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04.05.2012

02:37 Uhr

Timoschenko im Hungerstreik

„Sie kann sich praktisch gar nicht bewegen“

Die Tochter der hungerstreikenden Oppositionsführerin Julia Timoschenko aus der Ukraine schlägt Alarm. Der Zustand ihrer Mutter habe sich weiter verschlechtert. Sie könne sich „praktisch gar nicht bewegen“.

Dieses Bild von Julia Timoschenko wurde am 27. April veröffentlicht. dpa

Dieses Bild von Julia Timoschenko wurde am 27. April veröffentlicht.

BerlinDer Gesundheitszustand der hungerstreikenden ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko hat sich nach Einschätzung ihrer Tochter weiter verschlechtert. "Sie ist viel schwächer, als sie noch vor ein paar Tagen war", sagte Jewgenija Timoschenko im ZDF, die ihre Mutter nach eigenen Angaben am selben Tag im Gefängnis besucht hatte.

Sie müsse liegen und könne sich zurzeit „praktisch gar nicht bewegen“. Die Bitten der Familie, den Hungerstreik zu beenden, seien bislang erfolglos. "Sie hat aus verschiedensten Gründen ein Interesse an diesem Hungerstreik", sagte die 32-jährige Jewgenija Timoschenko.

Die Tochter von Julia Timoschenko, Jewgenija. dpa

Die Tochter von Julia Timoschenko, Jewgenija.

Ihre Mutter wolle „weiter für die Demokratie in der Ukraine“ kämpfen. Die Familie hoffe auf eine Behandlung der ehemaligen ukrainischen Regierungschefin durch unabhängige deutsche Ärzte.

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Kommentare (6)

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Account gelöscht!

04.05.2012, 06:44 Uhr

Ja, die Geschichte lenkt von den wirklichen Problemen in der EU natürlich wunderbar ab. Fakt ist, dass die Dame es in kürzester Zeit zur Multimillionärin gebracht hat, sicherlich nicht mit ihrem Ministereinkommen. Sie wurde verurteilt (was ich mir für manche deutschen Politiker auch wünschen würde) und hat einen Bandscheibenvorfall. Wenn sie die Behandlung in ihrem Land ablehnt, mag sie dafür Gründe haben, aber dies Mitleidsnummer ist einfach nur erbärmlich. Wenn ich Schmerzen habe gehe ich zum Arzt und wenn es der Veterinär neben an ist.

Streifenkarl

04.05.2012, 07:51 Uhr

paar km weiter:
Wie die ARD Tagesschau heute ( 3.5.2012) berichtete, seien in Israel 1500 palästinensische Gefangene in den Hungerstreik gegen die unmenschlichen Haftbedingungen getreten. Israel behält sich das Recht vor, Palästinenser ohne Gerichtsprozesse ohne zeitliche Grenze in Gefängnissen einzukerkern. ( quelle :http://www.kriegsberichterstattung.com/)

meyerbeer

04.05.2012, 08:15 Uhr

Das kümmert Frau Merkel und Herrn Westerwelle aber nicht !

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