Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.02.2015

15:02 Uhr

Terror in Nigeria

34 Tote bei Überfällen von Boko Haram

Der Terror geht weiter: Die Islamistengruppe Boko Haram bringt im Nordosten Nigerias 34 Menschen um. Die islamistischen Extremisten überfielen mehrere Dörfer. Armee und Bürgerwehr waren wieder einmal machtlos.

An der Grenze zwischen Nigeria und dem Niger: Menschen fliehen vor der Terrorgruppe aus ihrer Heimat. AFP

Auf der Flucht

An der Grenze zwischen Nigeria und dem Niger: Menschen fliehen vor der Terrorgruppe aus ihrer Heimat.

MaiduguriDie islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat nach Berichten von Anwohnern im Nordosten Nigerias mehrere Dörfer überfallen und mindestens 34 Menschen getötet. Die Angriffe ereigneten sich am Mittwoch und Donnerstag nahe der Städte Chibok und Konduga im Staat Borno, wie ein Mitglied einer örtlichen Bürgerwehr am Samstag mitteilte. In Chibok hatten Mitglieder von Boko Haram im vergangenen April mehr als 200 Schuldmädchen entführt, die nach wie vor vermisst werden.

Den Angaben zufolge töteten Bewaffnete der Gruppe am Mittwochabend mindestens zwölf Anwohner des Ortes Tamsu-Shehuri. Einen Tag später hätten sie das Nachbardorf Ladi-Shehuri attackiert, bevor Soldaten aus Konduga rund zwölf der Angreifer töten konnten, berichtete Aisami Bashir von einer Bürgerwehr weiter.

Ein Beamter der örtlichen Regierung, Suleiman Ali, sagte, 21 Menschen seien bei einem Angriff mutmaßlicher Boko-Haram-Kämpfer nahe Chibok getötet worden. Boko Haram lehnt westliche Einflüsse ab und will im überwiegend islamischen Nordosten des Landes einen Gottesstaat mit islamischer Rechtsprechung errichten.

Boko Haram - blutiger Islamistenterror für einen Gottesstaat

Die Terrorgruppe

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram führt im muslimischen Norden Nigerias einen Krieg für einen islamischen Staat.

Ziel

Ihr Ziel ist es, die Scharia (islamische Rechtsprechung) einzuführen.

Ursprünglich eine Sekte

Die Gruppe, ursprünglich als Sekte ins Leben gerufen und seit November 2013 auf der Terrorliste des US-Außenministeriums, soll Kontakte zu nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegern haben. Über Organisationsstrukturen und Mitgliederzahlen liegen keine gesicherten Informationen vor.

Mehr als 5000 Opfer

Die Boko Haram verübt in dem westafrikanischen Land seit Jahren blutige Anschläge, denen nach Schätzungen bereits über 5000 Menschen zum Opfer gefallen sind.

Mehr Attentate

Anfang 2014 verstärkten die Extremisten ihren Kampf. Seither kam es fast wöchentlich zu Angriffen, Attentaten und Entführungen.

Entführung in Nigeria

Nur in seltenen Fällen – wie bei der Entführung von über 200 Mädchen in der Provinz Borno im April vergangenen Jahres – bekannte sich Boko Haram zu den Taten. Von den Schülerinnen fehlt bis heute jede Spur

Weitere Angriffe

Die Behörden lasten der Gruppe aber zahlreiche weitere Angriffe auf Dörfer, Märkte, Polizeistationen, Schulen, Kirchen und Lokale an.

Seit 2009 kämpft die Gruppe mit Gewalt für ihre Ziele, Tausende Menschen kamen dabei bisher ums Leben. Über den Verbleib der entführten Schulmädchen ist nichts bekannt. Es wird vermutet, dass sie zwangsverheiratet wurden oder als Sexsklavinnen dienen müssen.

Von

ap

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×