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20.12.2011

07:42 Uhr

Tod von Kim Jong Il

USA fordern Nordkorea zum Frieden auf

Nach dem Tod von Machthaber Kim Jong Il hoffen die USA auf bessere Beziehungen zu der kommunistischen Diktatur. Doch Washington macht klar: Das Land muss den Frieden wahren - die USA stehen fest zu ihren Verbündeten.

Clinton: Hoffen auf bessere Beziehungen zu Nordkorea

Video: Clinton: Hoffen auf bessere Beziehungen zu Nordkorea

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US-Außenministerin Hillary Clinton hat die neue nordkoreanische Führung nach dem Tod von Machthaber Kim Jong Il dazu aufgerufen, den Pfad des Friedens einzuschlagen und die Menschenrechte zu achten. Die USA seien über das Wohlergehen des nordkoreanischen Volkes tief besorgt, teilte Clinton am Montagabend in einer Stellungnahme mit. Washington sei bereit, dem Land bei der Verbesserung seiner Lebensbedingungen zu helfen, wenn die Regierung gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft „eine neue Ära des Friedens, Wohlstands und der nachhaltigen Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel“ einläute.

Raketentest: Machtprobe in Nordkorea erschreckt die Region

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Kim Jong Un gilt als Favorit für die Staatsspitze. Doch er ist nicht unumstritten.

Clinton äußerte die Hoffnung, dass sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern verbessern. Nach einem Gespräch mit ihrem japanischen Kollegen Koichiro Gemba sagte Clinton am Montag in Washington, Japan und die USA seien an einem friedlichen und stabilen Übergang in Nordkorea interessiert. Die beiden Minister appellierten zugleich an Nordkorea, mit konkreten Schritten seine Bereitschaft zur atomaren Abrüstung zu demonstrieren. Auch US-Präsident Obama machte in einem Telefongespräch mit dem japanischen Premierminister am Montagabend die Wichtigkeit einer anhaltenden Stabilität in der Region deutlich. An den sogenannten Sechs-Parteien-Gesprächen über die nukleare Abrüstung Nordkoreas nahmen neben den beiden koreanischen Staaten, den USA und Japan auch Russland und China teil. Die Gespräche liegen seit 2008 auf Eis.   

Der 69-jährige Kim Jong Il hatte nach Darstellung der amtlichen Medien am Samstag während einer Zugfahrt einen Herzinfarkt erlitten. Sein jüngster Sohn Kim Jong Un wurde als „Großer Nachfolger“ genannt und soll offenkundig die Macht übernehmen. Im vergangenen Jahr waren ihm bereits wichtige politische und militärische Posten übertragen worden. Ob die starke Militärführung den knapp 30 Jahre alten Kim als Machthaber anerkennt, ist allerdings noch offen.   

Hungerland mit Atomwaffen

Einwohner und Fläche

Der abgeschottete Staat hat knapp 25 Millionen Einwohner und ist mit gut 120.000 Quadratkilometern etwa so groß wie die frühere DDR.

Militärmacht

Das mehrfach von Hungersnöten erschütterte Nordkorea unterhält mit mehr als 1,2 Millionen Soldaten eine der größten Streitkräfte Asiens.

Menschenrechte

Nordkorea zählt zu den Ländern mit den schwersten Menschenrechtsverletzungen. Die Zahl der politischen Gefangenen wird auf 200.000 geschätzt.

Diktatur seit 1948

An der Spitze der von einem Geflecht aus Arbeiterpartei und Militär beherrschten Diktatur stand bis zu seinem Tod der „Geliebte Führer“ Kim Jong Il. Unter der Führung seines Vaters Kim Il Sung war die „Demokratische Volksrepublik Korea“ 1948 gegründet worden. Seit einiger Zeit wurde Kim Jong Ils Sohn Kim Jong Un als Nummer drei der kommunistischen Dynastie aufgebaut.

Misswirtschaft und Hungerkatastrophe

Misswirtschaft ruinierte das an Bodenschätzen reiche Land. Die Industrieproduktion ging seit 1990 um mehr als zwei Drittel zurück. Die meisten Einwohner sind bitterarm. 1997 führte eine durch Unwetter, Missernten und Zwangswirtschaft ausgelöste Hungerkatastrophe zu einem Massensterben. Nach UN-Schätzung sind gegenwärtig sechs Millionen Nordkoreaner von Hunger bedroht.

Atomwaffen

Trotz der hungernden Bevölkerung haben Ausgaben für das Militär Vorrang. Internationale Besorgnis löste Nordkoreas Atomprogramm aus, das zusammen mit dem Raketenprogramm des Landes als Bedrohung in der Region gilt. Nordkoreas Propaganda berichtet von Fortschritten bei der Produktion von schwach angereichertem Uran. Die US-Regierung befürchtet, dass das Uran-Programm letztlich dem Bau von Atomwaffen dient. Für die Herstellung von Atomsprengköpfen muss hochangereichertes Uran vorliegen.

„Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es in Nordkorea zu einem Machtkampf an der Spitze kommt“, sagte Nordkorea-Experte Chung Young Tae vom südkoreanischen Institut für Nationale Wiedervereinigung. In den vergangenen Jahren waren auch Kim Jong Ils Schwester und ihr Mann auf wichtige Posten in Politik und Militär berufen worden. Auch deshalb wird spekuliert, dass beide zusammen mit dem vergleichsweise noch unerfahrenen Kim Jong Un eine Art Triumvirat an der Staatsspitze bilden könnten.

Kommentare (3)

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sterbende_demokratie

20.12.2011, 07:51 Uhr

"USA fordern Nordkorea zum Frieden auf"

...und marschieren selbst bald in den Iran!

Die hochnäsigkeit der Pleite-amis wird immer lächerlicher und unerträglicher.

hammer

20.12.2011, 08:06 Uhr

So sieht es aus !!! Diese US Amerikaner gehören nicht da hin, wo sie sich gerne sehen wollen. Sie haben die Welt mit ihrem krankem Weltbild schon genug terrorisiert und manipuliert. Ihre Spielchen müssen ein Ende haben, am besten schon vorgestern !!!

Pro-D

20.12.2011, 09:00 Uhr

Recht so,

man sieht, der CIA hat dazu gelernt. Ist ja auch etwas abstoßend, wenn man andere Staatschefs so wie im Iraq den Saddam, fast öffentlich hinrichtet.

In Nordkorea lief das gerade besser ab.
Kurz und schmerzvoll.

Grestern noch das strahlende Leben, heute ist sein Sohn am Ruder. Sein sohn wird sich wohl besser es überlegen, wie man mit den USA umgeht.


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