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04.01.2007

15:02 Uhr

Tourismusbranche in Aufruhr

Thailand droht politische Instabilität

VonOliver Müller

Am ersten Handelstag nach der Bombenserie in Bangkok vom Silvestertag ist die thailändische Börse am Mittwoch um drei Prozent eingebrochen. Tourismus- und Handelswerte gaben am stärksten nach. Das Signal der Märkte ist so eindeutig wie das der Bombenleger: Nach einem chaotischen Jahr 2006 wird 2007 kein leichteres Jahr für Thailands Manager und Politiker.

DELHI. Silvester waren in der Hauptstadt acht Bomben auf belebten Plätzen, beliebten Märkten und vor bekannten Einkaufszentren explodiert. Sie forderten drei Todesopfer und 38 Verletze, darunter auch Touristen. Vor allem erschütterten die Attentate Bangkoks Image als sichere Stadt: „Das hat es noch nie gegeben“, meint Thitinan Pongsudhirak, Leiter des Instituts für Sicherheit und Internationale Studien an der Chulalongkorn Universität. „Weder Investoren noch Touristen mögen es, wenn sich die Sicherheitslage so verschlechtert.“

Mitten in der Hauptsaison verschärfen nun Regierungen die Sicherheitshinweise für Reisende. So rät das Auswärtige Amt in Berlin, bei Thailand-Aufenthalten Märkte und Menschenansammlungen zu meiden, da neue Anschläge nicht ausgeschlossen seien. Es gab zwar erst wenige Stornierungen, aber Tourismusminister Suvit Yodmani fürchtet „erhebliche Folgen“ für die Branche, die sieben Prozent der Wirtschaftskraft ausmacht.

Experten sehen die Explosionen auch als neuen Schlag für das Investitionsklima. Dieses hatte schon im Dezember Schaden genommen, als die Zentralbank ungeschickt versucht hatte, drastische Kapitalverkehrskontrollen einzuführen. „Optimisten, die von dem Coup Stabilität und ein besseres Geschäftsklima erwartet hatten, werden nun umdenken“, meint Westpak-Analyst Sean Callo mit Blick auf den Armeeputsch vom September 2006.

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