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02.06.2015

10:33 Uhr

Terrormiliz Islamischer Staat

Bündnis gegen IS berät über Strategie

Nach den jüngsten Eroberungen der Terrormiliz Islamischer Staat beraten die internationalen Bündnispartner über ihre Strategie im Kampf gegen die Extremisten. US-geführtes Bündnis flog bislang mehr als 4100 Luftangriffe.

Im Kampf gegen den selbst ernannten Islamischen Staat beraten die Bündnispartner ihre Strategien im Kampf gegen die Terrormiliz. dpa

Kampf gegen den IS

Im Kampf gegen den selbst ernannten Islamischen Staat beraten die Bündnispartner ihre Strategien im Kampf gegen die Terrormiliz.

ParisDer Irak und seine internationalen Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat überprüfen ihre Strategie gegen die Extremisten nach deren jüngsten Eroberungen. Eine grundlegende Änderung wird von einem Treffen der Bündnispartner am Dienstag in Paris aber nicht erwartet.

Das US-geführte Bündnis flog bisher mehr als 4100 Luftangriffe gegen den IS, ohne die Extremisten nachhaltig aufzuhalten. Kürzlich konnten sie die irakische Stadt Ramadi rund 100 Kilometer westlich von Bagdad sowie die antike Oasenstadt Palmyra in Syrien einnehmen.

Wer den Kampf gegen IS anführt

USA

Als federführende Macht im Bündnis haben die USA bereits Dutzende Luftangriffe auf IS-Ziele im Irak und in Syrien geflogen. Washington schickte zudem Militärberater, Versorgungsgüter und humanitäre Hilfe, um irakischen und kurdischen Truppen im Kampf gegen die Extremisten unter die Arme zu greifen.

Die Golfstaaten

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain haben sich an Luftangriffen auf IS-Stellungen in Syrien beteiligt. Ein vierter Akteur, Katar, hat laut Pentagon eine unterstützende Rolle inne. Die Emirate und Katar haben ihre Luftwaffenbasen zudem als Rampe für die Anti-IS-Offensive zur Verfügung gestellt. Ebenfalls beteiligte US-Marineschiffe wurden der im Bahrain stationierten Fünften Flotte der Navy zugeteilt. Saudi-Arabien hat sich zudem als Gastgeberland für die Ausbildung moderater syrischer Rebellen angeboten.

Jordanien

Jordanien hat schon selbst Luftangriffe gegen IS-Stellungen geflogen. Anhaltende Grenzverletzungen hätten diesen Schritt nötig gemacht, teilte Regierungssprecher Mohammed Al-Momani mit. Details über die Operationen gab das Königreich zwar nicht preis. Doch hieß es, die Luftangriffe sollen Jordaniens Sicherheit gewährleisten.

Ägypten

Eine konkrete Beteiligung an den Luftangriffen gegen die IS-Miliz hat Kairo zwar bislang nicht in Aussicht gestellt. Doch bekräftigte Präsident Abdel-Fattah al-Sisi kürzlich in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP die „umfassende Bereitschaft zur Unterstützung“ der Anti-IS-Koalition. „Wir werden alles tun, was erforderlich ist“, versprach er.

Israel

Das Land hilft vor allem im Verborgenen: Die USA erhielten von Israel geheimdienstliche Einschätzungen und konkrete Erkenntnisse über die IS-Miliz, sagt ein Gewährsmann im Verteidigungsministerium. Dies sei Teil der anhaltenden bilateralen Geheimdienstkooperation. Im Übrigen sei Israel nicht um einen Beitrag gebeten worden, der darüber hinausginge.

Großbritannien

Über dem Irak operieren britische „Tornado“-Jagdbomber, unterstützt von Tankflugzeugen und Signalaufklärung, teilte die Regierung in London mit. Britischen Medien zufolge stehen zudem auf Zypern sechs Kampfjets in Bereitschaft. Angaben über deren Zahl will das Militär jedoch nicht nennen. Die „Tornado“-Jets erweiterten die Fähigkeit der Anti-IS-Koalition, bewegliche Ziele ins Visier zu nehmen, erklärt Ben Goodland. Zudem stehen den Briten zwei Langstreckenwaffensysteme zur Verfügung: Tornado-Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow sowie U-Boot-gestützte Tomahawk-Geschosse.

Frankreich

Seit dem Eintritt in die Anti-IS-Koalition am 19. September hat das französische Militär zweimal Luftangriffe im Irak geflogen. Dabei feuerten Rafale-Kampfjets lasergesteuerte Bomben auf Munitionslager und Militärgerät ab, zunächst nahe Mossul und am Donnerstag unweit von Falludscha. Koordiniert wird das Ganze von einem französischen Luftwaffenstützpunkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten aus. Auf der Basis sind 750 Militärangehörige und sechs Rafale-Kampfjets stationiert.

Deutschland

Eine deutsche Beteiligung an den Luftangriffen gegen die IS-Miliz soll es nicht geben. Allerdings unterstützt die Bundesregierung die kurdischen Peschmerga-Kämpfer im irakischen Erbil mit Waffen. Einige von ihnen werden in Deutschland von der Bundeswehr ausgebildet. In Erbil schulen zudem deutsche Soldaten die Peschmerga-Kämpfer im Umgang mit Waffen.

Belgien

Das Land will sechs F-16-Mehrzweckkampfjets und ein Hilfsteam mit 120 Personen, darunter acht Piloten, in Jordanien stationieren. Sie haben ein Mandat für einmonatige Operationen im Irak. Eine Verlängerung wäre bei Zustimmung des belgischen Parlaments möglich.

Dänemark

Kopenhagen hat sieben F-16-Kampfjets, Piloten und Hilfspersonal im Kampf gegen die Dschihadisten versprochen. Ihre Einsatzzeit beträgt zwölf Monate. Washington bat Dänemark auch um die Entsendung von Militärausbildern in den Irak gebeten. Dort sollen sie irakische und kurdische Sicherheitskräfte im Bodenkampf gegen die IS-Milizen schulen.

Kanada

Ottawa hat rund 70 Elitesoldaten abgestellt, die kurdische Truppen im Nordirak beraten sollen. Noch diese Woche will das Kabinett von Premierminister Stephen Harper zudem eine US-Bitte um Teilnahme an den Luftangriffen gegen IS-Stellungen prüfen. Kanada hat bereits zwei Militärfrachtflugzeuge beigesteuert, die Waffen für die kurdischen Kämpfern geladen hatten.

Australien

Ein Luftwaffenkontingent, darunter acht F/A-18-Kampfjets vom Typ Hornet und zwei Unterstützungsflugzeuge, hat Canberra bereits in die Vereinigten Arabischen Emirate geschickt. Mit dabei sind auch 600 Soldaten, die meisten von ihnen Mitglieder der Luftwaffe. Es wird erwartet, dass die australischen Kampfjets an Einsätzen gegen die IS-Miliz im Irak teilnehmen. Die Regierung von Premierminister Tony Abbott hat sich jedoch noch nicht auf eine Kampfrolle festgelegt.

An den Luftangriffen im Irak beteiligen sich neben den USA auch Länder wie Belgien und Frankreich, in Syrien werden die USA von Kanada und mehreren arabischen Staaten unterstützt.

Der französische Außenminister Laurent Fabius sagte, Luftangriffe könnten nur wirksam sein, wenn alle Iraker glaubten, dass die Regierung alle Bevölkerungsgruppen vertrete.

Auch die USA zeigen sich zunehmend ungeduldig mit der schiitisch geführten Regierung in Bagdad, der Kritiker Korruption und religiöse Spaltung vorwerfen. Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi wird an der Konferenz in Paris teilnehmen.

Von

ap

Kommentare (1)

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Herr Joly Joker

02.06.2015, 12:37 Uhr

Dieser Artikel strotz nur so von journalistischer Fähigkeit. ZB:
"Das US-geführte Bündnis flog bisher mehr als 4100 Luftangriffe gegen den IS, ohne die Extremisten nachhaltig aufzuhalten. Kürzlich konnten sie die irakische Stadt Ramadi rund 100 Kilometer westlich von Bagdad sowie die antike Oasenstadt Palmyra in Syrien einnehmen"
Könnte sich der Autor nicht mal zur Frage durchringen was geschähen wäre ohne diese 4000 Luftangriffe und die Unterstützung der Kurden? In diesem Fall wäre wohl der IS und sein Kalifat in den Hauptstädten Libanons, Syriens, Jordaniens, Saudi-Arabiens und in allen Golfstaaten.
So gesehen ist der bisherige Einsatz wohl doch sehr erfolgreich --- für die Potentaten in dieser Region. Für uns natürlich auch, denn ein krieg des Kalifats mit Iran wäre wohl wahrscheinlich. Und Iran würde sich wohl genötigt sehen Hilfe aus Europa und den USA anzufordern. Und das ist noch nicht alles. Libyen, einige Maghreb Staaten und die Sahelzone bis tief in den Sudan und Nigeria hinein hätten entsprechende kalifatische Metastasen. Das wäre mal anzusprechen in solch einem Artikel.

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