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24.03.2017

10:34 Uhr

Terroranschlag in London

Polizei nimmt zwei weitere Personen fest

Die Ermittlungen nach dem Anschlag in  London gehen weiter. Der Name des Attentäters ist mittlerweile bekannt. Die britische Polizei nahm bereits neun Menschen fest. Die Zahl der Toten ist auf fünf gestiegen.

Inzwischen ist die Westminster Bridge wieder für den Verkehr geöffnet. London versucht, zur Normalität zurückzukehren. AP

Abgeriegelt: Westminster Bridge und die Houses of Parliament in London

Inzwischen ist die Westminster Bridge wieder für den Verkehr geöffnet. London versucht, zur Normalität zurückzukehren.

Nach dem Terroranschlag vor dem britischen Parlament hat die Polizei zwei weitere Personen festgenommen. Die Festnahmen seien in der Region um Birmingham (West Midlands) und im Nordwesten des Landes erfolgt, teilte Scotland Yard am Freitag mit. Die Behörde stufte die Festnahmen als wichtig ein. Unterdessen starb ein 75 Jahre altes Opfer des Angriffs vom Mittwoch an seinen Verletzungen. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf fünf – neben einem Polizisten und dem Angreifer selbst wurden drei Zivilisten getötet, die zur Tatzeit auf der Brücke unterwegs gewesen waren.

Etwa 50 Menschen mit zwölf unterschiedlichen Nationalitäten wurden verletzt, 31 mussten im Krankenhaus behandelt werden. Zwei Verletzte befinden sich noch in einem kritischen Zustand, einer davon schwebt in Lebensgefahr.

Scotland Yard bat die Bevölkerung bei den weiteren Ermittlungen um Mithilfe. Der Geburtsname des mutmaßlichen Täters Khalid Masood lautet Adrian Russell Ajao, wie die Ermittler herausfanden.

Bei Razzien in London, Birmingham und anderen Orten waren mehrere Menschen festgenommen worden. Laut BBC befinden sich aktuell neun Personen in Gewahrsam.

Unter den Festgenommenen waren laut Polizei eine Frau aus dem Osten Londons, ein Mann und eine Frau aus Birmingham sowie eine weitere Frau und drei Männer aus einem anderen Teil der Stadt. Die Terrormiliz Islamischer Staat beanspruchte die Tat des 52-jährigen vorbestraften Briten Khaled M. für sich. Er sei ein „Soldat des IS“ gewesen, verkündeten die Extremisten am Donnerstag über ihr Sprachrohr Amak.

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Gegen M., der über mehrere Decknamen verfügt habe, sei aktuell nicht ermittelt worden, erklärte die Polizei. Es habe zuvor keine Hinweise darauf gegeben, dass er einen Terroranschlag beabsichtigt habe. Khaled M. wurde im Südosten Englands geboren und wohnte zuletzt in den West Midlands.

Am Donnerstagabend kamen mehrere Tausend Menschen auf dem Londoner Trafalgar Square zu einer Mahnwache für die Opfer des Anschlags zusammen. Nach Reden von Politikern und anderen Würdenträgern sowie einer Schweigeminute entzündeten der Innenminister, der Bürgermeister und der amtierende Polizeipräsident unter dem Applaus der Menge drei riesige Kerzen.

Unter den Teilnehmern der Mahnwache waren Polizisten, Geistliche, buddhistische Mönche, Muslime und Juden. Eine Muslimin, die eigens aus dem Nordwesten Englands anreiste, sagte, Großbritannien sei eins: „Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf uns alle.“

Terrorismus in Europas Metropolen

Paris (3)

Februar/März 2017: Auf dem Pariser Flughafen Orly verhindern Soldaten nur knapp einen möglichen Terroranschlag. Ein Mann will einer dort patrouillierenden Soldatin das Gewehr entreißen und wird von anderen Soldaten erschossen. Erst Anfang Februar war nahe dem Louvre-Museum ein Ägypter niedergeschossen worden, der sich mit Macheten auf eine Militärpatrouille gestürzt hatte.

Berlin

Dezember 2016: Kurz vor Weihnachten wird die Hauptstadt zum Ziel eines Terroranschlags. Zwölf Menschen sterben, als ein Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen gekaperten Lkw in einen Weihnachtsmarkt steuert. Wenige Tage später wird der 24 Jahre alte Tunesier bei einer Polizeikontrolle nahe Mailand erschossen.

Nizza

Juli 2016: Ein Attentäter rast mit einem Lastwagen auf dem Strandboulevard Promenade des Anglais in eine Menschenmenge. Mindestens 86 Menschen sterben. Der IS ist nach Angaben seines Verlautbarungsorgans Amak für den Anschlag verantwortlich.

Brüssel (2)

März 2016: Mit mehreren Bomben töten islamistische Attentäter am Flughafen der belgischen Hauptstadt und in einer Metrostation 32 Menschen.

Istanbul

Januar 2016: Ein Selbstmordattentäter der Terrormiliz IS reißt im historischen Zentrum zwölf Deutsche mit in den Tod. Der Angreifer zündet die Bombe mitten in einer deutschen Reisegruppe nahe der Hagia Sophia und der Blauen Moschee.

Paris (2)

November 2015: Bei einer koordinierten Anschlagsserie am Stade de France, mehreren Restaurants und dem Musikklub „Bataclan“ töten IS-Anhänger 130 Menschen, Hunderte werden verletzt.

Kopenhagen

Februar 2015: Ein arabischstämmiger 22-Jähriger feuert auf ein Kulturcafé, ein Mann stirbt. Vor einer Synagoge erschießt der Attentäter einen Wachmann, bevor ihn Polizeikugeln tödlich treffen.

Paris (1)

Januar 2015: Bei einem Attentat auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ und einen koscheren Supermarkt sterben 17 Menschen. Die beiden Täter kommen später bei einer Polizeiaktion ums Leben. Zu dem Anschlag bekennt sich die Terrororganisation Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel.

Brüssel (1)

Mai 2014: Im Jüdischen Museum erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird er festgenommen. Als selbst ernannter „Gotteskrieger“ hatte er zuvor in Syrien gekämpft.

London

Juli 2005: Vier Muslime mit britischem Pass zünden in der U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

Madrid

März 2004: Bei islamistisch motivierten Bombenanschlägen auf Pendlerzüge sterben in der spanischen Hauptstadt 191 Menschen, rund 1500 werden verletzt.

Der Attentäter hatte mit einem Wagen auf der Westminster Bridge zunächst mehrere Fußgänger überfahren und zwei von ihnen getötet. Anschließend erstach der Täter auf dem nahe gelegenen Parlamentsgelände einen Polizisten, bevor er selbst erschossen wurde.

In die Stadt war bereits am Nachmittag wieder ein Stück Normalität eingekehrt. Die Westminster Bridge beispielsweise wurde für den Verkehr geöffnet. Im Innenhof des Parlamentsgeländes suchten Forensiker unter einem blauen Zelt an der Stelle nach Spuren, wo der Polizist erstochen und dann auch der Angreifer erschossen wurde.

Nach dem London-Anschlag

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Von

ap

Kommentare (1)

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Herr Vinci Queri

24.03.2017, 14:31 Uhr

>> Polizei nimmt zwei weitere Personen fest >>

Warum verschleiern die Lügenmedien und die Politdilettanten die Herkunft des Attentäters ?

Welchen Migrationshintergrund hatte dieser den.......Pakistani, Inder, Afghane.....sonstigen....?

Weiß da vielleicht jemand was ?

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