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10.01.2011

12:41 Uhr

Tragödie von Arizona

Amerika sucht nach dem Motiv für den Amoklauf

VonMarkus Ziener

Die USA sind tief gespalten in zwei politische Lager. Und der Ton der politischen Gegner hat sich in den letzten Monaten verschärft. Nun diskutiert Amerika: War die scharfe Rhetorik der Tea-Party-Bewegung der Grund für den Anschlag auf die demokratische Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords?

Zeichen der Trauer: US-Flaggen vor dem Kongress auf halbmast. dpa

Zeichen der Trauer: US-Flaggen vor dem Kongress auf halbmast.

WASHINGTON. Nach den tödlichen Schüssel von Arizona diskutiert Amerika erregt die Frage, ob der Mordanschlag ein Resultat des vergifteten politischen Klimas war. Der 22-jährige Jared Loughner hatte vor einem Supermarkt in Arizona am Samstag sechs Menschen erschossen und 14 zum Teil schwer verwundet. Unter ihnen ist auch die demokratische Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords, die zum Zeitpunkt des Angriffs eine Veranstaltung in ihrem Wahlkreis abhielt. Die Staatsanwaltschaft hat gestern Anklage gegen den Schützen in fünf Punkten erhoben. Loughner muss sich wegen Mordversuchs an Giffords verantworten, außerdem wegen Tötung und versuchter Tötung von Bundesbediensteten.

Auch wenn die genauen Motive des Attentäters noch unklar sind - in der öffentlichen Debatte spielte die feindselige politische Atmosphäre der letzten Jahre bei der Suche nach Ursachen für den Gewaltausbruch eine Rolle. Besonders in der Kritik stehen die Republikaner, der rechte Tea-Party-Flügel und radikal-konservative Kräfte in den amerikanischen Medien, die die Stimmung gegen angebliche "Sozialisten" und "Feinde amerikanischer Werte" immer wieder angeheizt hatten.

Die ehemalige Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, schreckte nicht einmal davor zurück, den Namen von Giffords mit einem Fadenkreuz auf einer Landkarte der USA zu verzeichnen, verbunden mit der Aufforderung, Giffords und ihre "Gesinnungsgenossen" politisch zu bekämpfen. Kurz nach dem Mordanschlag sprach Palin der Familie von Giffords und den Angehörigen der Opfer nun ihre Anteilnahme aus. Sie und ihre Familie beteten für die Opfer des Anschlags "und für Frieden und Gerechtigkeit".

Palins "Fadenkreuz"-Initiative zur Bekämpfung politischer Gegner war indes kein Einzelfall. Als eine andere Tea-Party-Aktivistin, Sharron Angle aus Nevada, im Herbst gegen den demokratischen Senator Harry Reid antrat, schreckte auch sie nicht vor martialischer Rhetorik zurück. Im Kongress, ereiferte sie sich, gebe es "einheimische Feinde". Und fügte hinzu: "Ich hoffe, wir müssen nicht zu den Mitteln des zweiten Verfassungszusatzes greifen." Der zweite Verfassungszusatz erlaubt den Besitz von Waffen und ihren Einsatz zur Selbstverteidigung.

Kommentare (9)

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Gastkritiker

10.01.2011, 14:12 Uhr

Eine merkwürdig oberflächliche Diskussion; solange es Redefreiheit gibt wird es Hassprediger geben, solange es Menschen gibt wird es Spinner geben und solange jeder durch Hassprediger fehlgeleitet Spinner unkontrollierten Zugang zu Feuerwaffen hat werden 9-jährige Kinder grundlos über den Haufen geschossen werde.

Gabrielle Giffords ist/war eine Verfechterin liberaler Waffenkontrollgesetze in Arizona.

Profan @ [1] Gastkritiker,

10.01.2011, 14:56 Uhr

schon richtig, bleibt die Frage; warum gehören alle Hassprediger der Republikanischer Partei an?
Schon merkwürdig, oder.
ich habe Verwandte in den USA, auch Republikaner, wenn wir uns unterhalten kommen sie mit Argumente wie "Obama ist ein Kommunist, er will nur die USA zerstören" es ist kein Witz.
Dabei schauen sie mir in die Augen, ich denke sie glauben es wirklich!

Chris

10.01.2011, 15:03 Uhr

Die "Tea-Party-bewegung" ist verantwortlich.

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