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30.05.2017

14:29 Uhr

Terror zum Ramadan

Tote bei Anschlag in Bagdad

Im Fastenmonat 2016 verübte der IS den opferreichsten Terroranschlag im Irak seit dem Sturz von Saddam Hussein. Diesmal ist unter anderem wieder das gleiche Viertel Ziel - und wieder übernimmt der IS die Verantwortung.

Bombenanschlag

Über 20 Tote: IS-Miliz bekennt sich zu Bombenanschlägen

Bombenanschlag: Über 20 Tote: IS-Miliz bekennt sich zu Bombenanschlägen

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BagdadWenige Tage nach Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan haben zwei gewaltige Anschläge die irakische Hauptstadt Bagdad erschüttert. Mindestens 31 Menschen kamen dabei ums Leben, wie die Behörden mitteilten. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu beiden Anschlägen, einem in der Nacht vor einem Eisladen im geschäftigen Viertel Karrada, der zweite am Dienstag im morgendlichen Berufsverkehr im Viertel Schawaka.

In Karrada waren im Fastenmonat des vergangenen Jahres bei einem IS-Anschlag fast 300 Menschen getötet worden. Es war der schwerste seit Saddam Husseins Sturz im Jahr 2003. Während des Ramadans dürfen gläubige Muslime nach Sonnenuntergang wieder essen, viele Familien treffen sich dann in Cafés und Restaurants und bleiben bis lange in die Nacht auf.

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Auf Aufnahmen einer Überwachungskamera war zu sehen, wie nach der Explosion in Karrada ein riesiger Feuerball das Gebäude umhüllt. Andere Videos zeigten chaotische Szenen in den Straßen um den Anschlagsort. Einige Verletzte lagen auf der Straße, andere stützten sich auf Bänken vor der Eisdiele ab. Ein kleines Mädchen mit Schleife und Haarreif lief wie betäubt durch die Gegend. Dort wurden 17 Tote und 32 Verletzte gezählt.

Bei dem Anschlag in Schawaka wenige Stunden später explodierte ein mit Sprengstoff gefüllter Wagen und riss 14 Menschen in den Tod, wie die Polizei mitteilte. Mindestens 47 weitere seien verletzt worden.

Die Anschläge fielen auch in eine Phase, in der der IS beim Kampf um seine letzte urbane Hochburg im Irak, der nordirakischen Metropole Mossul, immer weiter von Regierungstruppen zurückgedrängt wird. Das Militär geht davon aus, dass die Rückeroberung Mossuls zwar das Ende des selbsterklärten IS-Kalifats im Irak bedeuten wird, aber dass die Miliz weiterhin Anschläge verüben wird.

Von

ap

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