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14.12.2016

02:14 Uhr

Terror

Paris verlängert Ausnahmezustand

Der umstrittene Ausnahmezustand in Frankreich soll noch bis Juli in Kraft bleiben. Die Nationalversammlung stimmte einer Verlängerung zu. Durchsuchungen und Hausarreste sind damit weiter ohne Richterbeschluss erlaubt.

Ein Kerzenmeer auf dem Pariser Place de la Republique im November. Vor einem Jahr wurden bei einem Terroranschlag 130 Menschen getötet. Seitdem herrscht Ausnahmezustand in Frankreich. AFP; Files; Francois Guillot

Erinnerung

Ein Kerzenmeer auf dem Pariser Place de la Republique im November. Vor einem Jahr wurden bei einem Terroranschlag 130 Menschen getötet. Seitdem herrscht Ausnahmezustand in Frankreich.

ParisFrankreichs Nationalversammlung hat grünes Licht für eine weitere Verlängerung des Ausnahmezustands gegeben, der seit den Pariser Terroranschlägen in Kraft ist. Die Abgeordnete stimmten in der Nacht zum Mittwoch mit großer Mehrheit dafür, die teils umstrittenen Sonderrechte bis zum 15. Juli 2017 zu verlängern. Nun muss der Senat über den Vorschlag der Regierung beraten, dies ist für Donnerstag geplant.

Der Ausnahmezustand erlaubt unter anderem Durchsuchungen und Hausarreste ohne Richterbeschluss. Innenminister Bruno Le Roux begründete die Verlängerung mit einer weiterhin großen terroristischen Bedrohung. Die Ausnahmeregeln würden damit auch die Zeit der anstehenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abdecken.

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Die Regierung hatte den Ausnahmezustand nach den Anschlägen vom 13. November 2015 verhängt, bei denen Islamisten 130 Menschen ermordet hatten. Das Parlament hat ihn schon viermal verlängert. Bürgerrechtler kritisieren jedoch die Beschneidung von Freiheiten und bezweifeln die Wirksamkeit der Sonderbefugnisse.

Nach Angaben der Regierung stehen derzeit 90 Menschen nach Ausnahmerecht unter Hausarrest. Insgesamt wurden bereits 4200 Hausdurchsuchungen durchgeführt, daraus seien 19 Verfahren wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung hervorgegangen.

Von

dpa

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