Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.06.2016

20:10 Uhr

Terrorismus während der EM

Frankreichs neue Realität

VonThomas Hanke

Für Frankreich werden schlimme Befürchtungen wahr: Ein Terrorakt, Gewaltorgien von Hooligans und neue Proteste gegen die Arbeitsreform – alles kommt auf einen Schlag. Die Franzosen reagieren auf ihre ganz eigene Art.

Hollande zum Polizistenmord

„Es war unbestreitbar ein terroristischer Akt“

Hollande zum Polizistenmord: „Es war unbestreitbar ein terroristischer Akt“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

ParisNach dem Mord eines vorbestraften Islamisten an einem Polizistenpaar hat die französische Regierung keine beruhigende Botschaft für die eigene Bevölkerung. Sie reagiert auch nicht mit dem sonst üblichen Aktionismus. „Wir können nicht nach jedem Vorfall nach neuen, zusätzlichen Kräften rufen“, sagte Premier Manuel Valls bei einem Statement vor der Nationalversammlung.

Er appelliert an den Realitätssinn der Franzosen: „Mit den Anschlägen von 2015 sind wir in eine andere Epoche eingetreten, die Zeit der Sorglosigkeit ist vorbei.“ Es gebe eine weltweite Bedrohung, wie der Anschlag in Florida gezeigt habe, und „der Krieg gegen den Terrorismus, in dem wir stehen“, verlange „Entschiedenheit und einen langen Atem“.

Der 25-jährige Larossi Abballa hatte am späten Montagabend einem Polizisten vor dessen Haus in Magnanville bei Paris aufgelauert und ihn mit einem Messer erstochen. Nachdem er in das Haus eingedrungen war, ermordete er auch die Frau des Polizisten. Er verbreitete ein Video des getöteten Beamten, in dem er sagt, er wisse noch nicht, was er mit dem dreijährigen Kind des Paares machen solle. Gegen Mitternacht wurde Abballa im Haus von Angehörigen des Einsatzkommandos RAID erschossen. Das Kind wurde unter Schock, aber unverletzt gefunden. Am Dienstag sind zwei Personen festgenommen worden, die dem mutmaßlichen Attentäter nahestehen sollen. Das teilten die Behörden mit.

Die Ermittler bezeichneten den Mord als „neuen Terrorakt“. Der Täter habe sich wenige Wochen vor der Tat zur Terrormiliz Islamischer Staats (IS) bekannt, sagte der für Terrorismus zuständige Staatsanwalt François Molins heute in Paris auf Basis erster Ermittlungen. Zudem sei eine Liste mit Zielen gefunden worden, auf der Polizisten, Journalisten und Rapper verzeichnet waren.

Abballa soll zudem in einem auf Facebook veröffentlichten Video zu weiteren islamistischen Anschlägen während der Fußball-Europameisterschaft aufgerufen haben. „Wir werden aus der EM einen Friedhof machen“, sagte Abballa in einem auf Facebook veröffentlichten Video, wie der Experte David Thomson am Dienstag berichtete. Thomson ist ein auf Terrorismus spezialisierter Journalist des französischen Senders RFI und Verfasser des Buches „Die französischen Dschihadisten“.

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Hans Mayer

14.06.2016, 14:04 Uhr

All das steht uns auch noch bevor, einzig dem Langmut und großen Schlafbedürfnisses der deutschen Bevölkerung ist es zu verdanken das es hier noch nicht "Gerappelt" hat, aber das kommt noch, ganz sicher!

Account gelöscht!

14.06.2016, 14:09 Uhr

Das Ende der EU kommt mit raschen Schritten näher,
die Befreiung kommt über Frankreich.
Unser Grundgesetz wird wieder in Kraft treten und die Merkel-Regierung in den Orkus fallen.
Vorwärts Le Pen !!

Herr Helmut Metz

14.06.2016, 14:14 Uhr

Ich empfehle drei visionäre Bücher:
1.Zu dem, was in Frankreich gerade passiert (und zu der panischen Reaktion des Polit-Establishments darauf): Michel Houellebecqs "Unterwerfung"
2. Zu dem, was in Europa gerade passiert: Jean Raspails "Das Heerlager der Heiligen"
3. als Blaupause für die Weltpolitik des 21. Jahrhunderts (von wegen harmonisches, friedliches Miteinander der Kulturen): Samuel Huntingtons: "Clash of Civilizations" (Kampf der Kulturen)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×