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23.01.2015

09:16 Uhr

Tote in der Ukraine

Uno verurteilt Gewalt in der Ukraine

Der Uno-Sicherheitsrat hat den blutigen Granatüberfall auf Zivilisten in der Ostukraine verurteilt. Allerdings wird dieser Appel wohl wenig Wirkung auf die Konfliktparteien haben. Auch Steinmeier fand mahnende Worte.

Blumen für die Opfer des Granatangriffs. Bundesaußenminister Steinmeier mahnt an, dass man eine Gewaltspirale verhindern müsse. dpa

Blumen für die Opfer des Granatangriffs. Bundesaußenminister Steinmeier mahnt an, dass man eine Gewaltspirale verhindern müsse.

New York/Kiew/MarrakeschDie neue Runde der Gewalt in der Ostukraine ist im Uno-Sicherheitsrat umgehend auf eine scharfe Reaktion gestoßen. Das höchste Uno-Gremium verurteilte am Donnerstagabend den blutigen Granatüberfall auf Zivilisten an einer Bushaltestelle in Donezk auf das Schärfste und forderte in einer in New York verbreiteten Erklärung eine objektive Untersuchung, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ukrainische Regierungstruppen und prorussische Separatisten haben sich bisher gegenseitig die Schuld am Tod der mindestens 13 Zivilisten gegeben.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier appellierte unterdessen direkt an Russland und die Ukraine, die Vereinbarungen des jüngsten Ukraine-Treffens in Berlin nun auch einzuhalten. Wer es in Moskau und Kiew ernst meine mit einer friedlichen Lösung, müsse jetzt „alles dafür tun, damit die Spirale von Gewalt und Gegengewalt gestoppt wird“, sagte Steinmeier am Donnerstagabend bei einem Besuch in Marokko. „Wenn wir die vielleicht letzte Chance auf eine politische Lösung nutzen wollen, dann bleibt nicht viel Zeit.“

Was ist „Neurussland“?

Neuer Streit um ein historisches Gebiet

In der Ostukraine haben prorussische Separatisten im Mai ihre „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk zu „Neurussland“ vereinigt. Auch Russlands Präsident Putin verwendete mehrfach diese Bezeichnung. Sie hat einen historischen Ursprung.

Feldzüge gegen Türken

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde ein Militärbezirk nördlich des Schwarzen Meeres so genannt. Neurussland reichte damals von Bessarabien (heute die Republik Moldau) bis zum Asowschen Meer. Zentrum war Krementschuk, etwa 300 Kilometer südöstlich von Kiew. Zur Zeit der Feldzüge gegen die Türken und das Krim-Khanat sollte die Ansiedlung russischer und ukrainischer Bauern sowie ausländischer Siedler das Grenzgebiet stabilisieren.

Auflösung nach Eroberung der Krim

1764 bildete Zarin Katharina die Große das „Neurussische Gouvernement“. Nach der Eroberung der Krim verlor Neurussland seine strategische Bedeutung und wurde rund 20 Jahre nach der Gründung wieder aufgelöst. Zar Paul I. bildete 1796 erneut ein kurzlebiges Verwaltungsgebiet Neurussland um den Hauptort Noworossisk, dem heutigen Dnjepropetrowsk.

Deutsche Siedler

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde ein russisches „Generalgouvernement Neurussland-Bessarabien“ geschaffen. Von 1818 bis etwa 1880 wurden wieder ausländische Siedler angeworben. Auch aus deutschsprachigen Gebieten kamen viele Menschen in die Steppen Neurusslands. Die Dörfer dieser „Schwarzmeerdeutschen“ existierten bis zu den Deportationen in der Stalin-Zeit.

Die Außenminister aus Deutschland, Russland, Frankreich und der Ukraine hatten sich am Mittwochabend in Berlin darauf geeinigt, dass im Osten der Ukraine eine Pufferzone eingerichtet werden soll. Dabei geht es um einen Streifen von 30 Kilometern Breite, aus dem alle schweren Waffen wie Granatwerfer und Mörser verschwinden sollen.

Steinmeier äußerte sich schockiert über den Granatüberfall in Donezk. „Ganz offenbar gibt es unter den Konfliktparteien starke und skrupellose Gruppen, die kein Interesse an einem Ende der Gewalt haben und deshalb sogleich alle laufenden Bemühungen hintertreiben“, sagte er.

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Die deutsche Regierung hat Russland als Angebot im festgefahrenen Ukraine-Konflikt eine Wirtschafts-Kooperation bis hin zur gemeinsamen Freihandelszone in Aussicht gestellt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe auf dem Wirtschaftsgipfel in Davos Verhandlungen zwischen Europäischer Union und der von Moskau dominierten Eurasischen Union über „Möglichkeiten einer Kooperation in einem gemeinsamen Handelsraum“ als Option unterbreitet. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitag). Zur Voraussetzung habe Merkel eine umfassende Friedenslösung in der Ostukraine gemacht.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko kam am Donnerstagabend mit seinen wichtigsten Ministern zu Beratungen über die Lage in der Ostukraine zusammen. Dabei habe er angeordnet, bei Verstößen gegen die in Minsk im September vereinbarte Waffenruhe „dem Feind auf die Schnauze zu hauen“, zitierte die russische Agentur Ria Nowosti Poroschenkos Sprecher Swjatoslaw Zegolko.

Nach schweren Gefechten um den Flughafen von Donezk zogen sich am Donnerstag die Regierungstruppen aus dem Hauptterminal des zerstörten Airports zurück. „Es zu halten, machte keinen Sinn mehr“, sagte Poroschenkos Berater Juri Birjukow. „Der Flughafen bleibt aber Frontlinie“, meinte er.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Vittorio Queri

23.01.2015, 11:08 Uhr

>> Uno verurteilt Gewalt in der Ukraine >>

Solange Murksel und Steinzeitmeier diese Gewalt aber für angemessen halten, geht sie weiter.

Die Zivilisten werden mittlerweile in Bussen und Trams zusammengebombt, zerrissen, verkrüppelt.

Alles im Namen der "Territorialen Integrität" des Schurkenstaates, angeführt von Staatsterroristen und kriminellen Oligarchen Poroschenko/Jatzenjuk/ Turtschinov.

Merkel und Steinzeitmeier sind durch ihre Pseudoverhandlungen in einer Runde der Unbeteiligten ( ausser Ukraine ) Verschlepper der Gewalt und Mitverantwortliche für den Völkermord im Donbass !

>> Die Außenminister aus Deutschland, Russland, Frankreich und der Ukraine hatten sich am Mittwochabend in Berlin darauf geeinigt >>

die nächste Runde für das Laberstündchen einzuberufen.

Widerlichge Veranstaltung, zum größten Teil verantwortet durch den politdilettanten Steinzeitmeier !

Er nimmt mittlerweile die gleiche Rolle im Äußeren ein, wie "das Sparschweinchen im Wägelchen" im Finanzwesen !

Wir sind immer auf der richtigen Weg !

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