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05.05.2011

05:07 Uhr

Tod von Osama Bin Laden

US-Präsident Obama besucht Ground Zero in New York

US-Präsident Obama reist zum Ground Zero. Die Fotos von der Leiche Bin Ladens werden nicht veröffentlicht. Die im Versteck des Terrorchefs sichergestellten Computer bewerten Ermittler als mögliche Goldgrube.

Obamas Ansehen deutlich gestiegen

Video: Obamas Ansehen deutlich gestiegen

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New York/WashingtonVier Tage nach der Tötung von Terroristenchef Osama bin Laden besucht US-Präsident Barack Obama am Donnerstag Ground Zero in New York.

Wo am 11. September 2001 Terroristen zwei Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Center steuerten, will sich der Präsident mit Angehörigen der Opfer treffen und einen Kranz niederlegen.

Bin Laden gilt als Hauptdrahtzieher der Anschläge, bei denen allein in New York etwa 2600 Menschen ums Leben gekommen waren. Bei der Bekanntgabe des Todes Bin Ladens in der Nacht zum Montag hatte Obama die Hoffnung geäußert, dass die Familien der Opfer nun zumindest etwas Frieden finden könnten.

Das Weiße Haus wird die Fotos vom toten Bin Laden nicht freigeben. „Es ist uns sehr wichtig, dass sehr eindringliche Fotos von jemandem, der in den Kopf geschossen wurde, nicht zur Anstachelung weiterer Gewalt oder als Propaganda-Werkzeug im Umlauf sind“, sagte Obama in einem Interview des Senders CBS. Es gebe keinen Zweifel, dass Bin Laden tot sei. Auch Mitglieder des Terrornetzes Al-Kaida bezweifelten das nicht. Ob die Fotos veröffentlicht würden oder nicht, mache keinen Unterschied. Wer noch immer nicht vom Tod des Terroristenchefs überzeugt sei, werde auch nicht von Bildern umgestimmt, sagte Obama.

Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, Obama sei der Meinung, dass eine Veröffentlichung Auslöser für Gewalt sein könne - was der Präsident nicht wolle. Auch könne ein Foto als missbraucht werden. Skeptiker hatten zu bedenken gegeben, dass die Bilder "zu grauenhaft" seien, um sie zu veröffentlichen. US-Sender zitierten ungenannte Quellen, nach denen auf den Aufnahmen eine klaffende Schusswunde am Kopf sowie Gehirnmasse zu sehen seien.

In einem Interview mit dem Sender CBS, das an diesem Sonntag in der Nachrichtensendung "60 Minutes" erscheinen soll, hat Präsident Obama den Schritt angekündigt. Der republikanische Vorsitzende des Geheimdienste-Ausschusses des US-Kongress, Mike Rogers, sagte CBS er habe eines der Fotos gesehen und sei der Meinung, die die US-Regierung solle die Bilder nicht freigeben, da sie die Gefahr für US-Streitkräfte im Ausland erhöhen könnten. "Die Risiken sind größer als die Vorteile", sagte Rogers.

"Verschwörungstheoretiker überall auf der Welt würden sowieso behaupten, die Fotos seien gefälscht." Gleichzeitig bestünde eine reale Gefahr, dass die Fotos nur die öffentliche Meinung im Nahen Osten gegen die USA aufbringen würden. Stellen Sie sich vor, wie das für das amerikanische Volk wäre, wenn Al-Kaida Fotos von getöteten US-Soldaten ins Internet stellen würde", sagte Rogers. Osama bin Laden sei keine Trophäe, sondern tot. Nun müssten sich die USA darauf konzentrieren, den Kampf solange fortzusetzen, bis Al-Kaida vernichtet sei.

Das Leben von Osama bin Laden

Eine Chronik des Al-Kaida-Chefs

Al-Kaida-Chef Osama bin Laden ist in Pakistan von US-Spezialkräften getötet worden. Im Folgenden eine Chronik der wichtigsten Ereignisse aus dem Leben bin Ladens.

Früher Verlust des Vaters

Osama bin Mohammed bin Awad bin Laden wurde in Riad in Saudi-Arabien geboren als eines von mehr als 50 Kindern des millionenschweren Geschäftsmannes Mohammed bin Laden. Der genaue Geburtstag bin Ladens ist nicht klar. Bin Ladens Vater starb bei einem Flugzeugabsturz als bin Laden noch ein Kind war.

Erste Heirat mit syrischer Cousine

Im Alter von 17 Jahren erste Heirat mit einer syrischen Cousine. Er soll mindestens 23 Kinder haben von mindestens fünf Ehefrauen.

Bin Laden, der schüchterne Student

Studium von Management und Wirtschaft an der Universität in Dscheddah. Bin Laden galt als schüchtern und als durchschnittlicher Student.

Kampf gegen sowjetische Besatzer

Unter dem Eindruck des Einmarsches der Sowjetunion in Afghanistan Ende 1979 sympathisiert bin Laden ab 1984 mit arabischen Kämpfern, die sich freiwillig zum Kampf gegen sowjetische Truppen melden. Er unterstützt ihren Einzug in Peshawar, zieht später dorthin um und importiert Waffen. Er gründet seine eigene kleine Brigade freiwilliger Kämpfer.

Gründung von Al-Kaida

Al-Kaida wird als Hort für radikale Moslems gegründet. Die Anhänger eint der Hass auf die USA, Israel und alle muslimischen Regierungen, die als Verbündete der USA gelten.

Umzug gen Sudan

Bin Laden geht in den Sudan.

Der Ausstoß aus der Familie

Bin Ladens Familie verstößt ihren Sohn und schmeißt ihn als Anteilseigner am Bau-Firmenimperium hinaus.

Entzug der saudischen Staatsbürgerschaft

Saudi-Arabien entzieht bin Laden aus Verärgerung über dessen Propaganda gegen die Führung des Landes die Staatsbürgerschaft.

Rückkehr nach Afghanistan

Bin Laden zieht sich nach Afghanistan zurück. Den Sudan muss er auf Druck der US-Regierung verlassen. Im selben Jahr erlässt er eine Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten, nach der Mitarbeiter des US-Militärs getötet werden sollen. Ab Oktober 1996 folgen verschiedene Bombenanschläge, etwa in Saudi-Arabien oder auf US-Botschaften in Nairobi und Dar es Salaam, bei denen auch US-Bürger getötet werden. Die USA sehen bin Laden als Drahtzieher der Anschläge. US-Präsident Bill Clinton bezeichnet bin Laden als den größten Feind Amerikas. Die USA beginnen mit Luftangriffen auf vermutete Terroristen-Zentren im Sudan und in Afghanistan. Später folgt ein Al-Kaida-Angriff auf die USS Cole im Hafen von Aden im Jemen mit 17 toten US-Soldaten.

Der Anschlag

Die Al-Kaida-Angriffe mit gekaperten Flugzeugen auf das New Yorker World Trade Center sowie das Pentagon kosten fast 3000 Menschen das Leben. Bin Laden bekannte danach in einem Video, der Einsturz der Twin Towers habe die Erwartungen von Al-Kaida übertroffen.

Der meistgesuchte Terrorist

US-Präsident George W. Bush will bin Laden „tot oder lebendig“ fassen.

Der Afghanistan-Einsatz

Die USA beginnen mit Angriffen auf Afghanistan, das damals von den radikal-islamischen Taliban regiert wurde.

Lob für die Attentäter

Al-Dschasira überträgt die Stimme von bin Laden, der die Attentäter vom 11. September lobt als Männer, „die den Lauf der Geschichte verändert haben“.

Das Ende des Terrormeisters

Bin Laden wird in einer luxuriösen Wohnanlage in Abbottabad rund 60 Kilometer nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad von US-Spezialkräften getötet.

CBS-Korrespondent David Martin sagte: "Mir wurden die Fotos beschrieben - sie sind ziemlich grausig." Auf Bin Laden sei zweimal aus nächster Nähe geschossen worden: Einmal in die Brust und einmal in den Kopf direkt über dem linken Auge. "Diese Kugel hat seinen Schädel zertrümmert, so dass auch Gehirn ausgetreten ist, und hat auch sein linkes Auge zerstört. Das sind mit Sicherheit keine Fotos für Zartbesaitete", sagte Martin.

Auch deutsche Experten hatten eine mögliche Veröffentlichung skeptisch gesehen. Das Hauptargument für eine Veröffentlichung war, dass damit Verschwörungstheorien entkräftet werden könnten. Theorien, wonach Bin Laden in Wahrheit gar nicht tot ist, sondern die USA seinen Tod nur vorgetäuscht oder an seiner Stelle jemand anders umgebracht haben - je nachdem welcher Phantasievorstellung man glauben will.

Michael Bauer vom Centrum für angewandte Politikforschung in München glaubt: "Wenn Sie sich Verschwörungstheorien mal anschauen, dann wird es da geradezu als Beweis für die Theorie gesehen, wenn ein Staat hingeht und versucht, das zu entkräften."

Gudrun Krämer, eine der bekanntesten deutschen Islamwissenschaftlerinnen, hatte eindringlich vor einer Veröffentlichung gewarnt. "Ich würde ganz entschieden abraten, weil es sich nur um einen Akt der Pietätlosigkeit handeln kann." Zweifler würden damit nicht überzeugt, "und die Taliban brauchen keine Bilder, die haben andere Informationsquellen."

Auf viele Muslime würden die Bilder abstoßend wirken und als weiterer Beweis dafür gewertet, dass der Westen den Islam missachte, sagte Krämer. "Viele in der islamischen Welt sind froh, dass Osama bin Laden tot ist. Im Stillen ist auch in der islamischen Welt viel Genugtuung." All diese Menschen bräuchten keine Fotos.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

04.05.2011, 20:06 Uhr

Nein, von diesem Feigling will ich kein Foto sehen. Aber ich hätte gerne eins von Obama bin im Weißen Haus; vielleicht mit Widmung.

marctom

04.05.2011, 20:15 Uhr

sicher dass er tot ist und er nicht gerade so lange verhört wird bis er alles ausgeplaudert hat? Hoffentlich sehen wir bald neue Zugriffe - und damit ein paar Terroristen weniger - entweder vor Gericht oder auf dem Grund des Meeres

VerlogeneWelt

04.05.2011, 20:16 Uhr

Hahaha.....kein Foto weil zu grausig.....
Die können doch wenigsten so ein Fake Foto reinsetzen wie Obamas gefälscht Geburtsurkunde z.B.
So eine Verarsche...es ist so lächerlich.
Und der Kriegsmessias steht auch wieder besser da.......
Die Menschen sind so verrückt und bescheuert.
Die Dummheit der Menschen ist so unendlich wie das Universum.....
Verlogen geht die Welt zugrunde....

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