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08.10.2014

08:42 Uhr

Terroranschlag?

UN-Blauhelmsoldat in Mali getötet

War es ein Terroranschlag oder schlicht Habgier? Im Mali wurde ein Blauhelmsoldat der Vereinten Nationen getötet. UN-Vertreter beschuldigen indes die radikalislamische Gruppe „Ansar Dine“.

Trauerprozession: Minusma-Soldaten tragen die Särge getöteter Kameraden. AFP

Trauerprozession: Minusma-Soldaten tragen die Särge getöteter Kameraden.

BamakoBei einem neuerlichen Angriff mutmaßlicher Extremisten auf die UN-Friedenstruppe in Mali (Minusma) ist ein senegalesischer Blauhelmsoldat getötet worden. Ein Vertreter der Vereinten Nationen in dem westafrikanischen Land machte am Dienstagabend die radikalislamische Gruppe Ansar Dine von Iyad Ag Ghaly für die Attacke verantwortlich. Nach seinen Angaben wurden mindestens fünf Raketen auf das UN-Camp in der nordmalischen Stadt Kidal abgefeuert.

Erst am Freitag waren bei einem Angriff auf einen Minusma-Konvoi im Norden Malis neun Blauhelmsoldaten aus dem Niger getötet worden. Für die Attacke wurde die Islamistengruppe Mujao (Bewegung für die Einheit und den Dschihad in Westafrika) verantwortlich gemacht.

Mali – Wie aus dem Musterland eine Krisenregion wurde

21./22. März 2012

Meuternde Soldaten stürzen Präsident Amadou Toumani Touré. Hintergrund sind Kämpfe zwischen Tuareg-Rebellen und Regierungstruppen im Norden des Landes.

6. April 2012

Wenige Tage später spitzt sich die Lage im Norden weiter zu. Nach einem militärischen Siegeszug erklären Tuareg-Rebellen das eroberte Gebiet für unabhängig. Der neue Staat soll Azawad heißen.

12. April 2012

Der bisherige Vorsitzende der Nationalversammlung, Dioncounda Traoré, wird als Interimspräsident vereidigt.

30. Juni 2012

Islamisten zerstören in Gao und Timbuktu jahrhundertealte Mausoleen, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehören. Sie setzen ihr zerstörerisches Werk in den nächsten Tagen fort und lösen damit internationale Proteste aus.

15. Oktober 2012

Die EU-Außenminister beschließen in Luxemburg die Entsendung von Militärausbildern nach Mali, um die einheimischen Streitkräfte für den Kampf gegen die Islamisten zu rüsten.

19. Oktober 2012

In Malis Hauptstadt Bamako diskutieren Experten, wie eine Spaltung des Landes zu verhindern wäre. Eine Militärintervention afrikanischer Staaten unter UN-Mandat wird immer wahrscheinlicher.

1. November 2012

Bei einem Besuch in Mali stellt Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) humanitäre und militärische Hilfe in Aussicht.

12. November 2012

Die westafrikanischen Staatschefs einigen sich in Nigeria auf die Entsendung von 3500 Soldaten, um den Norden gewaltsam zu befreien. Die Afrikanische Union gibt grünes Licht.

5. Dezember 2012

Die Tuareg strebten eine politische Lösung an, sagt ein Sprecher nach einem Treffen mit der Regierung Malis, an dem auch Vertreter der islamistischen Organisation Ansar Dine teilnahmen.

20. Dezember 2012

Der UN-Sicherheitsrat spricht sich einstimmig für die Entsendung von Friedenstruppen aus. Die unter afrikanischer Führung stehende Afisma-Mission solle die Regierung Malis „mit allen notwendigen Mitteln“ unterstützen, heißt es in der Resolution. Kurz darauf erklären sich Tuareg und Islamisten zum Dialog bereit. Zugleich werden in Timbuktu weitere Heiligtümer zerstört.

8. Januar 2013

Die Rebellen rücken immer weiter nach Süden vor. Einwohner berichten von Gefechten zwischen Islamisten und Armee.

10. Januar 2013

Angesichts der Offensive spricht sich der UN-Sicherheitsrat in einer Sondersitzung für eine schnelle Entsendung von internationalen Truppen aus.

11. Januar 2013

Soldaten aus Frankreich, Nigeria und dem Senegal seien in Mali eingetroffen, gibt die Regierung in Bamako bekannt. Präsident Traoré hatte in einem Brief an Frankreichs Präsidenten François Hollande und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon um Hilfe gebeten.

12. Januar 2013

Französische Kampfjets zwingen die Rebellen zum Rückzug aus der umkämpften Stadt Kona. Ein französischer Hubschrauberpilot kommt ums Leben. Quelle: dpa

Mali war durch einen Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Islamisten und Tuareg-Rebellen nutzten das Machtvakuum, um den Norden des Landes in ihre Gewalt zu bringen. Später übernahmen die Islamisten die alleinige Kontrolle. Als sie versuchten, nach Süden vorzudringen, griff Frankreich militärisch ein und vertrieb die Islamisten aus den wichtigsten Städten. Später übergab Paris die Verantwortung für die Sicherheit an Mali und die UNO. Im Norden gibt es weiterhin regelmäßig Angriffe und Anschläge.

Von

afp

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