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23.04.2013

02:59 Uhr

Terrornetzwerk

Anschlag auf Zug in Kanada vereitelt

Kanadische Ermittler haben einen Terroranschlag auf einen Zug verhindert. Die Tatverdächtigen sollen mit Al-Kaida in Verbindung gestanden haben. Es bestehe kein Zusammenhang zu den Explosionen in Boston.

Zwei Männer wollten offenbar einen Personenzug der Via Rail Canada (Archivfoto) zum Entgleisen bringen. Reuters

Zwei Männer wollten offenbar einen Personenzug der Via Rail Canada (Archivfoto) zum Entgleisen bringen.

OttawaKanadische Ermittler haben Medienberichten zufolge einen Terroranschlag vereitelt und mehrere Verdächtige festgenommen. An dem über Monate vorbereiteten Schlag gegen ein "Terrornetzwerk" waren am Montag laut kanadischen Fernsehberichten auch Bundespolizisten und Geheimdienstagenten den USA beteiligt.

Nach Angaben mehrerer US-Fernsehsender sollen zwei Männer geplant haben, entlang der Bahnstrecke von Toronto nach New York eine Brücke zu sprengen. Laut dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender CBC besteht kein Zusammenhang zu den tödlichen Anschlägen auf den Boston-Marathon vor einer Woche.

Der Angriff habe im Großraum Toronto stattfinden sollen, hieß es am Montag in einer Erklärung. Ziel sei es gewesen, einen Zug zur Entgleisung zu bringen. Offenbar habe die radikal-islamische Al-Kaida vom Iran aus den Plan unterstützt. Hinweise auf eine Verwicklung der Regierung in Teheran gebe es nicht.

Die Männer stammten aus Montreal und Toronto, aber seien keine kanadischen Staatsbürger. Zwar hätten sie "die Fähigkeit und den Vorsatz" gehabt, den Anschlag auszuführen. Polizeisprecherin Jennifer Strachan sagte am Montag, die Vorbereitungen für den Anschlag auf die Bahngesellschaft Via Rail seien aber noch in der Planungsphase gewesen, deshalb habe keine konkrete Gefahr für die Öffentlichkeit bestanden. Die Männer sollten am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden.

„Das ist der erste bekannte von Al-Kaida geplante Angriff, den wir in Kanada erlebt haben“, sagte Polizei-Superintendent Doug Best am Montag vor Journalisten in Toronto. Ein iranischer UN-Sprecher wies umgehend die Darstellung zurück, das Terrornetzwerk könnte vom Iran aus operieren.

Der Sprecher der iranischen UN-Mission in New York, Aliresa Mirjussefi, erklärte, Al-Kaida sei nicht im Iran tätig. „Die iranische Position gegen diese Gruppe ist sehr klar und wohl bekannt“, hieß es in einer E-Mail Mirjussefis an die Nachrichtenagentur AP. „Al-Kaida hat keine Möglichkeit, innerhalb des Irans irgendeine Aktivität auszuführen oder eine Operation im Ausland von iranischem Territorium aus zu führen. Wir weisen nachdrücklich und kategorisch jede Verbindung zu dieser Geschichte zurück.“

US-Geheimdienste sprechen dagegen von zumindest begrenzten Aktivitäten Al-Kaidas im Iran. Ein früherer CIA-Agent, der nun am Brookings-Institut ist, sagte, Iran habe einige Al-Kaida-Mitglieder unter Hausarrest gestellt gehabt. „Einige haben vermutlich verdeckt gearbeitet“, schrieb Bruce Riedel in eine E-Mail an AP. „Al-Kaida-Miglieder reisen häufig durch den Iran, wenn sie von Verstecken in Pakistan und Irak wechseln.“

In den vergangenen Jahren waren wiederholt mutmaßliche islamistische Terroristen aus Kanada ins Visier der Fahnder geraten. So sollen bei dem Angriff auf eine Gasförderanlage in Algerien Anfang des Jahres auch Extremisten aus Kanada beteiligt gewesen sein.

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