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16.09.2014

14:25 Uhr

Terrormiliz

IS schießt wohl erstmals syrischen Militärjet ab

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat erstmals ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen, wie eine oppositionsnahe Gruppe berichtet. Syrische Streitkräfte nehmen fast täglich IS-Stellungen im Grenzgebiet unter Feuer.

Das Foto zeigt den Absturzort des syrischen Kampfflugzeugs außerhalb der Stadt Rakka. Reuters

Das Foto zeigt den Absturzort des syrischen Kampfflugzeugs außerhalb der Stadt Rakka.

BeirutDie extremistische Miliz Islamischer Staat (IS) hat einer oppositionsnahen Gruppe zufolge am Dienstag ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen. Das Flugzeug sei außerhalb der Stadt Rakka, einer Hochburg der sunnitischen Extremistenmiliz, abgestürzt, berichtete ein Augenzeuge. Damit habe die IS erstmals seit Ausrufung eines grenzüberschreitenden Kalifats im Juni einen Kampfjet abgeschossen, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Die syrische Luftwaffe flog nach Angaben der Beobachtungsstelle am Dienstag fünf Angriffe auf die 400 Kilometer nordöstlich von Damaskus gelegene Stadt. Seit der Eroberung der nordirakischen Stadt Mossul durch die IS im Juni nehmen die syrischen Streitkräfte nahezu täglich IS-Stellungen im Grenzgebiet unter Feuer.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

US-Präsident Barack Obama hatte vergangene Woche die Ausweitung des Kampfes gegen den IS angekündigt, der weite Teile des Irak und Syriens unter seine Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen hat. Dazu sollen IS-Ziele nicht nur im Irak angegriffen werden, sondern auch in Syrien.

Von

rtr

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