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08.01.2015

01:55 Uhr

Terrorangriff auf Pressefreiheit

Polizei jagt Flüchtige nach „Charlie Hebdo“-Attentat

Die französische Polizei fahndet nach den Terroristen, die in der Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ ein Blutbad anrichteten. Indes demonstrieren auf Pariser Straßen mehr als 100.000 Menschen gegen Hass.

In Sozialen Netzwerken, auf T-Shirts und Plakaten: Der Spruch "Je suis charlie" (Ich bin Charlie) wird im Verlaufe des Abends zum Zeichen der Solidarisierung.. ap

In Sozialen Netzwerken, auf T-Shirts und Plakaten: Der Spruch "Je suis charlie" (Ich bin Charlie) wird im Verlaufe des Abends zum Zeichen der Solidarisierung..

ParisNach dem Terroranschlag auf das islamkritische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ in Paris mit zwölf Toten macht die Polizei mit tausenden Beamten Jagd auf die drei flüchtigen Täter. Etwa zwölf Stunden nach dem Attentat suchten Spezialkräfte im ostfranzösischen Reims nach den drei schwer bewaffneten Männern, die angeblich identifiziert sind.

Es könne einen Zugriff geben, hieß es aus der französischen Spezialeinheit Raid. Reims liegt etwa 150 Kilometer nordöstlich von Paris. Aber auch in Straßburg und anderen Städten im Großraum Paris suchten Polizisten nach den Attentätern.

Bei dem schwersten Terroranschlag in Frankreich seit Jahrzehnten waren zwölf Menschen getötet worden, darunter acht Journalisten der Satirezeitschrift und zwei Polizisten. Es gab elf Verletzte.

"Charlie Hebdo"

Video zeigt Attentäter in Paris

"Charlie Hebdo": Video zeigt Attentäter in Paris

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Die Polizei sucht nach zwei Brüdern aus Paris mit französischer Staatsbürgerschaft, die arabische Namen haben sollen. Auch der dritte Täter sei identifiziert, hieß es unter Berufung auf Ermittlerkreise. Sie sollen 34, 32 und 18 Jahre alt sein. Einer von ihnen sei 2008 dafür verurteilt worden, weil er im Irak gekämpft haben soll.

Zwei von ihnen sollen am Mittwochvormittag schwarz vermummt mit Kalaschnikows in die Redaktion eingedrungen sein und kaltblütig um sich geschossen haben. Die Terroristen riefen demnach „Allah ist groß“ und „Wir haben den Propheten gerächt“. „Sie sprachen perfekt Französisch“, sagte die Zeichnerin Corinne Rey, die den Anschlag überlebte, der Zeitung „l'Humanité“. Dabei hätten sie behauptet, zur Terrororganisation Al-Kaida zu gehören. Der Überfall habe etwa fünf Minuten gedauert.

Das Blutbad, das die schwer bewaffneten Attentäter in der Redaktion der Zeitung anrichteten, löste international Entsetzen und Abscheu aus. Die Sicherheitsmaßnahmen im Großraum Paris wurden massiv verschärft. Staatspräsident François Hollande ordnete für Donnerstag nationale Trauer an. US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Papst Franziskus zeigten sich erschüttert.

Merkel sagte, „diese abscheuliche Tat“ sei ein Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit. Obama bot Frankreich als „ältestem Verbündeten Amerikas“ jede Hilfe an, „um diese Terroristen vor die Justiz zu bringen“. Kremlchef Wladimir Putin sprach von einem „barbarischen Akt“. Auch islamische Staaten wie Katar, Muslimverbände, die EU und die Nato verurteilten die Tat.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière warnte vor populistischen Brandstiftern in Deutschland. „Terroristische Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun“, sagte der CDU-Politiker der „Süddeutschen Zeitung“. Attentate wie das von Paris richteten sich gegen die gesamte Gesellschaft und ihre Werteordnung.

Kommentare (1)

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Herr Ercole Domenico

08.01.2015, 09:32 Uhr

Angela Merkel sagte 2010: "Europa ist ein Ort, an dem ein Zeichner so etwas darf."
Wie kommt sie dazu im Namen Europa zu sprechen?
Ich als Atheist meine dass man sich mit sachlichen Argumente mit jeder Religion auseinander setzen darf, ich meine aber auch dass es keinen Ort geben sollte an dem ein Zeichner so etwas darf." weder gegen Juden noch gegen Mohammedaner oder Christen, etc..
Das hätten wir Deutsche eigentlich gelernt haben müssen.

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