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12.11.2016

19:03 Uhr

Terrormiliz IS

Dutzende Tote bei Anschlag in Pakistan

Erneut wird die pakistanische Provinz Baluchistan von einem schweren Anschlag erschüttert. Sufi-Gläubige waren das Ziel einer Explosion. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu dem Anschlag.

45 Menschen wurden bei einem Anschlag auf einen Sufi-Schrein getötet. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu dem Anschlag.

Anschlag in Pakistan

45 Menschen wurden bei einem Anschlag auf einen Sufi-Schrein getötet. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu dem Anschlag.

QuettaBei einem Bombenanschlag auf einen Schrein in Pakistan sind mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen. Die Opferzahl könne weiter steigen, sagte am Samstagabend der Innenminister der südlichen Provinz Baluchistan, Sarfraz Bugti, der Deutschen Presse-Agentur. Mindestens 100 Menschen wurden laut Polizei verletzt, als ein Sprengsatz am Shah-Norani-Schrein detonierte, rund 150 Kilometer von der Stadt Hub entfernt.

Rettungskräfte hatten Schwierigkeiten, den Ort zu erreichen. Die Behörden riefen Anwohner zur Hilfe auf. Die Armee entsandte 100 Soldaten und vier medizinische Teams. Auch zwei Hubschrauber waren im Einsatz.

Die internationale Anti-IS-Koalition

Welche Länder beteiligen sich?

Nachdem der IS sich im Sommer 2014 in Syrien ausbreitete, beschlossen zehn Länder auf einer Nato-Konferenz ein Bündnis gegen die Terrormiliz. Heute gehören mehr als 60 Staaten zu der Allianz, darunter neben den USA auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Türkei. Saudi-Arabien und andere arabische Staaten wie Jordanien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar haben sich dem Bündnis ebenfalls angeschlossen.

Quelle: dpa

Wie geht die Allianz vor?

Derzeit bekämpft die Allianz den IS vor allem in Syrien und im Irak, wenngleich sich der IS auch in Libyen festgesetzt hat. Nach eigenen Angaben hat die Koalition mehr als 12.000 Luftangriffe auf IS-Stellungen geflogen. Die USA bilden im Irak Soldaten der Armee und kurdische Kämpfer aus, Deutschland liefert Waffen und Ausrüstung für kurdische Peschmerga und leistet mit sechs Tornado-Flugzeugen Aufklärungsarbeit.

Welche Erfolge gibt es?

Die Dschihadisten sind in Syrien und im Irak massiv unter Druck geraten. Seit Beginn vergangenen Jahres hat der IS mehr als ein Drittel seines „Kalifat“ genannten Herrschaftsgebietes eingebüßt. Vor allem die Kurden haben den Extremisten mit Hilfe internationaler Luftunterstützung im Norden beider Länder große Gebiete abgenommen. Der irakischen Armee gelang es, den IS aus wichtigen Städten wie Ramadi und Falludscha zu vertreiben. Außerdem haben die Luftschläge die Ölinfrastruktur unter IS-Kontrolle stark zerstört, weshalb die Extremisten laut Analysten unter Finanzproblemen leiden. Dennoch beherrscht der IS noch große Gebiete in Syrien und im Irak.

Welche Rolle spielt die Türkei?

Um die Rolle der Türkei gibt es Streit. Die Türkei stellt seit Sommer vergangenen Jahres ihren Luftwaffenstützpunkt Incirlik der Allianz für den Luftkampf gegen den IS bereit. Ankara hilft auch bei der Ausbildung und hat nach eigenen Angaben kurdische Peschmerga bei der Großoffensive auf Mossul mit Artillerie unterstützt. Die Regierung in Bagdad lehnt eine türkische Militärpräsenz im Irak allerdings ab. Die türkische Führung wiederum weigert sich, ihre Soldaten abzuziehen.

Wann ist Mossul befreit?

Das ist schwer zu sagen, zumal die eigentlichen Kämpfe um die Stadt noch nicht begonnen haben. Bei dem Koalitionstreffen in Paris geht es jedoch schon darum, die politischen Weichen für die Zeit nach dem IS in Mossul zu stellen. Das Gesellschaftsgefüge ist fragil in Iraks zweitgrößter Stadt. Während die meisten Iraker Schiiten sind, ist die Mehrheit der Bevölkerung in Mossul sunnitisch wie der IS. Zudem lebten viele Christen dort. Der sunnitische türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte bereits, dass nach dem Ende der Kämpfe keine Schiiten mehr in der Stadt leben sollten.

Medienberichten zufolge nahmen Hunderte Gläubige an einer Sufi-Zeremonie teil, als die Bombe hochging. Unter den Besuchern waren demnach auch Frauen und Kinder.

Sufis folgen einer mystischen Form des Islam. Ihre Schreine werden regelmäßig von pakistanischen Taliban angegriffen, die meinen, dass Musik und Tanz beim Gebet unislamisch sind.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Pakistanische Politiker verurteilten die Tat scharf.

In der größten pakistanischen Provinz Baluchistan sind extremistische Gruppen besonders präsent und aktiv - sie gilt als Unruheherd des Landes. Darunter sind etwa Separatisten, sunnitische Extremisten sowie pakistanische und afghanische Taliban. Immer wieder kommt es zu schweren Anschlägen.

So kamen bei einem Angriff auf eine Polizeiakademie in der Provinzhauptstadt Quetta im Oktober 61 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Im August wurden vor einer Klinik in Quetta knapp 88 Menschen getötet.

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