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22.06.2015

17:29 Uhr

Terrormiliz Islamischer Staat

Europol jagt IS auf sozialen Netzwerken

Terror im Internet: Europas Polizei stellt sich geschlossen gegen die Aktivitäten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Europol will IS-Accounts aufspüren und blockieren.

Screenshot eines Videos, das von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde. dpa

IS-Enthauptungsvideo

Screenshot eines Videos, das von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde.

Den HaagEuropol will mit einer neuen Polizei-Einheit Accounts der Terromiliz Islamischer Staat (IS) auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter aufspüren und blockieren.

Die wichtigsten Kanäle der IS-Propaganda sollen gestoppt werden, erklärte der Direktor der europäischen Polizeibehörde, Rob Wainwright, am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Den Haag. „Unser Hauptziel ist es, die Rekrutierung neuer Dschihadisten in Europa zu unterbinden.“

Die Beamten würden ab Juli die Netzwerke auf mögliche terroristische Inhalte durchsuchen, erklärte der Direktor. Bei einem erwiesenen Missbrauch würden die Betreiber der Netzwerke informiert. „Sie werden die Accounts dann gemäß ihrer eigenen Nutzerregeln blockieren“, sagte Wainwright.

So viel kostet ein Terroranschlag

Die exakten Kosten...

... ... für Anschläge von Terrororganisationen sind schwierig zu bestimmen, wurden jedoch gerade als Folge von 9/11 von den Ermittlungsbehörden taxiert.

500.000 US-Dollar...

... haben demnach die Anschläge vom 11. September gekostet. Es ist die höchste Summe, die soweit bekannt, jemals für einen Terrorangriff ausgegeben wurde. Bereitgestellt wurde das Geld durch Überweisungen.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung...

... aus Sicht der Islamisten ist dabei gerade nach 9/11 perfekt aufgegangen. Den 500.000 investierten Dollars stehen direkte Kosten des Sachschadens 15,5 Milliarden US-Dollar gegenüber plus weitere Milliarden Belastungen der Haushalte durch den „Kampf gegen den Terror“ und gesamtwirtschaftliche Kosten, etwa für Fluglinien und Versicherungen.

Die Bombenanschläge auf Bali...

... mit mehr als 200 Todesopfern im Oktober 2002 kosteten die Terroristen deutlich weniger. So wird die Summe, die dafür aufgewendet wurde, mit 50.000 Dollar taxiert.

Die Anschläge von Madrid...

... vom 11. März 2004 auf Nahverkehrszüge, bei denen 192 Menschen starben, werden mit maximal 15.000 Dollar angegeben.

Extrem niedrige Kosten...

... für die Islamisten verursachten die Anschläge auf die U-Bahn in London im Juli 2005 mit mehr als 30 Toten zur Rushhour am 7. Juli 2005. Die vier Bomben, vier Rucksäcke, Handys und Zugtickets kosteten die Terroristen höchstens 2000 Dollar.

Diese Mikrofinanzierung...

... des Terrors macht es so schwierig, die Finanzströme mit den üblichen Kontrollen aufzudecken und zu stoppen. Das zentrale Mittel dieser Organisationen sind die selbstmordbereiten Attentäter, für deren individuellen und kollektiven Deradikalisierung aus Sicht von Experten zu wenig getan wird.

Quelle

German Institute of Global and Area Studies/Konrad-Adenauer-Stiftung/eigene Recherche

Europol habe darüber mit den „größten sozialen Netzwerken“ eine Vereinbarung getroffen. Namen der Unternehmen nannte er nicht. Die Terrormiliz IS versucht über soziale Netzwerke, Dschihadisten für den Kampf in Syrien oder den Irak zu werben. Nach Schätzungen von Experten sind allein im Kurznachrichtendienst Twitter 50 000 Accounts mit der Terrormiliz verbunden.

Von

dpa

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