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25.11.2015

13:41 Uhr

Terroralarm in Brüssel

Zurück zur Normalität – aber nur mit Militär

Langsam findet Brüssel in den Alltag zurück. Einige U-Bahn-Linien fahren, Geschäfte öffnen und Kinder gehen wieder zur Schule – gesichert allerdings von 300 Polizisten. Denn die höchste Terrorwarnstufe gilt weiter.

200 Soldaten sichern das U-Bahn-Netz in Brüssel. Etwa der Hälfte der Linien verkehrt am Mittwoch wieder – trotz höchster Terrorwarnstufe. dpa

U-Bahn in Brüssel

200 Soldaten sichern das U-Bahn-Netz in Brüssel. Etwa der Hälfte der Linien verkehrt am Mittwoch wieder – trotz höchster Terrorwarnstufe.

BrüsselDie belgische Hauptstadt Brüssel tastet sich trotz der höchsten Terrorwarnstufe zurück in die Normalität. Unter dem massiven Schutz von Polizei und Militär in der belgischen Hauptstadt fuhren Kinder zum Unterricht, Studenten zur Universität und Angestellte zur Arbeit.

Auf dem Campus müssen Studierende ihren Studentenausweis zeigen, auch an Supermärkten wird kontrolliert – die Taschen müssen geöffnet werden, ähnlich wie an Flughäfen. Panisch schaut niemand drein ob den Soldaten und Polzisten auf den Straßen, nur unsicher, ängstlich – und ein wenig misstrauisch.

Nach einer Entscheidung der Regierung vom Montag gilt weiterhin und zunächst bis kommenden Montag die Terrorwarnstufe vier – die höchste. Die Warnung vor einem unmittelbaren Anschlag bleibt mindestens noch für die gesamte Woche bestehen. Sie war von der Regierung wegen Hinweisen auf eine Anschlagserie ähnlich den Attentaten von Paris ausgerufen worden.

Belgien und der Islamismus

Anschlag auf Jüdisches Museum

Am 24. Mai 2014 erschießt der Islamist Mehdi Nemmouche bei einem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel vier Menschen. Der Täter ist Franzose. Er wird später im südfranzösischen Marseille verhaftet und nach Belgien ausgeliefert. Nemmouche ist bislang nicht verurteilt.

Belgische Kämpfer in Syrien

Aus keinem EU-Land sind hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung so viele Kämpfer in den syrischen Bürgerkrieg gezogen wie aus Belgien. Das berichtete das britische Magazin „The Economist“ im Vorjahr. Nach einer aktuellen Auflistung des Thinktanks Brookings reisten bislang bis zu 650 Kämpfer aus Belgien in das Konfliktland.

Syrien-Rückkehrer in Verviers

In der Stadt Verviers sollen nach Angaben des belgischen TV-Senders RTL-Info bis zu zehn Syrien-Rückkehrer gelebt haben. Verviers hat etwa 50.000 Einwohner und liegt rund 35 Kilometer südwestlich von Aachen.

Paris-Attentäter mit Kontakt nach Belgien

Einer der Attentäter, die das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo in Paris im Januar 2015 angriffen, hatte Verbindungen nach Belgien. Ein Mann aus dem südbelgischen Charleroi hatte in den vergangenen Monaten mit Amedy Coulibaly über den Kauf eines Autos und von Waffen verhandelt. Die Polizei habe entsprechende Dokumente bei dem Verdächtigen gefunden, berichteten belgische Medien. Coulibaly hatte am Freitag in einem koscheren Supermarkt in Paris Geiseln genommen und vier Menschen erschossen. Er selbst wurde anschließend von der Polizei getötet. Auch einige der Terroristen der Pariser Attentate vom November 2015 kamen ursprünglich aus Belgien.

Für den Schutz der Schulen waren nach Angaben des Innenministeriums rund 300 Polizisten und für das U-Bahn-Netz etwa 200 Soldaten abgestellt. Seit sechs Uhr werden von den insgesamt 69 Stationen laut Angaben der Verkehrsbetriebe immerhin 35 bedient. Der Verkehr sollte aber früher als normal enden.

Für den Schutz der Brüsseler Schulen stellte die Polizei 300 zusätzliche Beamte ab. Ungefähr die Hälfte der U-Bahn-Stationen war geöffnet. Zu ihrem Schutz standen etwa 200 Soldaten bereit.

Die Brüsseler Stadtverwaltung wollte am Mittwoch öffentliche Veranstaltungsorte und Kulturzentren wieder öffnen. Verschiedene andere große Museen sollten jedoch geschlossen bleiben. Mehrere Warenhäuser und Einkaufsgalerien öffneten erneut ihre Pforten.

Belgien: Brüssel verlängert höchste Terrorwarnstufe  – um eine Woche

Belgien

Brüssel verlängert höchste Terrorwarnstufe – um eine Woche

Belgien hat die höchste Terrorwarnstufe erneut verlängert – bis kommenden Montag. U-Bahnen sollen ab Mittwoch wieder fahren; die Schulen werden auch geöffnet. Doch die Lage bleibt angespannt.

„Ich hatte entschieden, meine Kinder heute morgen nicht in die Schule zu bringen, aber spät, gestern Abend beim Essen, habe ich meine Meinung geändert. Das Leben geht weiter“, sagte ein 47 Jahre alter Familienvater, der seine beiden Söhne zum Unterricht brachte. „Zum Glück dauern die Kurse heute nur bis 13 Uhr", sagte der 14-jährige Marc, der mit dem Bus zur Schule gefahren kam. Wie die anderen Schulpflichtigen hatte er am Montag und Dienstag zwei Tage unterrichtsfrei.

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