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03.05.2011

19:15 Uhr

Tod von Osama Bin Laden

Hat Pakistan den Terror-Chef beschützt?

Wie konnte Bin Laden jahrelang in einer Garnisonsstadt unter pakistanischen Armeeoffizieren leben? Vieles deutet daraufhin, dass die pakistanischen Geheimdienste ihre schützende Hand über den Topterroristen hielten.

Washington/IslamabadDer gewaltsame Tod Osama bin Ladens in einer auffälligen Villa unweit Islamabads wirft ein grelles Licht auf die amerikanisch-pakistanischen Beziehungen. Wie konnte sich der meistgesuchte Mann der Welt dort jahrelang verstecken - im Schatten einer Elite-Kaderschmiede des pakistanischen Militärs? In der Garnisonsstadt Abottabad mitten unter Armeeoffizieren leben, ohne entdeckt zu werden?

Wie glaubwürdig sind Beteuerungen des pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari, die Regierung habe nichts von der Zuflucht in Abbottabad gewusst? Die Kommandoaktion in der Stadt Abbottabad sei "keine gemeinsame Operation" amerikanischer und pakistanischer Sicherheitskräfte gewesen, erklärte Zardari in einem Beitrag für die "Washington Post". Zugleich räumte Zardari ein, Bin Laden sei an einem Ort gefunden worden, wo man ihn nicht vermutet habe.

Anschläge von Al-Kaida

US-Botschaften in Nairobi und Daressalam

7. August 1998: Bei fast zeitgleichen Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) sterben 230 Menschen. Mehr als 5000 Menschen wurden verletzt. Als Drahtzieher gelten bin Laden und sein Netzwerk Al-Kaida. Besonders verheerend war der Anschlag in Nairobi, bei dem 219 Menschen ums Leben kamen. Unter den Toten waren zwölf Amerikaner und rund 100 kenianische Botschaftsmitarbeiter. In Daressalam, wo eine Bombe die Fassade der Botschaft wegriss, starben elf tansanische Angestellte. 75 Menschen wurden verletzt.

Die Angriff auf die USA

11. September 2001: Die Terror-Anschläge vom 11. September haben die Welt verändert. An diesem Tag greifen 19 islamistische Terroristen Symbole amerikanischer Macht an und töten rund 3000 Menschen. Die Bilder der einstürzenden Türme des World Trade Centers in New York gingen um die Welt und lösten Entsetzen aus.

Am Morgen kaperten die Terroristen vier zivile US-Boeings mit insgesamt 265 Menschen an Bord. Ein Flugzeug raste in den Nordturm des World Trade Centers und setzte ihn in Brand, kurze Zeit später krachte die zweite Maschine in den Südturm. Das dritte Flugzeug zerschellte 34 Minuten später im Westteil des Pentagon in Washington. Offenbar nach einem Kampf im Cockpit stürzte kurz darauf bei Pittsburgh (Pennsylvania) die vierte Maschine auf freiem Feld ab.

Unter dem eingestürzten World Trade Center wurden mehr als 2750 Opfer begraben. Auch die Entführer starben. In Washington gab es rund 190 Tote, darunter fünf Entführer. In Pennsylvania starben alle 44 Flugzeuginsassen, darunter die vier Entführer.

U-Bahn-Bombe in Moskau

31. August 2004: Eine mutmaßliche Tschetschenin sprengt sich in Moskau am Eingang der belebten U-Bahn-Station Rischskaja in die Luft. Elf Menschen sterben, darunter die Attentäterin und ihr Komplize, ein seit langem gesuchter Terrorist aus der nordkaukasischen Teilrepublik Karatschai-Tscherkessien. Rund 50 Menschen werden verletzt. Die Terrorgruppe Islambuli-Brigaden der Al-Kaida bekennt sich zu der Tat.

Selbstmordattentat in Scharm el Scheich

23. Juli 2005: Bei einer Serie von Anschlägen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich werden 66 Menschen getötet. Ein Terrorist rast mit seinem Auto in die Eingangshalle des Ghazala Garden Hotels und sprengt sich dort in die Luft. Zu den Anschlägen bekennen sich eine mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Organisation und die Gruppe „Heilige Krieger von Ägypten“.

Attacke auf jordanische Hotels

9. November 2005: Drei Selbstmordattentäter reißen in der jordanischen Hauptstadt Amman 60 Menschen mit in den Tod. Die stärkste Explosion ereignet sich im Radisson SAS Hotel während einer Hochzeitsfeier, wo sich der Terrorist unter die Gäste mischte. Auch in den Fünf-Sterne-Hotels Grand Hyatt und Days Inn detonieren Bomben. Die bis dahin im Irak operierende Terrorgruppe Al-Kaida im Zweistromland um den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi bekennt sich zu der Tat.

Die USA verhehlen ihr Misstrauen gegen Pakistan im Kampf gegen den Terror kaum noch. Bin Laden habe die vergangenen fünf bis sechs Jahre auf dem Anwesen verbracht, sagte
Obamas Berater für Terrorismusbekämpfung, John Brennan.Brennan am Dienstag dem Sender CBS. In der Zeit habe er praktisch keine Kontakte außerhalb des Geländes gehabt, sei dort aber sehr aktiv gewesen und habe Video- und Audio-Botschaften aufgenommen. Es sei unvorstellbar, dass Bin Laden sich nicht auf eine systematische Hilfe in Pakistan stützen konnte, sagte Brennan.

Auch der französische Außenminister Alain Juppé hat Zweifel am angeblichen Unwissen der pakistanischen Regierung über den Aufenthaltsort von Osama bin Laden geäußert. Es sei „schwer
zu glauben“, dass pakistanische Beamte nicht gewusst hätten, dass der Terrorchef im eigenen Land lebte, sagte Juppé am Dienstag. Es sei kaum vorstellbar, dass die Anwesenheit einer Person „wie bin Laden auf einem großen Gelände in einer relativ kleinen Stadt“ nicht bemerkt wurde.

Unter Sicherheitsexperten gibt es starke Zweifel, dass sich Bin Laden in Pakistan ohne Wissen von Geheimdiensten und anderen Behörden des Landes aufhalten konnte. "Die pakistanische Regierung wusste immer, dass er da ist, aber wollte das vertuschen", sagte Afghanistans ehemaliger Handelsminister Mohammad Amin Farhang am Dienstag in Kabul dem Deutschlandfunk am
Telefon. Sein hochgesichertes Versteck im ruhigen Abbottabad beweise, dass Pakistan Top-Terroristen Unterschlupf gewähre.

Kommentare (4)

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Pseudodemokratie

03.05.2011, 18:13 Uhr

Die angebliche Ermordung des vorgeblich Verantwortlichen für den 11. September 2001 soll offenbar von den wirtschafts-politischen Problemen des U.S.-Präsidenten Barack Hussein Obama und der U.S.A. ablenken und wahrscheinlich den Vorwand für den nächsten „Terror“-Anschlag liefern, dessen Pläne wohl schon fix und fertig in der Schublade liegen. Es ist deshalb ab heute mit einem weiteren ganz großen „Terror“-Attentat zu rechnen, der dann als angebliche „Vergeltung“ irgendwelcher islamischer „Terroristen“ ausgegeben werden wird, und nach dem dann weitere Grundrechte und Freiheiten der Bürger unter dem Vorwand des „Krieges gegen den Terror“ eingeschränkt oder ausgehebelt werden!

SeidKritisch

03.05.2011, 18:51 Uhr

Leute ! - seid wachsam !
Die kranken Hirne haben bestimmt einen neuen Anschlag geplant....
Damit meine ich selbstverständlich nicht das Al Kaida Kasperltheather welches bei Bedarf aus der Schublade geholt wird.....
Die Welt ist nicht so wie es scheint......
Hinterfragt alles KRITISCH und glaubt nicht den verlogenen Politikern, den Medienhuren oder sonstigen Personen an oberer Stelle !!!!!

WakeUp

03.05.2011, 19:24 Uhr

What about the Sears Tower? Der steht ja passenderweise in der "Heimatstadt" von Obama. Und abgeblich verfügt der ja auch über ein vorinstalliertes "nuclear demolition device" wie eben auch jene drei WTC-Gebäude. Naja wahrscheinlich suchen sie sich doch noch was anderes - wo dieser komische Russe doch schon alles verraten hat... http://stevenblack.wordpress.com/2011/05/01/die-3-wahrheit-ber-911/

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