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18.01.2010

10:22 Uhr

Tote und Verletzte

Taliban-Attacke auf politisches Nervenzentrum Kabuls

Zehn Tage vor der internationalen Afghanistan-Konferenz in London haben die Taliban am Montag in einer koordinierten Kommandoaktion das Regierungsviertel von Kabul angegriffen. An der Attacke waren rund 20 Taliban, darunter mehrere Selbstmordattentäter, beteiligt.

Afghanische Polizisten sperrten das Regierungszentrum weiträumig ab. dpa

Afghanische Polizisten sperrten das Regierungszentrum weiträumig ab.

HB KABUL. Nach offiziellen Angaben starben mindestens vier Aufständische und ein Polizist. Mindestens 36 Menschen, darunter Polizisten und Soldaten, wurden verletzt. Es war einer der schwersten Angriffe auf das festungsartig abgeschirmte Regierungsviertel in den vergangenen Jahren.

Nach Berichten des afghanischen Fernsehens und von Augenzeugen hat es weitere Selbstmordattentate mit weiteren Todesopfern sowie mit Verletzten gegeben. Die Sicherheitskräfte im Regierungsviertel hatten erst mehrere Stunden nach dem Start der Attacke am Vormittag die Situation wieder unter Kontrolle.

Das Kommando der Aufständischen, dem nach Angaben eines Taliban- Sprechers etwa 20 Kämpfer angehörten, hatte ein Gebäude eines Einkaufszentrums nahe dem Palast von Präsident Hamid Karsai besetzt.

Augenzeugen berichteten von mehreren Explosionen. Nach Berichten der afghanischen Agentur Pajhwok gab es langanhaltende Feuergefechte zwischen den Rebellen und Sicherheitskräften. Fernsehbilder zeigten das in Flammen stehende Einkaufszentrum, über dem Areal stiegen dichte dunkle Rauchwolken auf. Anwohner mussten fliehen. Auch ein Kino war in der Hand der Aufständischen.

Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums sagte, zwei Selbstmordattentäter hätten sich vor dem Präsidentenpalast in die Luft gesprengt. Zwei weitere seien von afghanischen Sicherheitskräften getötet worden. Nach Angaben des privaten Fernsehsenders Tolo soll sich ein weiterer Selbstmordattentäter in der Nähe des Außenministeriums in die Luft gesprengt und mehrere Menschen mit in den Tod gerissen haben. Nach Berichten von Augenzeugen soll es weitere Explosionen gegeben haben, bei denen Selbstmordattentäter beteiligt waren. Die Zahl der Opfer war zunächst unbekannt.

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