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05.11.2015

15:12 Uhr

Terrorverdacht bei Metrojet

IS könnte doch hinter Sinai-Absturz stecken

Warum stürzte das Flugzeug über dem Sinai ab? Geheimdienste glauben, eine IS-Bombe sei dafür verantwortlich. Großbritannien und Holland haben alle Flüge in die Region gestoppt. Was tun die Töchter der deutschen Lufthansa?

Insider berichtet

Sinai-Absturz: IS-Bombe an Bord geschmuggelt

Insider berichtet: Sinai-Absturz: IS-Bombe an Bord geschmuggelt

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Washington/Moskau/LondonDie US-Regierung vermutet auf Grundlage vorläufiger Erkenntnisse einen Bombenanschlag des regionalen Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat hinter dem Flugzeugabsturz auf dem Sinai am Wochenende. Dies sei unter anderem aus abgehörten Informationen zu schließen, erfuhr die Nachrichtenagentur AP am Mittwoch in Washington aus Regierungskreisen. Ähnliche Vermutungen gab es auch in London.

Beim Absturz der russischen Verkehrsmaschine über der ägyptischen Sinai-Halbinsel waren am Samstag alle 224 Insassen ums Leben gekommen. Der auf dem Sinai aktive Ableger des IS hatte schon kurz nach der Katastrophe behauptet, er habe den Ferienflieger vom Himmel geholt. Offiziell gibt es von den russischen und ägyptischen Ermittlern noch keine Erkenntnisse zur Absturzursache. Von Anfang an hatte es widersprüchliche Informationen und Vermutungen dazu gegeben.

Die schlimmsten Unglücke der russischen Luftfahrt

22. August 2006

170 Tote beim Absturz einer Tupolew-154M von Pulkovo Airlines nahe Donezk in der Ukraine. Auf dem Flug von Anapa nach St. Petersburg versuchten die Piloten eine Gewitterfront zu überfliegen.

9. Juli 2006

125 Tote bei der Bruchlandung eines Airbus A310 der Gesellschaft Sibir in Irkutsk. Auslöser waren Pilotenfehler. 78 Menschen überleben.

4. Juli 2001

145 Tote beim Absturz einer Tupolew-154M der Fluglinie Wladiwostokawia. Grund: Schlechte Sicht und Pilotenfehler beim Anflug auf Irkutsk.

3. Januar 1994

125 Tote beim Absturz einer Tupolew-154M von Baikal Airlines nach dem Start von Irkutsk. Auslöser war ein brennendes Triebwerk.

Auch aus Washington hieß es, es gebe noch keine offizielle Einschätzung der CIA oder anderer Geheimdienste. Die Beweismittel von der Unfallstelle würden noch ausgewertet, darunter auch die Datenrekorder des Flugzeugs.

Abgefangene Nachrichten spielten bei der Vermutung eine Rolle, dass der IS-Ableger auf dem Sinai einen Sprengsatz in das Flugzeug gebracht habe, verlautete aus Washington. Geheimdienstexperten glaubten jedoch nicht, dass die Operation von der IS-Führung im syrischen Rakka angeordnet worden sei. Aus US-Regierungskreisen hieß es allerdings auch, dass abgefangene Nachrichten manchmal irreführend sein könnten.

Auch die britische Regierung hatte am Mittwoch die Vermutung geäußert, dass es sich um einen Bombenanschlag handeln könnte. Zwar könne man die Ursache des Absturzes nicht eindeutig benennen, doch nährten immer mehr Informationen die Sorge, dass ein Sprengsatz dahinter stecken könnte, hieß es in einer Erklärung von Premierminister David Cameron.

Kommentare (27)

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Herr Marc Otto

05.11.2015, 09:43 Uhr

Mein Beileid allen Hinterbliebenen

Alles geben die Götter, die unendlichen,
ihren Lieblingen ganz,
alle Freuden, die unendlichen,
alle Schmerzen, die unendlichen, ganz. Johann Wolfgang von Goethe

Herr C. Falk

05.11.2015, 09:53 Uhr

"Krisenherde löscht du nciht mit Abwarten oder Teetrinken"

Putin handelt in Syrien, der IS rächt sich und tötet massenhaft russische Zivilisten.

Es ist an der Zeit, nicht nur den IS entscheidend zu schlagen, um Frieden in Syrien herzustellen sondern auch die bewaffnete "demokratische Opposition" zum Waffenstillstand zu ermuntern und wenn dieses nicht gelingt, zu zwingen.

Ein Sturz Assads würde noch einmal eine Flüchtlingskatastrophe auslösen, dieses Mal von syrischen Alaviten.

Herr Gerald Gantz

05.11.2015, 10:10 Uhr

Oder vielleicht so, wohl den Tätern, die einen IS haben, auf den sie alle Schuld abladen können.

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