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29.07.2014

10:00 Uhr

„Tollwütiger Hund“

Ajatollah Chamenei beschimpft Israel

In einer Rede im Fernsehen schmäht Ajatollah Chemenei Israel als „tollwütigen Hund“. Zudem fordert er zur Waffenunterstützung der Palästinenser auf, damit sie sich gegen diesen „Völkermord“ in Gaza wehren können.

Der oberste Führer des Iran, Ajatollah Chamenei, hat in einer Rede über den Krieg in Gaza gesprochen und Israel als „tollwütigen Hund“ beschimpft. dpa

Der oberste Führer des Iran, Ajatollah Chamenei, hat in einer Rede über den Krieg in Gaza gesprochen und Israel als „tollwütigen Hund“ beschimpft.

DubaiAngesichts der heftigen Angriffe der israelischen Armee auf den Gazastreifen hat der oberste politische und religiöse Führer Irans Israel als „tollwütigen Hund“ beschimpft. Zugleich forderte Ajatollah Ali Chamenei am Dienstag alle Muslime auf, die Palästinenser mit Waffen zu unterstützen, damit sie sich gegen „diesen Völkermord“ zur Wehr setzen könnten.

In den vergangenen 22 Tagen der israelischen Offensive im Gazastreifen wurden dort rund 1.100 Palästinenser getötet, die meisten davon Zivilisten. Auf israelischer Seite kamen 53 Soldaten ums Leben und drei Zivilisten, die durch Raketen der radikal-islamischen Hamas getötet wurden.

In seiner im Fernsehen übertragenen Rede zum Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadan sagte Chamenei über Israel: „Dieser tollwütige Hund, dieser raubgierige Wolf hat unschuldige Menschen angegriffen, und die Menschheit muss darauf reagieren. Das ist ein Völkermord, eine Katastrophe historischen Ausmaßes.“ Die Menschen im Gazastreifen hätten nur wenige Mittel, um sich zu verteidigen, und die Amerikaner und Europäer wollten ihnen diese Mittel auch noch nehmen. Chamenei bezog sich damit offensichtlich auf den Widerstand des Westens gegen Waffenlieferungen an die Hamas, die in den USA und der Europäischen Union (EU) als terroristische Organisation betrachtet wird.

Streitpunkte zwischen Israel und Hamas

Ende der Feindseligkeiten nicht in Sicht

Sowohl Israel als auch die Palästinenser verlangen ein Ende des Beschusses. Jedoch befeuern sich Hamas und Israel beständig gegenseitig, so dass ein Ende der Gewalt nicht in Sicht ist.

Grenzübergänge

Die Hamas will in Gaza vor allem den Güter- und Personenverkehr über die Grenze wieder in Gang setzen. Israel blockiert die Grenzübergänge im Osten und Norden sowie von der Seeseite, Ägypten führt im Süden ein strenges Grenzregime. Der gescheiterte ägyptische Vorschlag sah vor, Übergänge im Süden zu öffnen, wenn sich die Lage beruhigt habe.

Der Hamas geht es vor allem um den Übergang in Rafah. Es ist der wichtigste Zugang der Menschen von Gaza zur Außenwelt. Ägypten hat dort den Personenverkehr im vergangenen Jahr stark eingeschränkt. Dies hängt mit der engen Verbindung der Hamas zur in Ägypten verfolgten islamistischen Muslimbruderschaft zusammen, der der gestürzte Präsident Mohammed Mursi angehört. Die Hamas will nun vor allem von Ägypten Garantien für den Übergang in Rafah, denn frühere Versprechungen waren nicht eingehalten worden.

Gefangene

Bei der Suche nach drei entführten und letztlich getöteten israelischen Religionsschülern im Westjordanland haben israelische Sicherheitskräfte Hunderte Hamas-Angehörige festgenommen. Dutzende der Männer waren bereits früher in Haft und wurden bei einem Gefangenenaustausch 2011 freigelassen. Israel argumentiert, die nun wieder Festgenommenen hätten gegen ihre Entlassungsbedingungen verstoßen. Die Hamas will sie mit ihrem ununterbrochenen Raketenbeschuss freipressen. Beobachter rechnen nicht damit, dass sich Israel darauf einlassen könnte.

Entmilitarisierung

Israel würde eine Waffenruhe mit der Hamas akzeptieren, wenn sie für eine Entmilitarisierung des Gazastreifens genutzt würde. Raketen und von der Hamas genutzte Tunnel will Israel beseitigen.

Die Hamas hat ihr Raketenarsenal in den vergangenen Jahren erweitert. Inzwischen kann sie auch weiter entfernte Ziele in Israel angreifen. Raketen flogen bereits auf Tel Aviv und bis zur mehr als 160 Kilometer entfernten Stadt Haifa. Für die Hamas kommt eine Entwaffnung nicht infrage.

Aussicht auf eine längere Kampfpause?

Zuletzt hatten sich Hamas und Israel 2012 einen mehrere Tage dauernden bewaffneten Konflikt geliefert. Danach war für mehrere Monate weitgehend Ruhe. Israel hofft, mit seinen massiven Angriffen diesmal die Hamas einzuschüchtern und sie so auf längere Zeit von Raketenbeschuss abzuhalten.


Er betonte, dass der Iran ausdrücklich für eine Bewaffnung der Hamas sei. „Jeder, der dazu die Möglichkeit hat, vor allem in der islamischen Welt, sollte alles in seiner Kraft Stehende unternehmen, um die palästinensische Nation zu bewaffnen“, forderte er. 

Von

rtr

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