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25.01.2016

14:39 Uhr

Terroranschläge

Europol warnt vor IS-Anschlägen in Europa

Die europäische Polizeibehörde Europol fürchtet neuen Terror. Die Dschihadistenmiliz IS verfügt über „neue gefechtsartige Möglichkeiten“ und hat „insbesondere Europa“ im Visier, wie aus einem Europol-Bericht hervorgeht.

Nach den Terroranschlägen in Paris ist die Angst vor weiteren Anschlägen in Europa groß. AFP

Bewaffnete Polizisten in London

Nach den Terroranschlägen in Paris ist die Angst vor weiteren Anschlägen in Europa groß.

AmsterdamDie europäische Polizeibehörde Europol hat vor groß angelegten Anschlägen durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Europa gewarnt. IS verfüge über „neue gefechtsartige Möglichkeiten“, weltweit „eine Reihe groß angelegter Terroranschläge“ zu verüben, sagte Europol-Direktor Rob Wainwright am Montag in Amsterdam.

Ein dazu erstellter Europol-Bericht komme zu dem Schluss, dass die Dschihadisten „insbesondere Europa“ im Visier hätten. Es gebe „allen Grund“ für die Erwartung, dass der IS selbst, vom IS inspirierte „Terroristen“ oder andere religiös motivierte Gruppen „irgendwo in Europa erneut einen Terroranschlag verüben“, heißt es in dem Bericht. Ziel seien „massenhaft Opfer in der Zivilbevölkerung“.

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Vor allem in Frankreich sei die Gefahr groß, teilte die Behörde mit. Die Terroranschläge von Paris vom November 2015 markierten Europol zufolge eine deutliche Wende der IS-Strategie. Anschläge seien nun international ausgerichtet und würden von Spezialkräften ausgeführt. Am 13. November waren in Paris 130 Menschen durch zeitgleiche Angriffe an mehreren Orten getötet worden.

Europol zitierte in dem Bericht Informationen von Geheimdiensten, wonach der IS eine spezielle Kommandostruktur für Anschläge im Ausland entwickelt habe. Der IS könne jederzeit zuschlagen - gegen fast jedes gewählte Ziel, heißt es in dem Bericht. Anschläge etwa auf Nuklearanlagen oder Bahnhöfe seien zur Zeit weniger wahrscheinlich. Die Terrormiliz habe eher „softe Ziele“ im Visier, wie bei den Anschlägen von Paris.

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Wainwright stellte den Bericht am Rande des Treffens der EU-Innenminister anlässlich der Arbeitsaufnahme des neuen Europol-Antiterrorzentrums vor. Das Zentrum sei „ein wichtiger Schritt vorwärts“, um eine „aggressive, neue Form des internationalen Terrorismus zu bekämpfen“.

In dem Zentrum werden vorerst 40 bis 50 Experten arbeiten, die insbesondere den Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten verbessern sollen. Das Zentrum wird sich vorwiegend auf die Identifizierung von rund 5000 ausländischen Kämpfern des IS konzentrieren und Propaganda aus dem Internet bekämpfen.


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