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25.01.2014

09:50 Uhr

Terrorgefahr bei Olympia

US-Athleten sollen auf „Stars and Stripes“ verzichten

Die US-Regierung warnt ihre Athleten, Team-Kleidung mit der amerikanischen Flagge in der Öffentlichkeit zu tragen – aus Angst vor Terroranschlägen. Für den Notfall stehen zwei Kriegsschiffe im Schwarzen Meer bereit.

US-Athleten mit der amerikanischen Flagge: Keine „Stars and Stripes“ in Sotschi? ap

US-Athleten mit der amerikanischen Flagge: Keine „Stars and Stripes“ in Sotschi?

WashingtonDie USA warnen ihre Sportler bei den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi zur Vorsicht. Es sei nicht ratsam, außerhalb der Sportstätten und des olympischen Dorfes offen die Team-Kleidung mit der US-Flagge zur Schau zu tragen.

Mit Blick auf Terrordrohungen meinen Regierungsbeamte in Washington, es lägen Notfallpläne für Sotschi vor – Einzelheiten dazu wurden allerdings nicht bekannt. Zwei Wochen vor Eröffnung der Winterspiele äußerte sich auch Verteidigungsminister Jack Hagel zur Sicherheitslage.

Auffällige Kleidung der US-Mannschaft Team USA könne außerhalb akkreditierter Bereiche die Sicherheit der Sportler gefährden, erklärte eine Sprecherin des State Department am Freitag. Eine entsprechende Warnung habe das Nationale Olympische Komitee der USA herausgegeben. Solche Warnungen gebe es aber auch bei anderen Großereignissen und internationalen Veranstaltungen, fügte die Sprecherin Marie Harf hinzu.

Terror bei Sportereignissen

1972 München

Während der Olympischen Spiele in München im Jahr 1972 wurden elf israelische Sportler von palästinensischen Terroristen der Gruppe „Schwarzer September“ als Geiseln genommen – Ziel war die Freipressung von Gefangenen. Beim gescheiterten Befreiungsversuch auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck starben alle noch lebenden Geiseln, ein Polizist und fünf der Terroristen.

1996 Atlanta

Im Olympia-Park von Atlanta explodierte während der Olympischen Spiele 1996 eine Bombe. Die Explosion tötete zwei Personen, mehr als 100 wurden verletzt. Täter war ein Anti-Abtreibungs-Aktivist.

2002 Madrid

Die baskische Terrorgruppe ETA brachte Anfang Mai 2002 eine Bombe im Vorfeld eines Champions-League-Halbfinalspiels zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona zur Explosion. In weniger als 100 Metern Entfernung zum Stadion Santiago Bernabéu ging ein Sprengsatz hoch. Es gab keine Todesopfer.

2008 Rallye Dakar

Die berühmte Rallye wurde im Jahr 2008 abgesagt. Terrorwarnungen für Mauretanien hatten die Veranstalter dazu bewogen.

2009 Lahore

Der Mannschaftsbus des Cricket-Nationalteams von Sri Lanka wird in der pakistanischen Stadt Lahore von einer Gruppe bewaffneter Täter beschossen, die vermutlich dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe standen. Sechs Nationalspieler werden verletzt, sechs Polizisten und zwei Zivilisten sterben.

2013 Boston

Zwei Explosionen erschüttern den Bereich des Zieleinlaufs des Boston Marathons am 15. April 2013. Drei Menschen sterben noch am selben Tag, weit über 100 sind verletzt, einige von ihnen sehr schwer. Über die Hintergründe des Vorfalls herrscht zunächst Unklarheit.

Nach zwei Terroranschlägen mit insgesamt 34 Toten in Wolgograd hatten die USA zudem Russland-Reisende vor Terrorismus, Kriminalität und den Gesetzen zu homosexueller Propaganda gewarnt. Der Reisehinweis ist bis eine Woche nach dem Ende der Winterspiele und den anschließenden Paralympics am 16. März gültig.

Regierungsbeamte im State Department sprachen am Freitag von „recht großen Notfallplänen“ für Sotschi für den Fall von Terrorangriffen. Es wurde aber nicht gesagt, wie die Pläne genau aussehen und wie viel US-Sicherheitspersonal in Sotschi vor Ort sei. Es hieß lediglich, Sportler und Funktionäre würden von Sicherheitsleuten begleitet. Konkrete Evakuierungspläne für den Notfall gebe es aber nicht. Die Regierungsbeamten wollten namentlich nicht genannt werden.

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