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15.05.2014

12:33 Uhr

Tödliche Zusammenstöße

Thailands Armee will notfalls einschreiten

Bei einem Angriff auf ein Protestlager in Bangkok sind drei Menschen getötet worden. Jetzt hat die Regierung damit gedroht, das Militär einzusetzen. Die Wahlkommission fordert unterdessen, die Wahl zu verschieben.

Regierungskritische Demonstranten in Bangkok: Die Spannungen in dem südostasiatischen Königreich spitzen sich zu. Reuters

Regierungskritische Demonstranten in Bangkok: Die Spannungen in dem südostasiatischen Königreich spitzen sich zu.

BangkokNach erneuten Ausschreitungen mit drei Toten könnte in Thailand das Militär eingreifen. Falls die Gewalt andauere, werde die Armee einschreiten müssen, um „Frieden und Ordnung“ wiederherzustellen, erklärte Armeechef Prayut Chan O Cha am Donnerstag. Die Wahlkommission forderte eine Verschiebung der für Juli geplanten Parlamentswahl. Bei einem Angriff auf ein Protestlager von Regierungsgegnern in Bangkok waren zuvor drei Menschen getötet worden.

Die Soldaten könnten gezwungen sein, Gewalt einzusetzen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen, erklärte General Prayut. In dem aktuellen Konflikt hielt sich die Armee, die seit dem Jahr 1932 bereits 18 Mal putschte oder dies versuchte, bislang weitgehend zurück.

Unbekannte Täter hatten am Donnerstagmorgen zwei Granaten auf die Versammlung im Zentrum der thailändischen Hauptstadt abgefeuert. Anschließend waren Schüsse zu hören. Drei Menschen wurden getötet und 23 weitere verletzt, wie Rettungsstellen und Polizei mitteilten. Kurz nach dem tödlichen Zwischenfall stürmten Demonstranten eine Sitzung von Regierungsvertretern und Mitarbeitern der Wahlbehörden. Übergangsregierungschef Niwattumrong Boonsongpaisan und mehrere Minister mussten die Flucht ergreifen.

Der Generalsekretär der Wahlkommission, Puchong Nutrawong, forderte eine Verschiebung der für den 20. Juli angesetzten Wahl. Die Abstimmung könne auf Anfang August verlegt werden. Aber auch dieser Termin komme möglicherweise noch zu früh. „Die Wahl kann nicht stattfinden, wenn die Protestierenden nicht zustimmen“, sagte Puchong.

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