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03.08.2013

00:32 Uhr

Terrorgefahr

Auch Deutschland schließt Botschaft im Jemen

Reisewarnung für die ganze Welt: Die außergewöhnliche Meldung des US-Außenministeriums nimmt auch die Bundesregierung ernst. Sie schließt vorübergehend ihre Vertretung im Jemen - und hält sich weitere Maßnahmen offen.

Die US-Botschaft hatten im Jemen bereits im Juni mit einem Protestansturm zu kämpfen (Archivfoto). Reuters

Die US-Botschaft hatten im Jemen bereits im Juni mit einem Protestansturm zu kämpfen (Archivfoto).

Berlin/London/WashingtonWegen offenkundig erhöhter Terrorgefahr schließt neben den USA und Großbritannien auch Deutschland vorübergehend seine Botschaft im Jemen. Die Vertretung in der Hauptstadt Sanaa bleibe am Sonntag und Montag aus Sicherheitsgründen geschlossen, sagte ein Außenamtssprecher am späten Freitagabend der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Auch auf der Website der Botschaft findet sich ein entsprechender Hinweis. Details zu den Hintergründen wurden nicht genannt.

Auch britische Botschaft im Jemen wird aus Angst vor Terroranschlägen vorübergehend geschlossen. Eine Sprecherin des britischen Außenministeriums sagte am Freitagabend, es handele sich um eine „Vorsichtsmaßnahme“.

Nach Angaben des Senders BBC wurde das Botschaftspersonal in Sanaa bereits reduziert. Einige Mitarbeiter seien wegen „erhöhter Sicherheitsbedenken“ schon abgezogen worden. Laut BBC warnt die britische Regierung auch vor Reisen in das arabische Land.

Zuvor hatten die USA aufgrund einer erhöhten Gefahr von Terroranschlägen eine weltweite Reisewarnung herausgegeben und angekündigt, 21 Botschaften und Konsulate in Nahost am Sonntag nicht zu öffnen. Nach Angaben des US-Außenministeriums gibt es Hinweise, dass Al-Kaida oder befreundete Terrororganisationen Anschläge planten.

Weltweite Reisewarnung: USA warnen vor möglichen Al-Kaida-Anschlägen

Weltweite Reisewarnung

USA warnen vor möglichen Al-Kaida-Anschlägen

Das US-Außenministerium warnt vor Reisen – weltweit. Es gebe Hinweise auf geplante Anschläge durch Al-Kaida, teilte das Ministerium mit. Besonders US-Ziele würden die Organisationen ins Visier nehmen.

Besonders gefährdet seien der Nahe Osten, Nordafrika sowie die arabische Halbinsel. Die Gefahr bestehe bis Ende August. Terroristen könnten besonders US-Ziele ins Visier nehmen, aber auch den öffentliche Verkehr oder touristische Infrastruktur. Das State Department wies ausdrücklich darauf hin, dass Al-Kaida in der Vergangenheit Flugzeuge, Züge und U-Bahnen sowie Schiffe angegriffen habe.

Eine derartige weltweite Reisewarnung („Travel Alert“) gilt als außergewöhnlich: Ansonsten warnt das State Department in aller Regel vor Reisen in bestimmte Länder. Ein „Travel Alert“ gilt als eine kurzfristige, ein „Travel Warning“ als langfristige Warnung. Konkrete Hinweise aus Anschläge gab es allerdings nicht.

Experten meinen, dass die erhöhte Terrorgefahr mit dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan zusammenhänge. Zudem nähere sich das Datum des 11. September, an dem 2001 bei den Terrorangriffen in New York und Washington rund 3000 Menschen starben. Vor einem Jahr wurden bei einem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi vier US-Diplomaten getötet.

Das Auswärtige Amt in Berlin veränderte seine Sicherheitshinweise für deutsche Staatsbürger zunächst nicht. Die Sicherheitsvorkehrungen für die deutschen Botschaften würden permanent der aktuellen Sicherheitslage angepasst, sagte der Sprecher am Abend. „Wir stehen dazu in engem Kontakt zu unseren Verbündeten.“ Das Auswärtige Amt warnt schon länger vor einer weltweiten Gefahr von Anschlägen und Entführungen. Für einige Länder wie den Irak, Jemen, Afghanistan oder Libyen gibt es Reisewarnungen.

Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, EU-Delegationen in den betroffenen Regionen arbeiteten mit den US-Botschaften zusammen. Der diplomatische Dienst der EU hat 3400 Mitarbeiter und 139 Delegationen in aller Welt.

Kommentare (22)

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AmiVerrecke

03.08.2013, 02:04 Uhr

Die billige US Propaganda von 9/11 nervt langsam gehörig. [...]

Täglich verhungern zehntausende Kinder. Was kümmern mich da 3.000 verreckte Banker in New York? Selbst wenn es 3.000.000 wären, würde es mir voll am Arsch vorbei gehen.

Außerdem sollte so langsam mal auch der letzte Langfinger im Weißen Haus lernen dass sich Diebstahl nicht lohnt, Öldiebstahl erst recht nicht. [...]

+++ Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. Halten Sie sich an unsere Forenregeln: www.handelsblatt.com/netiquette +++

Treudoof

03.08.2013, 02:55 Uhr

Wer fährt denn freiwillig in solchen Gegenden?
Welche Idioten lassen sich denn da blicken?
Knappen Bikini über Islamische Stände schieben aber hier Empörung heucheln, wenn solche Quallen angebaggert werden.

Wer ist denn da blöd genug, ohne Not.
Ab einem bestimmten Gewinn nimmt Kapital alles in Kauf?
Sind da die Stundenlöhne noch günstiger?

undertaker

03.08.2013, 07:19 Uhr

Wenn die Amis wirklich etwas gegen den Terrorismus tun wollten, dann würden sie ihre Botschaften für immer schließen; so ist das nur ein neuer Akt im US-Schmieren-theater...

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