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12.01.2007

10:52 Uhr

Toilette zerstört

Terroristen feuern Granate auf Athener US-Botschaft

Die US-Botschaft in Athen ist am Freitag Ziel eines Anschlags geworden. Auf das schwer bewachte Gebäude wurde eine Artilleriegranate abgeschossen. Verletzt wurde nach Angaben der Botschaft niemand, es entstand nur geringer Sachschaden.

HB ATHEN. Botschafter Charles Ries zufolge hielten sich zum Zeitpunkt der Explosion mehrere Personen in dem Gebäude auf, verletzt wurde jedoch niemand. Die Polizei sprach von einem Terroranschlag. In Bekenneranrufen hieß es, die militante Gruppe Revolutionärer Kampf sei dafür verantwortlich, teilte der Minister für öffentliche Ordnung, Vyron Polydoras, mit.

Ein oder zwei Bekenneranrufe seien bei einer privaten Sicherheitsfirma eingegangen, sagte Polydoras. Die Gruppe Revolutionärer Kampf hat sich zu einem Bombenanschlag auf Kulturminister Giorgos Voulgarakis im Mai 2006 bekannt, bei dem niemand verletzt wurde. Die griechische Regierung verurteile den Anschlag, betonte Polydoras. Außenministerin Dora Bakoyannis erklärte, man werde sicherstellen, dass sich so eine Tat nicht wiederhole.

Die Granate wurde von der Straße aus abgeschossen und explodierte in einem Toilettenraum im dritten Stock des Botschaftsgebäudes, wie der Polizeichef von Attika, Asimakis Golfis, sagte. Augenzeugen berichteten von einer schweren Explosion, in umliegenden Häusern gingen Fensterscheiben zu Bruch. Am Botschaftsgebäude sei nur geringer Sachschaden entstanden, sagte Botschafter Ries.

Die Abschussvorrichtung für die Granate wurde offenbar auf einer Baustelle in der Nähe des Botschaftsgebäudes entdeckt. Straßen in der Umgebung wurden gesperrt, die Polizei durchsuchte mehrere Wohnhäuser und ein Krankenhaus.

Der Anschlag war der erste größere auf ein amerikanisches Ziel in Griechenland seit mehr als zehn Jahren, nachdem mehrere Mitglieder der Gruppe 17. November festgenommen wurden. Die linksgerichtete Gruppe soll für Anschläge mit 23 Todesopfern verantwortlich sein, darunter auch US-Vertreter. Dem Revolutionären Kampf und einer weiteren Gruppe werden Anschläge auf drei Ministerien im Jahr 2005 vorgeworfen.

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