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26.09.2012

07:24 Uhr

Toyota senkt Produktion

China und Japan verhandeln im Inselstreit

Die Außenminister von Japan und China verhandeln im Inselstreit. Doch keiner weicht von seiner Position ab, ein Konsens ist nicht in Sicht. Darunter leiden vor allem japanische Firmen – Toyota drosselt die Produktion.

Vor den Senkaku-Inseln blockieren japanische Boote den Seeweg. AFP

Vor den Senkaku-Inseln blockieren japanische Boote den Seeweg.

Peking/TokioJapan und China sind weiter in Gesprächen über eine Lösung des Insel-Streits, beharren aber auf ihren Positionen. Die Außenminister beider Länder, Koichiro Gemba und Yang Jiechi, trafen sich dazu am Rande der UN-Vollversammlung in New York, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch meldete.

Yang habe seinem japanischen Kollegen dabei klar gemacht, dass die Inseln für China seit jeher heiliges Gebiet seien. Der japanischen Agentur Kyodo zufolge dauerte das Treffen rund eine Stunde. Der japanische Kabinettsminister Osamu Fujimura sagte, beide Seiten hätten weitere Gespräche vereinbart. "Es gibt keine Wundermittel in der Außenpolitik. Wir müssen über diverse Kanäle miteinander sprechen", ergänzte Fujimura.

Unterdessen haben japanische Firmen aufgrund des Streits immer mehr mit den Folgen eines Absatzrückgangs in China zu kämpfen. Die japanische Zeitung Asahi berichtete am Mittwoch, der weltgrößte Autobauer Toyota wolle den gesamten Monat Oktober über die Produktion in China aussetzen. Zudem sollten alle Exporte von Japan nach China gestoppt werden. Damit gerate auch Toyotas Ziel in Gefahr, in diesem Jahr in China eine Million Fahrzeuge absetzen zu wollen.

Eine Toyota-Sprecherin wollte sich zu dem Bericht nicht äußern, kündigte aber eine Firmenmitteilung für Mittwoch an. Schon zuletzt hatte es in einem Zeitungsbericht geheißen, In einigen der chinesischen Filialen sei Toyotas Absatz um 30 Prozent zurückgegangen. China ist Japans größter Handelspartner.

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Der japanische Autobauer Suzuki erklärte, in dieser Woche in China zum Einschicht-System zurückkehren zu wollen. Eigentlich fährt Suzuki in China zwei Schichten. Beim Rivalen Nissan hieß es, bei seinem Gemeinschaftsunternehmen in China werde bereits ab Donnerstag und damit drei Tage früher als bislang geplant die Produktion ausgesetzt.

Die beiden Länder streiten sich um eine unbewohnte Inselgruppe nordöstlich von Taiwan. Die umliegenden Gewässer sind reich an Fischen, in der Region werden umfangreiche Erdgasvorkommen vermutet. Der Konflikt hat sich zuletzt zugespitzt, nachdem die japanische Regierung trotz scharfer Warnungen aus Peking einen Teil der Inselgruppe dem privaten japanischen Besitzer abkaufte.

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In China kam es darauf zu den schwersten Protesten und Übergriffen auf japanische Einrichtungen seit Jahrzehnten. Zwar erwarten Experten keinen Krieg. Allerdings wird befürchtet, dass ein Zwischenfall zu einer Eskalation führen könnte. In China sind die Erinnerungen an die japanische Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg lebendig. Damals starben Millionen Chinesen.

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rtr

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