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15.01.2007

15:57 Uhr

Todesstrafe

Saddam-Gefolgsleute trotz scharfer Kritik hingerichtet

Ungeachtet internationaler Proteste gegen die Todesstrafe sind am Montag zwei enge Vertraute des irakischen Ex-Machthabers Saddam Hussein hingerichtet worden.

Saddams Halbbruder Barsan Ibrahim al-Tikriti. Foto: ap.

Saddams Halbbruder Barsan Ibrahim al-Tikriti. Foto: ap.

HB BAGDAD. Offizielle Filmaufnahmen von der Exekution am frühen Morgen zeigten auch, wie Saddams Halbbruder Barsan Ibrahim al-Tikriti durch den Strang der Kopf abgerissen wurde. Irakische Sunniten äußerten sich erzürnt und warfen der schiitischen Regierung wie schon nach Saddams Hinrichtung vor, die Todesstrafe wie einen Racheakt inszeniert zu haben.

Auf dem Film ist zu sehen, wie Barsan und der ehemalige Richter Awad Hamed al-Bander Seite an Seite, mit verhülltem Gesicht und vor Angst zitternd auf den Moment warten, in dem sich die Falltüre öffnet. Barsan war Chef des berüchtigtsten Geheimdienstes während Saddams Gewaltherrschaft, Bander sprach zahllose Unrechtsurteile. Die offiziellen Aufnahmen wurden zunächst nur ausgewählten Journalisten gezeigt, eine Veröffentlichung war Regierungsvertretern zufolge nicht vorgesehen.

Die irakische Regierung betonte, sie habe diesmal keine Verletzung der Verfahrensregeln und keine Parolen unter dem Galgen zugelassen. „Die Verurteilten waren keiner Misshandlung ausgesetzt. Ihre Rechte wurden nicht verletzt und es gab keine Rufe“, sagte Regierungssprecher Ali al-Dabbagh. Nach Saddams Hinrichtung vor mehr als zwei Wochen waren inoffizielle Aufnahmen im Internet aufgetaucht, auf denen zu hören war, wie er bis zuletzt von radikalen Schiiten verhöhnt wurde. Der Ablauf wurde vor allem von Sunniten als entwürdigend empfunden und schürte weitere Gewalt.

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