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11.03.2011

12:04 Uhr

Teure Nahrungsmittel

Hohe Inflation lastet auf China

China erfreut sich zwar eines lebhaften Wirtschaftswachstums, muss dafür aber hohe Inflation hinnehmen. Vor allem die hohen Preise für Nahrungsmittel machen den Menschen zu schaffen. Entspannung ist nicht in Sicht.

Markt in Hefei: Hohe Preise machen den chinesischen Verbrauchern zu schaffen. Quelle: Reuters

Markt in Hefei: Hohe Preise machen den chinesischen Verbrauchern zu schaffen.

Peking

Trotz der Bemühungen im Kampf gegen die Inflation in China sind die Verbraucherpreise im Februar wieder um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Chinas Zentralbankchef Zhou Xiaochuan nannte die Inflation "gegenwärtig relativ stabil". Doch rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg bis Mai oder Juni.

Auf einer Pressekonferenz am Rande der Tagung des Volkskongresses sagte Zhou Xiaochuan am Freitag in Peking, dass China eine Erhöhung des Leitzinses oder der Kapitalanforderungen für die Banken weiter als wichtiges Werkzeug im Kampf gegen die Inflation betrachte, auch wenn höhere Zinsen zu Kapitalzuflüssen führten.

Die Wechselkurspolitik hingegen ist nach seiner Darstellung kein Allheilmittel gegen Inflation. China werde seine Währungspolitik weiter nur schrittweise und kontrollierbar reformieren, um die Flexibilität des Wechselkurses zu verbessern, wies Zhou Xiaochuan indirekt auch Forderungen nach einer schnelleren Aufwertung der chinesischen Währung gegenüber dem US-Dollar zurück.

Kein Zeitplan für volle Austauschbarkeit der Währung

China will sich auch nicht auf einen Zeitplan für die volle Konvertibilität seiner Währung, der Austauschbarkeit mit anderen Währungen ohne Beschränkung, festlegen. Die laufenden Pilotprogramme zur Abwicklung grenzüberschreitenden Handels werden die Konvertibilität in der Zahlungsbilanz aber weiter fördern, wie Vizezentralbankchefin Hu Xiaolin auf der Pressekonferenz sagte. Sie rechnet mit weiteren Fortschritten in den nächsten fünf Jahren.

Die Inflation wird von den Nahrungsmittelpreisen und den höheren Kosten für importierte Rohstoffe angetrieben. Die Nahrungsmittelpreise stiegen mit einem Plus von 11 Prozent, wie das Statistikamt berichtete. Ihr Anteil von einem Drittel in dem Währungskorb wurde noch um 2,21 Prozentpunkte reduziert, während die Bewertung der Immobilienpreise um 4,22 Prozentpunkte ausgeweitet wurde. Güter, die nichts mit Nahrungsmitteln zu tun haben, wurden im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,3 Prozent teurer.

Der Erzeugerpreisindex legte im Februar um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. "Der Inflationsdruck bleibt hoch", sagte Liu Ligang, China-Chefökonom der australischen ANZ-Bank der Nachrichtenagentur Xinhua. "Der starke Anstieg der Erzeugerpreise wird die Verbraucherpreise in naher Zukunft anheben."

Der Höhepunkt könnte im Mai oder Juni erreicht werden, doch sei ungewiss, ob die Inflation in der zweiten Jahreshälfte deutlich zurückgehen werde, sagte Chen Ying von der Wertpapierfirma Sealand.

Die Notenbank hat die Mindestkapitalanforderungen für die Banken seit Anfang vergangenen Jahres achtmal und die Leitzinsen dreimal angehoben. Einige Experten rechnen mit einer weiteren Zinserhöhung noch in diesem Monat.

China erlebte im vergangenen Jahr ein Wachstum von 10,3 Prozent. In diesem Jahr strebt die Regierung nur acht Prozent an, doch könnte es nach Expertenansicht wieder mehr werden.

Von

dpa

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