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06.06.2012

18:16 Uhr

Tod von Al-Kaida-Vize

USA jagen Terroristen weiter mit Drohnen

Auch nach dem Tod des stellvertretenden Al-Kaida-Chefs werden die USA mit Drohnenangriffen Jagd auf Al-Kaida machen. Während Pakistan protestiert, betont Pentagon-Chef Panetta, es gehe auch um die Souveränität der USA.

Eine Drohne in einem Hangar auf dem US-Stützpunkt Bagram. dpa

Eine Drohne in einem Hangar auf dem US-Stützpunkt Bagram.

Islamabad/Neu-DelhiNach dem Tod von Al-Kaida-Vize Abu Jahia al Libi durch einen US-Drohnenangriff setzen die USA ungeachtet pakistanischer Proteste bei ihrer Terroristenjagd weiter auf Flugroboter. Es sei Islamabad unmissverständlich klar gemacht worden, dass die USA auch künftig mit Drohnen Al-Kaida-Ziele angreifen würden, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta am Mittwoch in Neu-Delhi. Gut ein Jahr nach dem Tod von Osama bin Laden durch ein US-Sonderkommando war der neue stellvertretende Al-Kaida-Chef beim Beschuss einer ferngesteuerten Drohne ums Leben gekommen.

Pakistan hatte die USA nach der Attacke erneut zu einem Stopp der Einsätze auf seinem Staatsgebiet aufgerufen. Panetta betonte indes, es gehe auch um die Souveränität der USA. Die Angriffe seien nicht nur zum Schutz der Vereinigten Staaten, sondern auch Pakistans, da das pakistanische Volk ebenfalls Ziel von Angriffen der Al-Kaida sei. In den USA wurde erwartet, dass der erfolgreiche Anti-Terror-Einsatz Präsident Barack Obama im Wahlkampf nützen wird.

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Pakistan hatte am Dienstag den stellvertretende US-Botschafter Richard Hoagland wegen der Attacke einbestellt. "Er wurde informiert, dass die Drohnenangriffe ungesetzlich waren und gegen internationales Recht und die Souveränität Pakistans verstoßen", teilte das pakistanische Außenministerium anschließend mit.

Der Tod von Abu Jahia al Libi war in den USA mit besonderer Genugtuung aufgenommen worden, weil er drei Jahre nach seiner Verhaftung 2002 in Pakistan aus dem amerikanischen Militärgefängnis Bagram in Afghanistan hatte fliehen können. US-Präsidentensprecher Jay Carney bezeichnete den tödlichen Droheneinsatz als "wichtigen Schlag" gegen Al-Kaida. Das Terrornetzwerk werde seinen "Geschäftsführer" nicht so leicht ersetzen können. Es gebe anscheinend niemanden, der unmittelbar die Nachfolge antreten könne. Libis Tod sei Teil des Niedergangs von Al-Kaida.

Kommentare (4)

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norbert

06.06.2012, 18:51 Uhr

Voraussetzung für ein friedliches Nebeneinander von Staaten ist die Bilateralität, also das gegenseitige Respektieren und Anerkennen des anderen Staates. ( Auch die USA betonen zeitweilig dieses Prinzip ).
Eine militärische Operation widerspricht diesem Prinzip.

Account gelöscht!

06.06.2012, 20:28 Uhr

Und ich, lieber Norbert, habe mir drei Jahreszahlen in weißer Schrift untereinander auf ein schwarzes T-Shirt drucken lassen:
1529, 1683 und 2001.

Account gelöscht!

06.06.2012, 21:18 Uhr

die jagen sich also selbst mit drohnen -> respekt :)

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