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09.08.2013

12:48 Uhr

Terrordrohungen

USA ziehen Diplomaten aus Lahore ab

Nach neuen Drohungen gegen amerikanische Diplomaten handelt das Außenministerium in Washington umgehend. Die meisten Mitarbeiter des Konsulats im pakistanischen Lahore werden abgezogen.

US-Konsulat in Lahore: Die pakistanischen Wachmänner sind in Alarmbereitschaft. AFP

US-Konsulat in Lahore: Die pakistanischen Wachmänner sind in Alarmbereitschaft.

Washington/IslamabadNach Hinweisen auf einen Anschlag haben die USA die meisten ihrer Diplomaten aus dem Konsulat im pakistanischen Lahore in Sicherheit gebracht. Das US-Außenministerium habe die Maßnahme angeordnet, weil es konkrete Drohungen gegen das Konsulat gebe, hieß es in einer am Freitag verbreiteten Erklärung. In Lahore ist nur noch eine Notbesetzung geblieben. Die Mitarbeiter seien in die Hauptstadt Islamabad gebracht worden, berichtete der US-Nachrichtensender CNN.

Es habe sehr genaue Hinweise auf ein bevorstehendes Attentat nach dem Endes des Fastenmonats Ramadan gegeben, sagte ein pakistanischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur dpa. In Pakistan sind die Sicherheitskräften seit Tagen in erhöhter Alarmbereitschaft, da es Warnungen vor neuen Anschlägen der Taliban gibt.

Am Freitag eröffneten Bewaffnete das Feuer auf Besucher einer Moschee im Südwesten Pakistans und töteten mindestens zehn Menschen. Bei dem Überfall in der Provinzhauptstadt Quetta hätten insgesamt sechs Angreifer aus automatischen Waffen auf Menschen geschossen, die nach einem Gebet zum Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens) aus der Moschee kamen, teilte die Polizei mit.

Erst am Vortag hatte in der Stadt ein Selbstmordattentäter bei der Beerdigung eines ermordeten Polizisten mindestens 33 Menschen getötet, darunter 21 Polizisten.

Das US-Außenministerium warnte US-Bürger vor nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Pakistan. Die Anwesenheit mehrerer ausländischer und einheimischer Terrorgruppen stelle eine mögliche Gefahr für US-Bürger in ganz Pakistan dar. Amerikaner sollten alle Protestkundgebungen und große Menschenansammlungen meiden, hieß es in der Mitteilung des Außenministeriums weiter.

Unklar war, ob diese Maßnahme mit der Schließung von US-Botschaften und -Konsulaten in islamischen Staaten in Afrika, dem Nahen Osten und Asien zusammenhängt, hieß es bei CNN. Ein Mitarbeiter der US-Botschaft, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte der Nachrichtenagentur dpa, Hintergrund sei die Lage in Pakistan.

Das US-Außenministerium erinnerte daran, dass es in Pakistan häufig zu terroristischen Angriffe gegen Zivilisten, Regierungseinrichtungen und ausländische Ziel kommt.

Die meisten der Führer des Terrornetzwerkes Al-Kaida sollen sich in Pakistan aufhalten. Al-Kaida-Chef Osama bin Laden war in Pakistan aufgespürt und von einem US-Spezialkommando getötet worden. Die Provinzregierung des Punjab, wo Lahore liegt, habe in dieser Woche die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.

Von

dpa

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