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26.09.2013

01:34 Uhr

Tote bei Krawallen

Internet-Blackout nach Protesten im Sudan

Höhere Preise für Sprit und Heizöl haben tagelange Proteste im Sudan entfacht. Dabei sollen mehrere Menschen ums Leben gekommen sein. Nun fiel plötzlich das Internet aus - Experten ziehen politische Gründe in Betracht.

Höhere Brennstoffpreise? Sudanesische Demonstranten blockieren am 25. September mit brennenden Reifen die Autobahn. ap

Höhere Brennstoffpreise? Sudanesische Demonstranten blockieren am 25. September mit brennenden Reifen die Autobahn.

KhartumAngesichts gewalttätiger Proteste gegen höhere Brennstoffpreise ist im Sudan am Mittwoch das Internet ausgefallen. Zwar blieb nach Angaben von Experten unklar, ob die Regierung das Netz abgeschaltet hat. Doch erinnert die Situation an das Nachbarland Ägypten 2011. Dort hatte die Regierung während des Aufstands gegen Präsident Husni Mubarak den Internetzugang blockiert.

„Es ist entweder eine Sache, die die Regierung angewiesen hat, oder eine katastrophale technische Panne, die nur zufällig mit den derzeitigen Krawallen in der Stadt zusammenfällt“, sagte Internetexperte Doug Madory von der Analysegesellschaft Renesys Corp. Der Internet-Blackout dauere bereits seit Stunden an, sagte er am Abend (Ortszeit).

In der sudanesischen Hauptstadt Khartum kommt es bereits seit drei Tagen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Im Norden der Stadt wurde eine Polizeiwache abgefackelt, die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, um die Menge auseinanderzutreiben. Mindestens zwei Menschen sind seit Ausbruch der Krawalle ums Leben gekommen.

Neue Eiszeit

Sudan annulliert Verträge mit dem Süden über Erdöl und Sicherheit

Die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Nord- und Südsudan haben sich drastisch verschlechtert. Der Norden hat neun Vereinbarungen über Sicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Süden aufgekündigt.

Sie richten sich gegen die Rücknahme von Subventionen für Treib- und Brennstoffe. Sudan hat den größten Teil des Gebiets mit Erdölvorkommen an den Südsudan verloren, der 2011 unabhängig wurde. Die Regierung in Khartum hatte schon einmal versucht, die Subventionen zusammenzustreichen. Auch dagegen gab es Proteste, die jedoch niedergeschlagen wurden.

Von

ap

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