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13.12.2012

18:48 Uhr

Toter Agent

Britische Behörden sammeln Beweise gegen Moskau

Die britischen Behörden haben nach eigenen Angaben Beweise für die Verwicklung Moskaus im Fall Litwinenko. Der Agent starb 2006 in London an einer Polonium-Vergiftung. Hauptverdächtiger ist ein russischer Abgeordneter.

Der ehemalige russische Geheimagent Alexander Litwinenko starb wahrscheinlich an einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium. dpa

Der ehemalige russische Geheimagent Alexander Litwinenko starb wahrscheinlich an einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium.

Die britischen Behörden haben eigenen Angaben zufolge ausreichend Beweise für eine Verwicklung Russlands in den Mord an dem früheren Geheimdienstagenten Alexander Litwinenko. Vertrauliche Dokumente der britischen Regierung enthielten „a priori ausreichende Elemente, um die Verwicklung des russischen Staates in den Tod von Alexander Litwinenko zu beweisen“, sagte der Ermittlungsleiter Hugh Davies am Donnerstag bei einer Voranhörung zu dem Ermittlungsverfahren in London.

Eine Verwicklung Großbritanniens sei nicht zu erkennen, sagte Davies. Auch gebe es keine Beweise dafür, dass die Briten Litwinenko nicht ausreichend geschützt hätten.

Das „inquest“ genannte Justizverfahren soll im kommenden Mai beginnen und die genauen Umstände des Todes des früheren Mitarbeiters des russischen Geheimdiensts FSB klären. Es läuft parallel zu den Polizeiermittlungen und dient nicht der Feststellung der strafrechtlichen Verantwortung. Litwinenko war im November 2006 an einer Polonium-Vergiftung gestorben, nachdem er in einem Londoner Hotel mit dem russischen Agenten Andrej Lugowoi und dem Geschäftsmann Dmitri Kowtun Tee getrunken hatte.

Die russischen Geschäftsmänner Andrei Lugovoi (rechts) und Dmitri Kovtun (links) hatten Litwinenko vor seinem Tod getroffen. dpa

Die russischen Geschäftsmänner Andrei Lugovoi (rechts) und Dmitri Kovtun (links) hatten Litwinenko vor seinem Tod getroffen.

Lugowoi hat erklärt, Litwinenko habe für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 und den spanischen Geheimdienst gearbeitet. Bei der Vor-Anhörung am Donnerstag stellte sich heraus, dass Litwinenko und Lugowoi offenbar gemeinsam nach Spanien hatten reisen wollen, um die Behörden dort über die russische Mafia zu informieren.

Der Fall Litwinenko sorgt seit Jahren für Konflikte zwischen London und Moskau. Spuren brachten den ehemaligen KGB-Mitarbeiter Andrej Lugowoi in Verdacht. Großbritannien beantragte seine Auslieferung. Der Verdächtige sitzt im russischen Parlament und genießt Immunität.

Kommentare (4)

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easyway

13.12.2012, 19:46 Uhr

Beweise gegen Moskau? Das scheißt Moskau drauf - das ist das Gute.

Hagbard_Celine

13.12.2012, 20:58 Uhr

Da wird mal wieder Schlamm Richtung Moskau geschleudert, einfach lächerlich.

Wenn Geheimdienste Morden ist es immer ein Unfall, dadurch lässt sich der Ermittlungsdruck manipulieren.

Barschel, Möllemann, Haider...die Liste der Politiker die Unfälle hatten ist lang...

Aber jemand mit radioaktiven Substanzen vergiften damit der monatelang vor der Kamera dahinsiecht ?

Ein Witz, der russische Staat ist mit Sicherheit nicht involviert gewesen.

Ich tippe mal auf Hr. Beresowski als Auftraggeber für den Mord aber das wird in England keinen interessieren, geniest er dort doch Narrenfreiheit.


Rechner

13.12.2012, 23:53 Uhr

Beim Sammeln von Beweisen für die Komplizenschaft des britischen Staates bei der Ermordung der irischen Rechtsanwalts Finucane hat man sich wesentlich mehr Zeit gelassen.

Den fiktiven Auftragsmörder James Bond läßt die angloamerokanische Medienpropagandamaschine vom Pöbel in den Kinos feiern.

Und gerade heute wird bekannt, daß die Regierung Ihrer Majestät zwei Millionen Pfund bezahlt hat um ein Gerichtsverfahren wegen der Auslieferung eines Gaddafi-Gegners an den Libyschen Staatssicherheitsdienst zu vermeiden.

Während man ein paar Jahre zuvor eine Aktion zur Ermordung Gadaffis finanziert hat...

...

Aber DAS ist doch ganz was andres, wenn WIR, DIE GUTEN sowas machen.

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