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14.04.2015

10:20 Uhr

Terrormiliz verschleppt 2000 Frauen

Das grausige Schicksal der Boko-Haram-Frauen

Ein Amnesty-Bericht zeigt die Grausamkeit der Terrororganisation Boko Haram in Nigeria. Seit Jahresbeginn haben die Extremisten mindestens 2000 Frauen entführt – ihnen drohen Vergewaltigung, Zwangsheirat, Steinigung.

Entführte Mädchen in Nigeria

„Sie haben mir beigebracht, wie man Ungläubige umbringt“

Entführte Mädchen in Nigeria: „Sie haben mir beigebracht, wie man Ungläubige umbringt“

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DakarDie radikal-islamische Miliz Boko Haram hat laut Amnesty International seit Jahresbeginn mindestens 2000 Frauen entführt und sie als Sex-Sklavinnen, Kriegerinnen oder Köchinnen missbraucht. In einigen Fällen wurden die Frauen oder Mädchen von ihren Entführern gesteinigt und umgebracht, sollten sie sich ihnen verweigern, berichtet die Menschenrechtsorganisation am Dienstag.

Erlangt Boko Haram, die die westliche Bildung als Sünde ansehen, die Kontrolle über eine Stadt, würden sie die Frauen und Mädchen zusammentreiben und sie in Häusern oder Gefängnissen einsperren. Der 90 Seiten umfassende Bericht von Amnesty International, der auf dutzenden Interviews mit Zeugen basiert, kommt ein Jahr nachdem die Miliz mehr als 200 Schülerinnen in Chibok im Norden Nigerias verschleppt hatte. Trotz der Bemühung des Westens, die Opfer aufzuspüren, wird die Mehrheit der Kinder weiterhin vermisst.

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Nigeria in einem Teufelskreis aus Korruption, Gewalt und Armut: Die Wahl von Ex-General Buhari ist ein kleiner Lichtblick. Doch allein die Öl-Mafia zu zerschlagen, ist eine Herkulesaufgabe. Und Boko Haram wütet weiter.

Unterdessen hat der neue Präsident von Nigeria, Muhammadu Buhari, erklärt, alles zu unternehmen, um die Schülerinnen zu befreien. Er räumte jedoch ein, dass es unklar sei, ob sie jemals gefunden würden. Zuletzt hatte Nigerias Militär gemeinsam mit Tschad und Niger den Druck auf Boko Haram erhöht und mehrere Ortschaften befreit, darunter auch Damasak. Die Miliz kämpft seit Mitte 2009 für einen islamistischen Staat im Norden Nigerias. Allein im vergangenen Jahr tötete sie rund 10.000 Menschen. Sie hat ihre Angriffe auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad ausgeweitet.

Blutiger Terror in Nigeria

Dezember 2010

Bei blutigen Angriffe auf Christen in Nigeria sterben an Heiligabend mindestens 80 Menschen. In und um die Stadt Jos im Zentrum des Landes explodieren mehrere Bomben. Dutzende Angreifer attackieren eine Kirche in Maiduguri. Am 26. Dezember gehen erneut mehrere Häuser in Flammen auf. In Jos kommt es nach den Explosionen zu Zusammenstößen.

Januar 2011

Bei Sprengstoffexplosionen werden in der Neujahrsnacht mindestens elf Menschen getötet. Für die Anschläge in einer Kirche und auf einem Kasernengelände stehen muslimische Extremisten im Verdacht.

Juni 2011

Bei mehreren Angriffen der radikalislamistischen Sekte Boko Haram innerhalb weniger Wochen sterben mehr als 30 Menschen. Ein Anschlag traf einen von Polizisten und Soldaten besetzten Biergarten. Boko Haram lehnt jeden westlichen Lebensstil ab – auch das Trinken von Alkohol.

Dezember 2011

Auch im Folgejahr kommt es am 24. Dezember zu neuen Anschlägen. In der Folgezeit werden regelmäßig christliche Gebäude bombardiert. Boko Haram hat es maßgeblich auf Kirchen abgesehen. Christen werden gezielt angegriffen und getötet.

November 2012

Bei einem Gefecht in der nordnigerianischen Stadt Maiduguri mit dem örtlichen Militär wird Ibn Saleh Ibrahim, der Anführer von Boko Haram, erschossen.

Februar 2013

Die Terrorgruppe hat es inzwischen auch gezielt auf Ausländer abgesehen. Zunächst werden sieben Mitarbeiter einer britischen Baufirma, wenige Tage später eine mehrköpfige Familie aus Frankreich entführt.

Mai 2013

Angesichts der blutigen Situation ruft Nigerias Präsident Goodluck Jonathan den Notstand aus. Experten zufolge hat die Terrorgruppe Boko Haram bis zu diesem Zeitpunkt über 4000 Menschen getötet.

Januar 2014

Fast jeden Tag gibt es Meldungen über neue Entführungen und Morde. Die Terrormiliz geht weiter ungeachtet mit größter Brutalität vor und warnt andere Staaten vor militärischer Intervention.

März 2015

Nach eigenen Angaben hat es die nigerianische Armee geschafft, das Hauptquartier von Boko Haram zu zerstören. Zahlreiche Mitglieder der Terrormiliz seien getötet worden. Erst wenige Tage zuvor hatte Boko Haram eine Gruppe von knapp 500 Frauen und Kindern entführt.

Im ganzen Land gedachten Menschen am Dienstag den mehr als 200 verschleppten Schülerinnen. In der Hauptstadt Abuja wurde eine Mahnwache abgehalten, zahlreiche weitere Veranstaltungen zur Erinnerung an die entführten Mädchen waren geplant. Die Kampagne #BringBackOurGirls (Bringt unsere Mädchen zurück) wollte auch in anderen Ländern an das Schicksal der Mädchen erinnern. Das New Yorker Empire State Building sollte am Dienstag rot und lila angestrahlt werden, um die Gewalt gegen Frauen anzuprangern.

Boko Haram hatte vor einem Jahr aus einem Internat der Stadt Chibok im Nordosten Nigerias 276 Mädchen verschleppt. Dutzende von ihnen konnten später fliehen, doch blieben 219 Schülerinnen in der Gewalt der Islamisten. Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau erklärte später, sie alle seien zum Islam konvertiert und verheiratet worden. Eltern und Aktivisten werfen den nigerianischen Behörden vor, zu wenig für die Freilassung der Mädchen zu tun.

Kommentare (1)

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Herr Joly Joker

14.04.2015, 10:45 Uhr

Das Schicksal aller Frauen in vielen afrikanischen Staaten sieht etwa so aus:
Zwangsheirat
Verkauf der Mädchen an den meistbietenden Interessenten
sexuelle Nötigung/Vergewaltigung von Lehrern, Nachbarn, Verwandten, Taxifahrern und Marktaufsehern
Verkauf als Arbeitskräfte ab 8 Jahre mit sexuellem Gebrauch durch den Herrn/Sohn des Hauses
Diese Infos stammen aus Sendungen der ARD/ZDF. Darüber hinaus kenne ich dieses Vorgehen von meinen afrikanischen Kollegen. Das alles ist aber auch in Indien..... normale Wirklichkeit.
Boko Haram steinigt auch Frauen. Das kennen wir doch auch aus Ländern wie Iran, Afghanistan und anderen uns eng verbundener islamischer Staaten. Und wie sieht es bei uns aus? Zwangsehen, Ehrenmorde, Eheerzwingung durch Vergewaltigung, Züchtigungsrecht und vergessen habe ich die allgegenwärtige klitorale Zwangsverstümmelung und die Vielweiberei.
Bevor wir hier über Boko Haram herziehen, wäre es unseren Politikern, Richtern, Staatsanwälte geraten bei uns in Europa mal klar Schiff zu machen.
Damit mich hier kein Gutmensch missversteht...Diese B H killer möchte ich gerne auf dem Schafott sehen. Egal wo - auch hier in Deutschland

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