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29.01.2005

13:24 Uhr

Tiefe Gräben in der Wählerschaft

76 Prozent der Sunniten wollen nicht zur Irak-Wahl gehen

Die Sunniten im Irak, die rund 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen, lehnen nach einer US-Umfrage die Parlaments- und Regionalwahlen an diesem Sonntag mit großer Mehrheit ab.

HB ABU DHABI/BAGDAD. Nach einer Meinungsumfrage des US-Instituts „Zogby International“, die in der Nacht zum Samstag von Fernsehsender Abu Dhabi TV veröffentlicht wurde, erklärten 76 Prozent der befragten sunnitischen Iraker, dass sie an der Wahl „bestimmt nicht“ teilnehmen werden. Nur 9 Prozent gaben an, dass sie von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen wollten.

Im Gegensatz dazu wollen 80 Prozent der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und 57 Prozent der Kurden ihre Stimme abgeben. Zugleich befürworten 82 Prozent der sunnitischen Araber und 69 Prozent der Schiiten, dass die US-Streitkräfte den Irak sofort oder unmittelbar nach der Bildung der nächsten Regierung aus dem Irak abziehen. 53 Prozent der Sunniten halten außerdem bewaffnete Angriffe auf die fremden Streitkräfte für legitim.

„Die Gräben in der irakischen Wählerschaft sind so markant und tief, dass diese Wahlen, anstatt die Menschen einander anzunähern, sie eher entzweien können“, hieß es in einer Stellungnahme des Instituts zu den Ergebnissen der Umfrage. „Da die Sunniten jetzt schon die Wahlen boykottieren, ist für eine äußerst gewalttätige Mischung gesorgt.“

Die Umfrage war von Abu Dhabi TV in Auftrag gegeben worden. Zwischen dem 19. und 23. Januar wurde ein repräsentativer Querschnitt von 805 wahlberechtigten Irakern in den Städten Bagdad, Kerbela, Hilla und Kirkuk sowie in den Provinzen Dijala und Anbar befragt. Die Fehlerquote gab das Institut mit 3,6 Prozent an.

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