herauszufinden, ob er dort Kontakt zu Mitgliedern des „Islamischen Staats“ (IS) hatte. Die Terrororganisation bekannte sich zu der Tat. Es ist allerdings unklar, ob sie wirklich dahintersteckt.

Mohammed Saeed El-Saeiti, der Imam der Didsbury-Moschee in Manchester, gehört zu den wenigen, die Abedi im Gespräch mit britischen Medien als einen Extremisten bezeichnen. Das sei ihm bei einer kritischen Rede über den „Islamischen Staat“ aufgefallen. Abedi habe ihm da sein hasserfülltes Gesicht offenbart, so der Imam gegenüber dem „Daily Telegraph“. „Ich konnte erkennen, dass er mich nicht mag.“ Er sei daher nicht überrascht über das, was der 22-Jährige getan habe.

Kommentare (12)

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Herr Günther Schemutat

24.05.2017, 11:29 Uhr

Auch in England kennt man die Täter wie auch in Deutschland, dass sollte die Bürger beruhigen. So ist nach jedem Anschlag Gewährleistet das der/die Täter sofort verhaftet werden können. Vorbeugung geht in einem liberalen Staat natürlich nicht, dass sehen wir im normalen Leben. Da können Menschen mit dem Tod bedroht werden , aber die Polizei ist rechtlich machtlos. Ist die bedrohte Person tot, ja dann
kommt der Rechtsstaat und der /di Tote kann sich freuen in so einem Rechtsstaat tot zu sein.

Herr Hans-Jörg Griesinger

24.05.2017, 12:00 Uhr

Mich würde mal von Seiten der Politik interessieren, was man zukünftig gegen Terroranschläge mit zivilen Toten auf europäischen Boden unternehmen möchte?
Würde gerne von Frau Dr. Merkel dazu eine Stellungnahme erhalten, da sie ja in der Regierungsverantwortung steht und mit dafür sorgte, dass millionenfache unkontrollierte Zuwanderung nach Europa erst ermöglicht wurde.
Natürlich hat die Politik an den Anschlägen und den Toten Mitschuld, denn sie hat es versäumt, schon vor Beginn der nicht gewünschten Massenzuwanderung für klare rechtliche Verhältnisse zu sorgen. Es sind nicht eben alles asylsuchende Flüchtlinge und Verfolgte, die hier bei in Europa erinreisen, sondern darunter sind Kriminelle und Terroristen, die nur ein Ziel verfolgen, erfogreiche Anschläge mit möglichst vielen Toten
aug europäischen Boden zu verüben. Sie tragen mit jedem weiteren Anschlag den Krieg nach Europa, bis sich irgendwann das Blatt wendet und sich die Opfer mit allen Mitteln gegen jegliche Form des Islam wehren werden.

Herr Tante Mila

24.05.2017, 12:07 Uhr

Beispielsweise böte es sich an zur Kenntnis zu nehmen, dass der angebliche Manchester-Attentäter überhaupt kein Einwanderer war.

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