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11.03.2012

09:24 Uhr

Tokio lebt in Angst

Das Beben, das die Welt erschüttern wird

VonMartin Kölling

Jüngste Erdbebenprognosen haben die alte Angst vor einem Mega-Erdbeben in Tokio neu belebt. Die Folgen einer solchen Katastrophe würden die des Bebens vor einem Jahr in Nordost-Japan um ein Vielfaches übertreffen.

Im Institut für Vulkanographie und Seismologie der Philippinen untersucht ein Mitarbeiter Daten eines aufgezeichneten Erdbebens auf einem PC-Monitor. dpa

Im Institut für Vulkanographie und Seismologie der Philippinen untersucht ein Mitarbeiter Daten eines aufgezeichneten Erdbebens auf einem PC-Monitor.

Auf dem Riesenbildschirm über dem Eingang des technischen Kaufhauses Bic Camera im Tokioter Stadtteil fliegen Schränke fliegen durch den Raum, Glas zersplittert. Eine Erdbebensimulation erinnert die Tokioter daran, dass jede Sekunde ein Beben ihrem Leben ein Ende setzen könnte. Auch im Kaufhaus haben Hilfsgüter für den Katastrophenfall Konjunktur:

Kleine Solarzellen, mit denen man Batterien oder Handys aufladen kann; große Lithium-Ionen-Akkus, um bei Stromausfall für ein paar Stunden Strom zu haben. Einige Bewohner der Metropole schaffen sich sogar Notstromaggregate an, um auch nach einem Beben länger autark leben zu können. 

Ein Jahr nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe grassiert in Tokio die lange verdrängte Angst vor einem starken Erdbeben. Denn Seismologen haben jüngst ihre Prognosen für die größte Mega-City der Welt deutlich verschärft. Ein Beben, dass alles in den Schatten stellen könnte, was die Menschheit bisher erlebt hat. 36 Millionen Menschen drängen sich in 60 Kilometer um den Kaiserpalast zusammen.

Zuerst erklärte vorigen Monat ein Erdbebenforscher, dass Tokio mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit in den nächsten vier Jahren von einem schweren Beben heimgesucht werden könnte. Bisher lag der Zeithorizont bei 30 Jahren. Nun veröffentlichte das Ministerium für Erziehung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technik eine Studie, nach der die Horrorszenarien für das potenziell teuerste Beben der Welt neu geschrieben werden müssen.

Danach könnte das Epizentrum des amtlichen Worst-Case-Szenarios, einem Beben der Stärke 7,3 auf der Richter- unter dem nördlichen Teil der Bucht von Tokio, zehn Kilometer flacher unter dem Meeresboden liegen als bisher geschätzt.

Damit würden die Schwingungen das Zentrum der Hauptstadt nicht mehr nur mit der japanischen Stärke 6 plus durchschütteln wie bisher kalkuliert, sondern mit dem Höchstwert 7. Der steht für großflächige Zerstörung. Keine schöne Aussicht, denn schon der bisherige amtliche Worst-Case liest sich fürchterlich genug.

Kommentare (2)

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unsuwe

11.03.2012, 17:48 Uhr

nächste woche dann noch was zur auslöschung kaliforniens durch das dort ebenfalls überfällige beben, und übernächste woche dann zombiinvasion

so_what

12.03.2012, 08:28 Uhr

ein worst-case szenario - nicht mehr und nicht weniger.
normales planungswerkzeug.

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