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09.09.2012

13:11 Uhr

„Terrorhelfer“

Kanada bricht Beziehungen zu Iran und Syrien ab

Deutliches Zeichen aus Kanada: Die Regierung hat sämtliche diplomatischen Verbindungen zu den Staaten Iran und Syrien abgebrochen. Bereits zuvor war sämtliches Personal aus den Botschaften im Iran abgezogen worden.

John Baird hat veranlasst, die diplomatischen Beziehungen zu Iran und Syrien abzubrechen. dapd

John Baird hat veranlasst, die diplomatischen Beziehungen zu Iran und Syrien abzubrechen.

MontréalKanada hat alle diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen und das Land auf die Liste der Staaten gesetzt, die "den Terrorismus unterstützen". Wie der kanadische Außenminister John Baird und der Minister für öffentliche Sicherheit, Vic Toews, am Freitag mitteilten, wurden diese Maßnahmen zudem für Syrien beschlossen. Teheran warf der Regierung in Ottawa vor, sie sei "extremistisch" und von Israel gesteuert.

Baird gab zunächst die Schließung der kanadischen Botschaft im Iran und die Ausweisung aller noch in Kanada akkreditierten iranischen Diplomaten bekannt. Er begründete die Maßnahmen mit einer "steigenden Militärhilfe" Teherans für die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Einige Stunden später präzisierte er in einer gemeinsamen Erklärung mit Toews, dass auch Syrien auf die Liste der "Terrorunterstützer" gesetzt worden sei.

"Kanada ist entschlossen, gegen den internationalen Terrorismus zu kämpfen und die Verantwortlichen für Terrorakte sowie ihre Unterstützer zu zwingen, für ihre Taten geradezustehen", erklärte Baird. Toews erklärte, der Kampf gegen den Terrorismus sei "eine Priorität" für die kanadische Regierung.

Der Iran halte sich nicht an die UN-Resolutionen zu seinem umstrittenen Atomprogramm, stachele zum "Genozid" gegen Israel auf und unterstütze "terroristische Gruppen", erklärte Baird. "Kanada sieht in der iranischen Regierung heute die größte Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit in der Welt", fügte er hinzu. Kanadas gesamtes diplomatisches Personal habe den Iran bereits verlassen. Die 17 iranischen Diplomaten in Ottawa seien aufgefordert worden, das Land innerhalb von fünf Tagen zu verlassen.

Der iranische Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast warf der kanadischen Regierung vor, sie sei "extremistisch" und stehe "unter dem Einfluss des zionistischen Regimes", also Israels. Teheran werde auf die Maßnahmen Kanadas "angemessen reagieren", kündigte der Sprecher laut der Nachrichtenagentur Isna an. Er warf Ottawa vor, in der Vergangenheit "einseitige illegale Maßnahmen" gegen den Iran ergriffen zu haben, darunter Sanktionen gegen die iranische Zentralbank und das Einfrieren von Bankkonten iranischer Staatsbürger.

Kommentare (9)

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DionKassios

09.09.2012, 14:38 Uhr

Dass der Westen in kollektiver Erinnerung an seine eigenen kolonialen 'Erungenschaften' sich solidarisch mit dem zionistischen Okkupanten des 20. Jahrhundert erklärt ist nur logisch.

egonolsen

09.09.2012, 17:37 Uhr

Na dann muss ich auch Kanada auf meine Liste der Länder schreiben, in die man nicht auswandern sollte.

Gedankenverbrecher

09.09.2012, 18:07 Uhr

Wenn Kanada ein glaubwürdiges Zeichen gegen Terror setzten will, dann sollte es eher die Kontakte zu ISRAEL und den USA abbrechen.
Es gibt keine Beweise dafür, daß Iran ein Terrorstaat ist. Dafür aber jede Menge Beweise für die Verwicklungen der NATO-Staaten in weltweiten Terror.
Und was berichten unsere geliebten Massenmedien?
Nichts als Kriegshetze, frei nach dem Motto: Wir müssen die arabischen Terrorstaaten besiegen, bevor sie uns angreifen. Gute Idee: Nach dieser Logik könnte ich meinen Nachbarn vorsichtshalber umbringen, damit es keinen zukünftigen Nachbarschaftsstreit gibt. Das ist NATO-Logik.

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