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17.11.2015

06:25 Uhr

Terror in Paris

Was die Anschläge in Paris für Deutschland bedeuten

Derzeit wird untersucht, was die Terrorattacken von Paris für Deutschland bedeuten könnten. Es gibt Indizien, die auf Verbindungen mit Deutschland hinweisen. Die wichtigsten Aspekte.

Was die Anschläge für Deutschland bedeuten. dpa

Trauer in Berlin

Was die Anschläge für Deutschland bedeuten.

Bekennerschreiben: Im mutmaßlichen Bekennerschreiben der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wird ausdrücklich das Stadion Stade de France während des Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich als Ziel genannt. Beide Länder werden als „Kreuzfahrer-Nationen“ bezeichnet. Ansonsten steht Frankreich im Vordergrund. Beim Überfall auf die Konzerthalle „Bataclan“ sollen die Terroristen ihre Tat mit der Lage in Syrien und dem Irak begründet haben. Dort fliegen die Franzosen Luftangriffe gegen den IS.

Fußballspiel Frankreich-Deutschland: Drei Selbstmordattentäter sprengten sich vor dem Fußballstadion in die Luft. Dass sie eine möglichst medienwirksame spektakuläre Aktion mit vielen Opfern planten, liegt auf der Hand. Im Publikum saßen Frankreichs Präsident François Hollande und in dessen Nähe Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Laut DFB waren knapp 1000 Karten an deutsche Fans verkauft worden. Wären Attentäter tatsächlich ins Stadion eingedrungen und hätten sie dort ihre Sprengstoffgürtel zünden und um sich schießen können, hätte es dort auch deutsche Opfer geben können.

Ob die IS-Attacke gegen das Stadion tatsächlich ein gezieltes Signal auch an Deutschland sein sollte, ist unklar. In der IS-Propaganda tauchte die Bundesrepublik in der Vergangenheit immer wieder als mögliches Ziel auf. Bislang gebe es aber keine Hinweise darauf, dass Deutschland bei der aktuellen Attacke eine besondere Rolle gespielt habe, heißt es bei Sicherheitsexperten. Dem IS dürfte demnach aber zweifellos die damit verbundene Aufmerksamkeit willkommen gewesen sein. Vorrangiges Interesse des IS sei es aber wohl gewesen, mit der Attacke auf ein voll besetztes Stadion mit 80.000 Zuschauern einen möglichst großen Schaden anzurichten.

Opfer: Bei den Anschlägen starben nach Angaben des Auswärtigen Amts mindestens zwei deutsche Staatsangehöriger, darunter ein 28-Jähriger, der seit längerem in der französischen Hauptstadt wohnte. Noch ist unklar, ob es weitere deutsche Opfer gab.

Überprüfung der Täter: Die französischen Behörden übermittelten den deutschen Kollegen kurz nach den Anschlägen den Namen eines Attentäters. Ein Abgleich mit deutschen Fahndungsdateien brachte aber keinen Treffer.

Auch ein in der Nähe eines toten Attentäters gefundene – und möglicherweise gefälschter – syrischer Pass wird von deutschen Behörden geprüft. Es geht unter anderem um die Frage, ob der Mann, der von Griechenland über die Balkanroute gereist sein soll, durch Deutschland nach Frankreich gekommen ist. Unsicher ist aber noch, ob der Pass tatsächlich dem toten Attentäter gehört. Innenminister Thomas de Maizière sagt zur Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden beider Länder: „Es wird jetzt jeder Stein umgedreht, ob es irgendeinen Bezug gibt.“

Kommentare (30)

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Herr Joachim Stock

17.11.2015, 09:49 Uhr

Die Religionsabschaffung wie in einem anderem Kommentar jemand fordert wird nicht gelingen und ist nicht sinnvoll. Ich bin dagegen. Die sichere Grenze intern wie europaweit ist machbar wenn man es denn will. => Dies wird aber nicht reichen. Der muslimische Glaube hier in Europa birgt ein hohes quantitatives Terrorpotentzial.
Auch für die die friedlich sind gilt: Das Vertrauen auf der abendländischen Seite in Bezug auf die Friedfertigkeit ist bei mir und nicht wenigen anderen komplett weg. Es ist eben wie in der Wirtschaft: Wenn das Vertrauen weg wird der Kunde nicht kaufen, auch wenn es kostenlos ist noch ein Geschenk oben drauf gibtt. Ergo: Deshalb müssen alle Muslime das Land verlassen. Auf demokratischem Wege werde ich 2017 eine Partei wählen die dies programmatisch durchsetzen will. Anders kommt hier keine Ruhe rein. Denn falls es so weiter geht wie bisher, noch mehr Fremde ins Land kommen und sich damit das Terrorpotential erhöht, werden viele Gutmenschen noch genug Zeit haben sich das Grundgesetz durchzulesen weil sie dann nicht mehr auf die Strasse gehen können. Was ist es dann noch wert? Nichts.

Herr Werner Reuter

17.11.2015, 10:00 Uhr

Ich hoffe sehr, dass die deutsche Politik die Franzosen nicht im Regen stehen lässt und sich wieder mal mit Geld um Verantwortung herum drückt. Zahlen tut Deutschland ja offenbar gerne, aber darüber hinaus muss man sich für sein Land meist schämen.

Dass die Anschläge offenbar in Belgien geplant wurden, sagt gar nichts. Deutschland ist ein zentraler europäischer Staat, und natürlich betreffen die Vernetzungen der Terroristen auch uns. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis solche massiven Anschlage auch mal in DE "erfolgreich" zum Ende geführt werden, und wenn wir uns jetzt nicht zu unserer europäischen Verantwortung bekennen, sondern nur wieder dumm herum debattieren, stehen wir im Krisenfall auch alleine da.

Meine Hochachtung für die Franzosen! Egal ob diese schnellen 'Luftschläge nun konkret etwas verändern oder nicht, FR wird auf jeden Fall ernst genommen, im Geigensatz zur bunt-und-lieb Lachnummer Deutschland.

Herr Werner Reuter

17.11.2015, 10:02 Uhr

Ich meinte natürlich "...im Gegensatz zur bunt-und-lieb Lachnummer Deutschland"

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