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29.06.2014

13:33 Uhr

Terror in Nigeria

Elf Tote bei Anschlag im Rotlichtviertel

Die Gewaltwelle in Nigeria ebbt nicht ab. Ein Terrorangriff auf ein Hotel fordert neue Opfer. Elf Zivilisten kommen in einem Vergnügungsviertel ums Leben. Im Verdacht steht die islamistische Terrorgruppe Boko Haram.

Das Hotel in einem Vergnügungsviertel in Bauchi, Nigeria, liegt nach einem terroristischen Anschlag in Trümmern. dpa

Das Hotel in einem Vergnügungsviertel in Bauchi, Nigeria, liegt nach einem terroristischen Anschlag in Trümmern.

Bei einem Anschlag im Rotlichtviertel der nigerianischen Stadt Bauchi sind elf Menschen getötet und 28 weitere verletzt worden. Mehrere Angreifer warfen nach Polizeiangaben am Freitagabend in einem Hotel des Vergnügungsviertels Bayangari Sprengsätze und schossen wahllos auf Gäste und Personal. Ein Polizeisprecher sagte, das Hotel sei ein Bordell.

Fünf Männer in Militäruniformen seien in die Hotelhalle gekommen, berichtete der Augenzeuge Ahmed Maidoki der nigerianischen Nachrichtenagentur NAN. „Wir hatten uns zusammengesetzt, um gemeinsam Höhepunkte der Fußball-Weltmeisterschaft zu schauen.“

Zunächst blieb unklar, wer für den Anschlag in der nordnigerianischen Stadt verantwortlich war. Ein Mann sei im Zusammenhang mit dem Angriff festgenommen worden, so der Polizeichef des Bundesstaates Bauchi, Lawal Shehu, am Samstag.

Die EU und Afrika

Bildung, Gesundheit und Zivilgesellschaft

Die EU fördert afrikanische Staaten bei der Ausbildung. Mehr als zwölf Millionen Menschen hat sie nach eigenen Angaben zwischen 2007 und 2013 bei ihrer Schul- oder Berufsausbildung unterstützt. Tausende Studenten erhielten Stipendien oder nahmen am Erasmus-Austauschprogramm teil. 178 Millionen Euro flossen in den vergangenen sieben Jahren in mehr als 600 afrikanische Forschungsprojekte zu Ernährungssicherheit, Klimawandel, Gesundheit und Energie. Auch zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten und für den Kampf gegen den Klimawandel stellt die EU Geld bereit.

Wachstum und Handel

Europa ist der wichtigste Partner Afrikas in der Entwicklungshilfe. Zwischen 2007 und 2013 unterstützten die EU und ihre Staaten Afrikas Entwicklung mit rund 141 Milliarden Euro. Der Handel zwischen Europa und Afrika wächst seit Jahren – in beide Richtungen. 2013 exportierten die EU-Staaten Waren im Wert von 153 Milliarden Euro auf den afrikanischen Kontinent. Das war ein Rekord, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat meldete. Frankreich, Deutschland und Italien waren die größten Exporteure. Deutschlands Ausfuhren nach Afrika summierten sich 2013 auf 22 Milliarden Euro. Umgekehrt ist die EU für Afrika der größte Handelspartner, dorthin gehen 40 Prozent aller afrikanischen Ausfuhren. Die afrikanischen Staaten verkauften im vergangenen Jahr Waren für 168 Milliarden Euro nach Europa.

Friedenssicherung

Im vergangenen Jahrzehnt hat die EU 16 EU-Missionen nach Afrika geschickt, um Krisen zu bewältigen und den Frieden zu sichern. Darunter waren nach Angaben des EU-Rates sieben Militäroperationen etwa im Kongo, Somalia und Mali sowie 9 zivile Missionen wie in Kinshasa oder im Sudan/Darfur. Derzeit sind mehr als 2300 Männer und Frauen unter der EU-Flagge bei EU-Friedensmissionen in Afrika im Einsatz. Seit 2004 hat die EU 1,2 Milliarden Euro zur Unterstützung afrikanischer Operationen zur Friedenssicherung bereitgestellt.

Bis zum Abend bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Verdächtigt wird die islamistische Terrorgruppe Boko Haram, deren Gewalt seit 2009 insgesamt mehrere tausend Menschen zum Opfer fielen. Boko Haram will im islamischen Norden des bevölkerungsreichsten Staates Afrikas einen Gottesstaat errichten.

In den vergangenen Monaten haben die Terroristen fast täglich Anschläge verübt. Im April entführten die Islamisten mehr als 200 meist christliche Schulmädchen im Bundesstaat Borno. Am 20. Mai wurden in der zentralnigerianischen Stadt Jos mindestens 118 Menschen getötet. Am 17. Juni starben bei einem Anschlag auf Fußballfans, die ein WM-Spiel verfolgten, in Damaturu im Norden mindestens 14 Menschen.

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